1. November.

Thiermedicinische Kundschau etc.

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unter jubelnder Heiterkeit der Festtheilnehmer, ausführend, dass er nur mit Beklemmung der Prnennung der Anstalt zur Hochschule gedachte, denn er begrüsse dieselbe als Mitglied des Vereins gegen den Missbrauch geistiger Ge- tränke. Herr stud. Neubauer brachte sodann die Grüsse derEratonen, Herr Prof. Pütz-Halle die der Central- vertretung der thierärztlichen Vereine Preussens, Herr Med.- Rath Dr. Fiedler sprach Namens derGesellschaft für Natur- und Heilkunde, der von Anfang an sämmtliche Docenten und Professoren der Hochschule angehörten. Auf das Wohl der Hochschule und ihrer Docenten brachte der Redner ein Hoch. Herr Prof. Dr. Schütz-Berlin brachte die Grüsse der thierärztlichen Hochschule in Berlin, Herr Bergrath Dr. Stelzner-Freiberg die der ältesten fach- männischen Hochschule Sachsens, der Bergacademie Frei- berg. Herr stud. Honigmann trank auf das Wohl der doutschen Frauen, bei welcher Gelegenheit manch Auge aufschaute zu den die Tribüne besetzenden Damenflor. Herr stud. Stiehler widmete seinen Toast den Professoren. Auch studentische Vertreter der Schwesteranstalten Berlin und Hannover sprachen Worte der Begrüssung, ebenso kauen Begrüssungstelegramme der thierärztlichen Hoch- schulen und Schulen zu Hannover, Stuttgart und Porpat, ferner der Verbindungen Cimbria-Stuttgart, Franconia- Berlin, Hannoverania-Hännover, Veterinaria-Wien zur Verlesung, sowie der bekannten Vertreter thierärztlicher Wissenschaft Dr. Zürn-Leipzig und Dr. Schneidemühl- Kiel. So verlief der Abend ungemein lebendig, und als in dem herrlichen Studentenliede0 alte Burschenherrlich- keit die folgende neu eingeschobene Strophe erklang:

Der streift im Forst, der gräbt im Schacht,

Der ochst Chemie, Mathese,

Und einer gar sinnt Iag und Nacht,

Wie er vom Weltschmerz löse

Der Thierwelt ungezähltes Heer!

Und macht sich so das Leben schwer.

O jerum ete.

da war es schon lange vor Beginn der Fidelität recht fidel geworden.

Sonnabend fuhren die Studenten der Hochschule in vollem Wichs durch die Strassen der Stadt, demweissen Adler in Loschwitz zu, wo um 12 Uhr der officielle Früh- schoppen begann. Rede und Gesang wechselten auch bei dieser Nachfeier in üblicher Weise ab. So endete das schöne Fest, von dem alle Theilnehmer gewiss die ange- nehmsten Erinnerungen nach Haure mitgenommen haben werden. 6. Sch

Bekanntlich feiert ausser der thierärztlichen Hochschule zu Berlin auch die Königl. Central- thierarzneischule in München im nächsten Jahre ihr 100 jüRhriges Bestehen. Zur würdigen Be- gehung der Feier, für die eine Chronik der Schule und eine kleine Festschrift vorbereitet wird, waren bisher 2000 Mark vom bayerischen Landtag bewilligt worden. Pür Veranstaltung eines würdigen Festactes sind für die nächste Finanzperiode noch 7000 Mark in den Etat gestellt worden. Die auswärtigen Thierarzneischulen und die Thier- arzte des Landes sollen zu dem Festacte eingeladen werden.

Ueber die Enthüllung des Denkmals für Henry Bouley, welche am 5. September zu Altort mit grosser Feierlichkeit stattfand, entuehmen wir der W. f. Th. fol- gende Angaben:

Dem erhebenden Acte wohnte der Ackerbau-Minister, die Vertreter der Academie der Wissenschaften und der Medicin, des naturhistorischen Museums, die Central-Ge- sellschaft der Veterinär-Medicin etc. und die Familie Bouley's bei. Bouley ist stehend, in der Stellung des vortragenden Lehrers wiedergegeben die rechte Hand macht die Bewegung eines Pocirenden, die linke stützt sich auf den Tisch, auf welchem sich Bücher etc. befinden.

Die Statue steht auf einem schön gewählten Platze, der vortretende Sockel führt die Inschrift:A Enrico Bouley 1814 1885. Seine Schüler, Seine Freunde. Die Uebergabe des Monumentes an die Verwaltung fand durch Leblane, Präsident des Comité's, mit Worten der Phrung statt; nach diesem sprach der Minister des Acker- baues, dann Nocard, Director der Veterinärschale zu Alfort, ferner Professor Chauveau, Inspector der Veteri- närschulen Frankreichs und dann Professor Degive von der Veterinärschule in Qureghem im Namen der ausländischen Veterinäre. Die Rede des Professor Chauveau, des in- timen Freundes Bouley's und dessen Nachfolger an der Academie der Wissenschaften ete.. sowie in dem Posten eines Generalinspectors der Veterinärschulen war eine er- hebende Lobrede auf den Verstorbenen.

Per V. internationale Congress für Thier- medicin in Paris, welcher vom 2. 8. September statt- fand, war von 650 Personen, darunter 178 Ausländer(48 Belgier, 46 Schweizer, 27 Spanier, 8 Engländer, 7 Italiener, 3 Oesterreicher. 3 Amerikaner, 3 Egypter, 2 Luxemburger, 2 Portugiesen, 2 Japanesen, 2 Peutsche[darunter 1 Elsässer], 1 Schwede, 1 Norweger) besucht. Den 4 Sitzungen wohnten durchschnittlich jedesmal ca. 150 Personen bei. In dér ersten Sitzung wurden, wie wir einem Bericht im Récuei! de médec. vétér. entnehmen, die geschäftlichen Sachen er- ledigt. In der zweiten Sitzung berichtete Arloing-Lyon und Perroneito-Turinüber die Tuberkulose vom öe- sichtspunkte der Gesundheitspolizei und Lebensmittelhy- giene. Man einigte sich bei der Berathung über diesen Gegenstand zu der Erklärungdass das Fleisch tuber⸗ kulöser Säugethiere und vögel vom menschlichen und thierischen Genusse auszuschſiessen sei ohne Rücksicht auf den Grad der Tuberkulose und der Qualität des Fleisches. ¹) ln der dritten Sitzung wurde nach den Berichten von Leblanc-Paris, Neimann-St. Petersburg, Remartinez- Madrid und Thomassen-Utrecht über die Nützlichkeit der Regelung eines internationalen Sanitätsdienstes ver- handelt. Im Wesentlichen stimmte man den Vorschlägen von TPhomassen-Utrecht zu, nach welchen in jedem Staate das Veterinärwesen gleichmässig organisirt sein und an der Spitze einen verantwortlichen Thiererzt als höchsten Beamten desselben haben solle. Alsdann sollte eine inter- nationale Convention zur Bekämpfung von Thierseuchen eingerichtet werden. In der zweiten Sitzung sprach Cosse- London, Delamotte-Vincennes und Poterat-Bernüber Entschädigung für polizeilich angeordnete Abschlachtungen von Thieren; Butel-Meaux, Degive-Brüssel und Robn- son-Greenocküber prophylaktische Massregeln gegen die Lungenseuche und Baillet-Bordeaux undvan Hertzeu- Brüsselüber die Fleischbeschau. Während der Tage des Congresses wurden die Mitglieder zum Besuche des Instituts Pasteurs, des Schlachtviehmarktes, der Desinfections- anstalten auf dem Seuchenhofe und zahlreicher anderer öffentlicher Bauten eingeladen. Beschlossen wurde der Congress durch ein Festessen auf dem Eiffelthurm. Der nächste Congress soll in der Schweiz stattünden.

Nach dem Vorgange der preussischen Heeresver- waltung hat auch das k. k. österreichisch-ungarische Reichs- Kriegsministerium mittels Erlasses vom 13. Juli 1. J. an sämmtliche Militärärzte die Weisung ergehen lassen, in den nächsten Monaten Chromsäurelösungen gegen Schweiss- füsse versuchsweise anzuwenden und bis Ende Pecemberd. J.

über die Erfolge dieser Behandlungsweise, welche sich in der deutschen Armee ausserordentlich bewährt hat, zu berichten.

An dem Hygienischen Institut der Königlichen Universität zu Rom ist durch Königl. Decret vom 27. No- vember 1887 eine Schule zur Heranbildung von Aerzten,

¹) Dieser Beschluss wird wohl Praxis ohne Bedeutung bleiben müssen

einstweilen für die Der Herausgeber. 6*