1. November.
Thiermedicinische Rundschau ete.
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Schauämtern mit geregeltem Untersuchungsdienst ein. Apotheker seien am wenigsten geeignet ohne weiteres die Untersuchung von Schweinen auf Trichinen auszuführen. Aber auch für Aerzte und Thierärzte sei ein Qursus zur Uebung er- forderlich. Ferner seien erhebliche Strafen auf Verminderung der Untersuchungsgebühr seitens der Fleischbeschauer, auf Abstempelung der Schweine ehe die Untersuchung beendet u. s. w. anzudrohen. In kleinen Orten seien Prämien für Auffindung der Trichinen auszusetzen, um damit das Interesse für gewissenhafte Untersuchung rege zu halten.
Veterinärpolizei und gerichtliche Thier- heilkunde.
Auszug aus dem Viehseuchenbericht von Flsass- Lothringen. Juli 1889.
Viehseuchen in Plsass-Lothringen.
Milzbrand. 9 Fälle. Maul- und Klauenseuche. 6 neue Fälle. Bläschenausschlag. 2 neue Fälle. Pferderäude. 2 neue Fälle unter 6 Pferden. Schaf- räude. 2 neue Fälle in 2 Heerden.
Sonstige ansteckende Krankheiten.
Die Brustseuche der Pferde ist in zahlreichen Stal- lungen aufgetreten; in Rieding, Kreis Saarburg, sind in 10 Stallungen mit einem Bestand von 43 Pferden 24 an dieser Seuche erkrankt. In dem Feldartillerie-Regiment Nr. 15 ist auch die Brustseuche zum zweiten Male unter 150 Pferden ausgebrochen.
seuche in 11, Aphtenseuche in 495, Milzbrand in 6, Rothlauf in 36, Pferderäude in 4 Ortschaften; Schaf- und Ziegenräude in je 11 Ortschaften.
Italien. Vom 3. zum 30. Juni 1889. Milzbrand 181, Rauschbrand 6, Rotz 31, Schafräude 253, Roth- lauf 434 Fälle.
Frankreich. Juni 1889. Lungenseuche in 8 De- partements. Maul- und Klauenseuche in 6 Depar- tements. Schafräude in 9 Departements, Schafpocken in 5 Departements, Milzbrand in 11 Departements,
Rauschbrand in 12 Departements, Rotz in 48 Depar-
tements, Tollwuth: in 95 Gemeinden von 41 Departements sind 134 Hunde, 1 Katze, 3 Kühe und 1 Ochs wegen
Lollwuth getödtet, 48 Personen sind gebissen worden,
In Hagenau bei der I. und III. Abtheilung des Feld-
artillerie-Regiments Nr. 31, sind 26 Pferde an Influenza erkrankt.
Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im allgemeinen gut. Der Viehhandel ist sehr lebhaft, die Preise für Nutz- und Schlachtvieh sind fortwährend im Steigen.
Viehseuchen in anderen Ländern des deutschen Reiches.
Baden. Juni 1889. Rotz 3, Milzbrand 7, Maul- und Klauenseuche 73, Bläschenausschlag Schafräude 4 Fälle.
Pfalz. Juni 1889.
Rothlauf in 11 Departements, Schweineseuche 1 Departement und Tubereulose in 17 Departements.
Der Landesthierarzt,
in
Mittheilungen aus Vereinen und Versammlungen.
— Bericht über die Versammlung des Vereins Schlesischer Thierärzte in Breslau am 12. Mai 1889. (Schluss)
In der sich an die Ausführungen beider Redner an- schliessenden Debatte erhielt zunächst Kreisthierarzt Mehr- dorf das Wort; derselbe wies darauf hin, in welch hervor- ragender Weise pereits im Regierungsbezirk Oppeln nach der von Gückel empfohlenen Richtung die Beaufsichtigung der Schlachthäuser gehandhabt würde.
Dr. Ulrich betont, dass im Regierungsbezirk Breslau diesem Gegenstande noch nicht die erforderliche Aufmerk- samkeit zugewendet würde; derselbe beantragt eine Petition an das Ministerium zu richten, um eine Regelung der Schlachthauscontrole herbeizuführen.
Frick erwähnt, dass die Stellung der Schlachthaus- thierärzte entschieden bedingt, dass denselben absolute Autorität zugebilligt würde.
Es wird sodann beschlossen, den Ulrich'schen An- trag an den Herrn Ober-Präsidenten der Provinz Schlesien zur Abstellung der vorhandenen Uebelstände in den Schlacht- häusern Schlesiens zu richten.
Sodann erhielt Kreisthierarzt Kampmann das Wort zu seinen Mittheilungen über die Anzeigepflicht bei Thier-
seuchen insbesondere des Milzbrandes; derselbe hat mit
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dem Landrathsamt, sowie mit einem Amtsvorsteher seines
FKreises Differenzen über die Auslegung des§ 9 des R.-G.
Milzbrand 4, Maul- und
Klauenseuche 218, Bläschenausschlag 6 Fälle. Das tausch hat der Herr Regierungs-Präsident dahin getroffen,
Verbot der Viehmärkte in der Pfalz ist aufgehoben.
Württemberg. Juni 1889. Milzbrand 30, Rausch- brand 4, Rotz 4, Maul- und Klauenseuche 700, Bläschenausschlag 37, Schafräude 314 Fälle.
Hessen. Juni 1889. Milzbrand 3, Maul- und Klauenseuche 90 Fälle; Bläschenausschlag in 3, Schafräude in 5 Ortschaften.
Sachsen. Juni 1889. Milzbrand 30, Tollwuth 2 Fälle; Bläschenausschlag 1 Fall; Maul- und Klauenseuche 353 Fälle in 12 Ortschaften.
Viehseuchen im Auslande.
Schweiz. Juli 1889. Rauschbrand 74, Milz- Prahd 15, Rotz 2, Rothlauf 154, Schafräude 237, Tollwuth 2 Fälle; Lungenseuche 1 Fall; Maul- und Klauenseuche: in 128 Stallungen und auf 15 Weiden sind 1544 Stück Vieh verseucht.
Oesterreich-Ungarn. Vom 15. Juni zum 15. Juli 1889. Lungenseuche in 65, Rot? in 45, Beschäl-
vom 23. Juni 1880 gehabt. Die endgültige Entscheidung über den Meinungsaus-
dass die Zuziehung des beamteten Thierarztes durch die Polizeibehörde nach§ 12 a a. O. bei jedem einzelnen Er- krankungs- oder Verdachtsfalle, mithin auch dann zu er- folgen hat, wenn die Seuche in einem Orte oder Bezirke zahlreicher oder epidemisch auftritt. Eine Ausnahme hier-
von ist, abgesehen von den in§ 15 Absatz 1 des Gesetzes
gegebenen besonderen Vorschriften für die Maul- und Klauenseuche des Rindviehs, der Schafe Ziegen und Schweine nur bei Milzbrand, und nur dann nachgelassen, wenn diese Seuche in einem Bezirke sich ständig zeigt und nur ver- einzelt auftritt.
Es darf aber auch in diesem Falle nach§8§ 11, 15 Absatz 2 des Gesetzes nur dann von der Anzeigepflicht entbunden, und von der Zuziehung des beamteten Thier- arztes Abstand genommen werden, wenn das ständige Auf- treten der Seuche in einem Bezirke durch Feststellung desselben von der Landesregierung, d. h. gemäss§ 4 des Ausführungsgesetzes vom 12. März 1881 von dem Regierungs-


