1. November.
Thiermedicinische
Ruhdschau etc.
Lippenfläche die bekannten glänzenden Stellen aufdem Berliner Markte die Preisdifferenz zwischen
und Striche in der Schleimhaut. Später stellten sich wässriger Nasenausfluss, Erosionen in der Schleimhaut und Schwellung der Lippen ein. Es wurde somit dasselbe Krankheitsbild mit dem- selben Krankheitsverlauf beobachtet, wie bei den erkrankten Artilleriepferden. Die punktförmigen Verletzungen an der Schleimhaut sind durch die Raupenhaare veranlasste Stiche, während die Erosionen wahrscheinlich auf andere schädliche Stoffe zurückzuführen sein dürften. Die Heilung vollzog sich nach Anwendung von Essigwasser in 3— 4, bei stärkerer Infection in 5— 7 Tagen.
Fütterungslehre.
Ueber die botanische Werthschätzung des Heues. (Nach einem Vortrage im Olub der Landwirthe.) Wittmack.
Dem im Verlage von O. Pockler zu Gera er- schienenen Vortrage entnehmen wir folgendes: In Bezug auf die practische Wertschätzung des Heues nehmen wir noch einen sehr niedrigen Standpunkt ein, obgleich die Frage für die Land- wirthschaft bezw. auch für die Militärverwaltung u. s. w. von der grössten Bedeutung ist. Erst allmählich fängt man an, von practischen Gesichts- punkten der Sache mehr Aufmerksamkeit zuzu- wenden und man versucht, eine Methode zu ge- winnen, welche wenigstens bessere Anhaltspunkte für die betreffende Beurtheilung giebt, als bisher zur Verfügung stehen. Die chemische Nährstoff- Analyse liefert bekanntlich keinen sicheren Maass- stab, und wenn auch dahin weitere Fortschritte gemacht werden, so ist das Verfahren doch zu umständlich, um allen Bedürfnissen genügen zu können.
Nach kurzem Hinweis auf die Abstammung des Wortes„Heu“ führt Redner den alten Schrift- steller Columella und seine Regeln zur Behand- lung der Wiesen an, die heute, nach nahezu 1800 Jahren, noch dieselben sind. Auch der Gebrauch der Heublumen ist heute, wie damals, theilweise noch eingeführtt, wiewohl er nicht zu empfehlen ist; Nowacki erntete pro ha von Heu-
und hatte letzteres gerade den doppelten Werth.
Ueber die wirthschaftliche Bedeutung des Heues giebt die beste Angabe der statistische Nachweis, nach welchem sich der Werth des- selben im Deutschen Reich auf 1083 Millionen
Mark beziffert, wobei für die Tonne 60,5 Mk. zu
Grunde gelegt sind.
Von
4— 7,5 Mk. Gegenwärtig nur zwischen 5— 3 Mk.
Anders ist es in Holland, wo die Preise um. das Preifache auseinandergehen; nach Mittheilungen von A. Mayer 1,20— 3.40= 6 fl. bis 20 fl. pro 500 kg Von grossem Interesse sind die weiteren Untersuchungen dieses Herrn. der constatiren wollte, in wie weit diese Differenz des Preises sich mit der chemischen Analyse decke. Voraus- gesetzt hat A. Mayer,„dass das practische Ur- theil einer ganzen Gegend nicht ganz und gar fehl gehen kann.“
Die angestellten Analysen ergaben ein über-
raschendes Resultat. Es wurden bezahlt für 4 Heusorten: Nr. 1 20 fl. 2 3 5 1 6 nach der chemischen Analyse sind dieselben werth Nr. 1 20,00 fl. 2 3 21,28„ 4
Es würde sich, wenn man nur hiernach ur- theilen wollte, für die beiden geringeren Heu-
sorten ein schreiendes Missverhältniss herausstellen.
Es ist aber, nach Mayer, anzunehmen, dass in
den geringen Sorten das Verhältniss der Roh-
faser zu den eigentlichen Nährstoffen ein un- günstigeres sei, als zu Grunde gelegt; dazu kommt die verschiedene Verdaulichkeit des Eiweisses, deren Schwankungen bis 72 Procent betragen können. Bei der botanischen Untersuchung, die Mayer anstellte, wurden gerade die Unkräuter an verdaulichem Eiweiss reicher gefunden; man muss deswegen annehmen. dass in den geringeren Heusorten ein Bestandtheil oder eine Eigenschaft
befindlich, die denselben einen Theil seines Nähr-
arten nicht quantitativ bestimmte,
werthes entzieht.
Da Mayer den Gehalt der einzelnen Gräser- greifen wir auf Untersuchungen Schindlers in Wien zurück, der zu dem Schluss gelangt, dass„der thatsäch-
liche Nährwerth(nach Wittmack der Preis, blumen 7208, von Kleegrassaat 11 567 kg Futter
Dass so hohen Werthziffern gegenüber die Qualität nicht durch grössere Preisdifferenzen auch seiner Ansicht führt Redner den Königl.
ausgezeichnet wird, ist befremdend. Es schwankte Proviantmeister G. Eisermann an,
der allerdings auf langjährige practische Er- fahrungen sich stützt) der Wiener Heusorten im geraden Verhältniss steht zum Gehalt an Legu- minosen und im umgekehrten Verhältniss zur Zahl der Sauergräser.“
Dass diese Regel für alle Heusorten gilt, be- zweifelt Redner; es müsste danach fast aſles Ber-
liner Heu und die besten holländischen Sorten
zu den geringwerthigen gerechnet werden. Als
der diesen


