15. October.

Thiermedicinische Rundschau etec.

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Gelatineculturen der Schütz'schen Brustseuche- coccen. Für jedes Pferd wurden 20 g der üppig entwickelten Qulturen bestimmt: dieselben wurden kurz vor der Impfung im Brüteschrank bei 36 Grad C. verflüssigt und sodann mit der gleichen Menge vorher aufgekochten und bis auf Körper- wärme abgekühlten Wassers verdünnt. Von dieser Mischung wurde jedem Pferde jedesmal 40 g in die Luftröhre eingespritzt. Finzelne Pferde er- hielten 80 bis 120 g. Es wurden im Ganzen 328 Remonten geimpft. Die Impfung wurde vier- mal vorgenommen.

Als Ergebniss und gleichzeitig als Bestätigung der früheren Versuche trat als hauptsächlichstes Moment die Thatsache in den Vordergrund. dass durch das Einspritzen von lebensfähigen Qulturen

der Erreger der Brustseuche in den Luftröhren

der Pferde eine typische Impfkrankheit erzeugt wird, die schon einige Stunden nach erfolgter

Impfung ihren Anfang nimmt, in der Regel von

24stündiger Pauer ist und sich durch Fieber mit oder ohne Schüttelfrost, Appetitmangel, Nieder- geschlagenheit, geringe Athembeschwerden und Husten kennzeichnet. Der Husten pflegt meist einige Tage anzuhalten.

Nach wiederholter Impfung erwarben sich die Pferde Immunität gegen weitere Impfeingriffe.

Die Impfung verlief ohne weitere nachtheilige Folgen für die Impflinge; denn abgeschen von den zuweilen an der Impfstelle eintretenden An-

schwellungen, die sich ohne jedes Zuthun nach

einigen Tagen von selbst verloren, wurden die Pferde im Allgemeinen nicht besonders angegriffen, und ist anzunehmen, dass pei entsprechender Pflege und Fütterung einige Wochen nach der

Impfung jede etwa vorhanden gewesene Abnahme

im Ernährungszustande wieder ausgeglichen ist, und dass Störungen in der Entwicklung der Re- monten vollständig ausgeschlossen sind.

Weitere Beobachtungen müssen zeigen, inwie- weit und event. auf wie lange Zeit die Impfung gegen die natürliche Ansteckung schützt.

Ueber das Vorkommen der Tuberculose bei Rindern im Königreich Sachsen im Jahre 1888. Von Siedamgrotzky.(Sonderabdruck aus demBericht über das Veterinärwesen im Königreich Sachsen.)

Bei den geschlachteten Rindern des Jahres 1888 wurden 3935 Thiere mit Tuberculose pehaftet gefunden, was nach Zugrundelegung eines Rind- vichbestandes von 628 970 Thieren 6,3 pro Mille ergiebt. Dagegen sind es 2,1 Proc. der(184 678) im Jahre 1888 geschlachteten Binder. Am meisten waren die Kühe(2749) und von diesen wieder die älteren, 4 6 Jahre und darüber, von der Krankheit befallen. Auch zeigt sich bestätigt,

was schon Adam pei seinen Zusammenstellungen hervorhebt, dass Kälber und Jungvieh sehr solten von der Krankheit pefallen werden, mithin die Krankheit in den meisten Fällen weder vererbt noch in Bacterien übertragen wird, sondern in erster Linie im Laufe des Lebens erworben wird. Aus den Tabellen über die Verbreitung der Tuper- eulose im Thierkörper geht weiter hervor, dass die Hälfte der Thiere zur Schlachtung kommen, ehe eine grössere Verbreitung derselben statt- gefunden hat; in 25 Proc. der Fälle war bereits eine erhebliche Ausbreitung der Krankheit im Körper eingetreten. Bezüglich Erkennung der Krankheit im Leben zeigen die Angaben, dass von 2815 im Leben theils als sicher tuberculös, theils als tubereuloseverdächtig erklärten Thieren 1521 mal die Diagnose nach dem Schlachten be- stätigt wurde, mithin die Feststellung der Krank- heit im Leben der Thiere doch nicht so schwierig ist, wie theilweise geflissentlich, besonders in landwirthschaftlichen Zeitungen, verbreitet wird.

Roux et Versin: Contribution à l'étude de la diphthérie. Annales de l'institut Pasteur 1889 Die beiden französischen Forscher publiciren

in dieser Arbeit neuerdings eine Reihe von Unter-

suchungsresultaten über das Diphtheriegift(Pro- duet des Klebs-Löffler'schen Diphtheriebacillus), die, wenn sie sich bestätigen, einen weiteren wichtigen Fortschritt in der Kenntniss dieses bisher so dunkeln Infectionsprocesses bedingen.

Hier sei, als vom allgemeinsten Interesse nur

das Folgende hervorgehoben.

Das Diphtheriegift erhält man durch Filtra- tion einer Qultur des Klebs-Löffler'schen Diph- theriepacillus in schwach alkalischer Kalbspouillon. Je älter die Culturen sind, um so giftiger wirkt das Filtrat. Die Wirkung äussert sich bei sub- cutaner Injection in localem Oedem, dann werden die Thiere traurig. zeigen Lähmungserscheinungen; bei der Section findet sich hauptsächlich Gefäss- erweiterung, Oedeme, Haemorrhagien. Namentlich die Lähmungen werden als charakteristisch her- vorgehoben. Bei kleinen Giftmengen oder mit durch Erhitzen abgeschwächtem Gift erhält man protrahirte Erkrankung. Die nämliche protrahirte Erkrankung lässt sich auch durch Injection des filtrirten Harns von Piphtheriekranken oder von Extract aus Organen von Diphtherieleichen er- zeugen.

Das Gift wirkt am stärksten in alkalischer Lösung, durch Säurezusatz wird seine Wirkung wesentlich herabgemindert. Durch Zusatz von Chlorealeium zur Giftlösung gelang es, die giftige Substanz mit dem entstehenden Niederschlag von