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sporen unwirksam erwies, dass er aber anderer- Seits eine ganze Reihe von Organismen, und zwar zum Theil ziemlich widerstandsfähige in kurzer Zeit zu vernichten vermag. Insbesondere ist

Kalk im Stande, bei Bothlauf, Schweineseuche,

Hühnercholera und Rotz eine gründliche Desin- fection auch derjenigen Objecte herbeizuführen, auf welche sich das Desinfectionsmittel nur in Form einer Tünchung auftragen lässt. Zu den

Versuchen wurde frisch gebrannter Marmorkalt

verwerthet, der mit ausreichender Menge Wasser gelöscht war. Hiervon wurden für die einzelnen Versuche pestimmte Quantitäten entnommen und

Rundschau ete.

cholera, Schweineseuche wie auch gegen die Ba- cillen des Milzbrandes.

Kieselfluornatrium erwies sich vollkommen wirkungslos.

Ebenso zeigte sich Kali permanganicum als ein in jeder Bezichung unzuverlässiges Des- infectionsmittel. Auch Eisenvitriol war selbst in den stärksten Concentrationen wirkungslos gegen Tuberkelbacillen, Milzbrandsporen und Fotzbaecillen. Bezüglich der über Sublimat, Carbolsäure, Chlor-

wasser und Aseptol von anderen Forschern bisher

gewonnenen Resultate, erwähnt J. am Ende

Seiner Arbeit noch folgendes: Sublimat tõdtet in

je nach Erforderniss mit 20 Theilen(Kalkmilch).

5 Theilen(dicke Kalkmilch) 1:2 Theilen(Kalk-

brei) Wasser angerührt.

Ohlorkalk erwies sich schon in grosser Ver- dünnung(1: 100) als ein sehr wirksames Desin- fectionsmittel bei Hühnercholera, Schweinerothlauf. Schweineseuche, Schweinepest. Mischungen von 1:2 3 Wasser vernichteten Milzprandsporen und in einzelnen Fällen Tuberkelbacillen; seitener da- gegen Rotz. Wichtig ist für die Wirksamkeit des Chlorkalks(die wirksamen Bestandtheile sind unterchlorige Säure, freies Ohlor in statu nascendi, Salzsäure und Calciumoxydhydrat), dass er trocken aufbewahrt wird und vor dem Gebrauch nicht der Luft ausgesetzt gewesen ist.

Theer erwies sich als Steinkohlen- und Holztheer wirksam gegen Hühnercholera, Schweine- rothlauf, Schweineseuche, Schweinepest, Botz- bacillen und Milzbrandbacillen. Den Milzbrand- sporen gegenüber erwiesen sich beide Theerarten unwirksam. Versuche mit der von Laplace angegebenen Mischung, 4procentige rohe Car- bolsäure mit 2 Procent Salzsäure bestätigten, dass Milzbrandsporen und Tuberkelbacillen schon nach 1 Stunde unschädlich gemacht werden. Durch Lprocentige Carbolsäure allein konnte dasselbe Resultat nicht in 12 Tagen erzielt werden.

Dagegen erwiesen sich 5 procentige wässerige

Lösungen der Laplace'schen Schwefel-Carpolsäuré- Mischung(gleiche Theile Schwefelsäure und Car- bolsäure gemischt) unschädlich gegen Milz- brandsporen. Tuberkelbacilien wurden vernichtet.

Creolin(Pearson) war in 10 procentigen Creolinemulsionen gegen Milzbrandsporen völlig wirkungslos. Dagegen wurden Tuberkelpacillen getödtet.

Natron und Kalilauge tödteten die Ba- eillen der Hühnercholera, des Schweinerothlaufs und von Rotz schon in starken Verdünnungen. Ursache war jedoch die Wirkung bei Milzbrand- sporen und Tuberkelbacillen.

Auch Sodalösung, die in der Desinfection meist zur Vorbereitung derselben verwendet wird, besitzt desinficirende Figenschaften gegen Hühner-

1 p. M. Lösung die Sporen des Milzbrandes und Rotzes. Carbolsäure erwies sich in 35 pro- centigen Lösungen nach Koch, Plagge, Gärtner, Kümmell wirksam bei Milzbrandsporen und Tuper- kelbacillen. Ohlorwasser erwies sich der Wirkung von 1 p. M. Sublimat, 5 bezw. 3 pro- centiger Carbollösung ebenbürtig. Aseptol,

das im Jahre 1885 von Serraut und Ancesens

S

empfohlen wurde und zunächst von Hueppe unter- sucht war, tödtete in 10 procentigen Lösungen nach einer halben Stunde die Sporen des Milz- prandes.

Es ergiebt sich auch aus diesen Versuchen, dass alle Organismen durch das eine oder andere Desinfectionsmittel unschädlich gemacht werden können. Wird in jedem Falle das richtige Des- infectionsmittel gewählt, so genügt bei der Des- infection von Ställen, Geschirren, Geräthschaften und Stallutensilien Tünchen, Abpbürsten, Abwaschen oder Uebergiessen, um eine Desinfection zu er- zielen. Tuberkelbacillen zeigen die höchste Wider- standsfähigkeit von allen sporenhaltigen Bacillen. Kalk verdient als Desinfectionsmittel an erster Stelle genannt zu werden, obwohl er Milzbrand- sporen und Tuberkelbacillen nicht sicher zu tõdten vermag, weil er am besten zu verwerthen und sich im Uebrigen den anderen Infeetionserregern gegenüber gut wirksam gezeigt hat. An den Kalk reihen sich Steinkohlen- und Holztheer, sowie verdünnte Chlorkalkmilch. Tuberkelbacillen werden am sichersten durch Carbolsäure bezw. die dem Theer verwandten Präparate vernichtet.

Sache der Praxis ist es, die Desinfectionsstoffe in geeigneter Weise mit den zu desinfieirenden Gegenständen in Berührung zu bringen.

Infectionskrankheiten.

Ueber weitere Schutzimpfversuche gegen Brust- seuche. von Hell.(Zeitschrift für Veterinärkunde, Heft 5, 1889.)

Verfasser hat auf Veranlassung des Kriegs- ministeriums weitere Schutzimpfrersuche gegen

Brustseuche angestellt. Als Impfmaterial dienten