15. September.

Thiermedicinische Rundschau etec.

mung der Verkleisterungstemperatur des Stärkemehls gute Dienste.

Reisfuttermehle

zeigten wie früher, in der Rege! eine Neigung zur Schimmel- bildung.

Die mikroskopische Untersuchung ergab einige Male einen bedeutenden Gehalt an gemahlenen Reishüllen. Solche Mehle zeigen zuweilen eine gelbliche Färbung, der Gehalt an Hülsen lässt sich schon mit dem blossen Auge, oder mit der Lupe erkennen. In einer solchen Beimengung liegt eine starke Verminderung des Werths und der Quali- tät. Denn in den Reishülsen sind die Werthbestandtheile schwer verdaulich, in dem hülsenfreien Mehl leicht ver- daulich. Da die Analyse auf die Verdaulichkeit keine Rücksicht nehmen kann, so wird der landwirthschaftliche Käufer beeinträchtigt, auch wenn die betr. Waare den vollen Gehalt bei der Controle ergiebt, wenn solches mit Hülsen- Pulver vermengtes Mehl nach demselben Verhältniss be- zahlt wird, wie hülsenfreies Reismehl. Zum Ankauf mag zuweilen gerade die hübsche Farbe solchen Mehles ver- leiten. Es sollte überhaupt kein Reisfuttermehl unter diesem Namen in den Handel gebracht werden dürfen, welches mehr als Spuren von Reishülsen enthält. Unsere Station wird diesem Punkt in der Folge eine besondere Aufmerk- samkeit zuwenden, welcher übrigens schon früher einmal besprochen wurde(Landw. Wochenbl. 1880, No 11).

Erkrankungen von Schweinen.

Einige Male wurden wir veranlasst, verschiedene Futtermittel zu untersuchen, um wenn möglich festzustellen, ob die Qualität derselben an der Erkrankung der Schweine Schuld sein könne. Ueber einen derartigen Fall wurde be- reits im landw. Wochenbl. 1886 No. 18, S. 293 beyrichtet. Neuerdings hat man diesem Gegenstand in Folge der durch Herrn W. v. Buchwald-Rögen gegebenen Anregung wiederum ein grösseres Interesse zugewandt. Da es uns nicht gelang, einzelne Fälle mit wissenschaftlicher Sicher- heit aufzuklären, so beschränken wir uns auf die fol- genden kurzen Mittheilungen, welche wenigstens unsere gute Absicht beweisen mögen, einen Beitrag auch zu dieser Frage zu liefern.

J. No. 7211/13. Das Futter der erkrankten Schweine bestand zum Theil aus Reismehl und Raudmehl. Proben der letzteren Beiden, besonders aber das Reismehl, zeigten eine sehr starke Schimmelbildung.

J. No. 7299. 80 Schweine waren erkrankt. Das Futter bestand ausWaddig(vorwiegend Buttermilch) Küchen- abfall, Gerstenschrot.

Ueber die Art der Erkrankung war uns folgendes mit- getheilt worden: Die Schweine zeigten am Abend vorher

Mangel an Fresslust, waren am anderen Tag gierig auf

das Futter, hierauf erfolgte bei allen Schweinen Er- brechen, später Durchfall. bei allen Thieren derselbe. Durch Weglassen derWaddig und Ersatz derselben durch süsse Miſch erholten sich alie Schweine wieder. Die Vermuthung lag hiernach nahe, dass die Krankheit verursacht worden sei durch irgend welche in der Waddig vorkommenden schädlichen Bakterien oder Pilze. In der That ergab die mikroskopische Prüfung eine reichliche Entwickelung verschiedener Spaltpilze in derselben. Um zu ermitteln, ob dieselben einen schäd- lichen Charakter besitzen, wurden in dem pakteriologischen Institut des Stabsarztes Professor Dr. Fischer kleine Mengen der Waddig einer Maus in die Schwanzwurzel, zwei anderen Mäusen in die Bauchhöhle eingeimpft. Die letzteren beiden Mäuse krepirten am folgenden Tage, und ergab dann die mikroskopische Untersuchung eine starke Vermehrung einer bestimmten Bakterienart, übereinstimmend mit den in der Waddig beobachteten in der Bauchhöhle des

Der Verlauf der Krankheit war

auf Thier gelang nicht. Die Versuche konnten leider nicht weiter fortgesetzt werden.

Aus den obigen Resultaten ist nach der Ansicht des Herrn Prof. Fischer zu vermuthen, dass die betreffenden, im Thierkörper zu starker Vermehrung gelangten Bakterien durch Erzeugung giftiger Substanzen den Tod der Thiere veranlasst haben. Paraus folgt, dass die in der Waddig vorkommende Bakterienart wahrscheinlich von schädlicher Natur war.

Anatomie und Physiologie.

Vergleichende anatomische und physiologische Untersuchungen über eine besondere Region der Magenschleimhaut bei den Säugethieren. Von Richard Edelmann-Dresden.(Inaugural-Disser- tation.)

Verfasser kommt in seiner sehr fleissigen Arbeit auf Grund einer grossen Zahl eigener Ver- suche zu nachfolgenden Untersuchungsergebnissen:

Verschaffen wir uns endlich einen Ueberblick über die gewonnenen Untersuchungsergebnisse, Sagt E., so dürfte zunächst hervorzuheben sein, dass die Anlage zu einer Cardiadrüsenregion bei fast allen untersuchten Thiergattungen vorhanden ist. Denn, wenn auch oft nur wenige belag- zellenfreie Drüsen an der Cardia vorkommen, so ist man doch wohl berechtigt, anzunehmen, dass diese Drüsen als die Analoga von den bei anderen Thieren aufgefundenen grösseren Cardiadrüsen- regionen aufzufassen sind. Während sich letztere bei gewissen Thierarten ausbildeten, blieben sie bei anderen auf einer Stufe geringer Entwicklung stehen oder wurden bei noch anderen vollständig rückgebildet.

In kurzen Sätzen zusammengefasst, sind die Ergebnisse seiner Untersuchungen folgende:

1. Im Magen der Säugethiere giebt es eine besondere Schleimhautregion mit belagzellenfreien Drüsen, welche sich durch ihre Lage und durch histologische Eigenthümlichkeiten von der Pylorus- drüsenregion unterscheidet.

2. Diese Region der Magenschleimhaut ver- dient wit dem von Ellenberger eingeführten NamenCardiadrüsenregion bezeichnet zu werden.

3. Die Cardiadrüsenregion liegt entweder dort, wo die Schlundschleimhaut mit der Verdauungs- schleimhaut des Magens zusammenstösst, oder sie kleidet besondere Säcke aus, oder liegt auch zum Theil isolirt in Vormägen ganz von cutaner Schleimhaut umgeben. In den ersteren Fällen steht sie nicht selten an der kleinen Curvatur mit der Pylorusdrüsenregion in Verbindung und geht in diese über.

4. Die Drüsen der Cardiadrüsenregion unter- scheiden sich von den Fundusdrüsen nicht nur durch das Fehlen der Belagzellen, sondern auch

verendeten Thieres. Eine weitere Uebertragung von Thier von diesen und den Pylorusdrüsen durch die An-