274 Thiermedicinische

Rundschau ete. 1889. No. 23.

Alkohol so gut wie unlöslich, löst sich aber im Verhältniss wie 1: 200 in einer 2 4proc. Koch- Salzlösung.

Die Versuche ergaben, dass das Quecksilber-

salicylat trotz seiner Unlöslichkeit in Wasser von

der Subeutis und von granulirenden Wunden aus in die Blutbahn zu gelangen vermag, von letzteren namentlich dann, wenn sie mit einem Oceclusiv-

verband überdeckt werden, und dass bei dieser

Gelegenheit eine Störung des Allgemein- befindens nicht eintritt. Die relative Un- schädlichkeit des Mittels geht übrigens auch daraus hervor, dass Ellenberger und Hofmeister

Kaninchen Dosen von 0,15 des Pulvers ohne

Nachtheil eingegeben haben, dass nach Szadeck) Menschen längere Zeit hindurch Tagesdosen von

vertrugen, und dass Verf. einem alten Anatomie-

diesem Thiere irgendwie zu schaden.

Salze haben neben Willenz²) und Lübbert*) bekanntlich Ellenberger und Hofmeister²)

ungemein eingehende Versuche angestellt und

dabei gefunden, dass die fraglichen Mittel recht gute antibacterielle Eigenschaften entfalten, ohne hervorragend schädlich zu sein, sowie dass sie nach ihrer Application per os sehr bald völlig unverändert im Harn wieder erscheinen, in welchem

sie sich durch Salpetersäure, namentlich aber

durch Eisenchloridlösung nachweisen lassen. Mit ersterer färbt sich der Harn violett bis blau, mit letzterer nimmt er eine schwarzblaue Färbung an, die bei stärkeren Verdünnungen grünlich wird. Verf. hat nur a-Oxynaphtoösäure benutzt.

Die Versuche ergaben, dass die Möglichkeit ihrer Aufnahme in die Blutbahn vorbanden ist, allerdings unter dem Beifügen, dass die kleinen Mengen, welche auf diese Weise in den Or- ganismus gelangen können, nicht im Stande sind, denselben irgendwie zu schädigen.

säure vereinigt in sich mehrere bereits seit langem als Antiseptiea bekannte Stoffe, nämlich Jod(52,8 Proc.), Carbolsäure(20 Proc.) und Schwefel in Form der Sulfosäure(7 Proc.), und bildet mit basischen Körpern sowohl neutrale, als saure, scharf charakterisirte Salze, von denen von der Firma Trommsdorff in Erfurt namentlich empfohlen werden: Sozojodolkalium Cöslich in 50 Theilen kaltem Wasser), So?zojodolnatrium (eicht löslich in Wasser), Sozojodolzink(öslich

¹) Monatshefte f. pract. Dermatologie. 1888. Nr. 10. 2) Russisches Archiv der Veterinärkunde. 1887. ³) Fortschritte der Mediein. VI. 1888.

4) Deutsche Zeitschrilt f. Thiermedicin. 1888. Bd. XIII.

in etwa 24 Theilen Wasser), Sozojodolqueck- silber(in Wasser unlöslich) und Sozojodol- lithium(in Wasser ausserordentlich leicht löslich). Als Ersatzmittel für Jodoform kommen namentlich die erstgenannten Verbindungen in Betracht, während das Sozojodolzink sich mehr für Erkran- kungen der Schleimhäute, das Sozojodolquecksilber sich für solche der Haut eignen dürfte und das Sozojodollithium berufen zu sein scheint, bei Ge- lenkreumatismus und ähnlichen Erkrankungen mit der Salieylsäure in Goncurrenz zu treten. Betreffs des Verhaltens der Sozojodolpräparate in bacterio- logischer Beziehung hat namentlich Langgaard¹) Versuche angestellt und durch dieselben nach- gewiesen, dass sowohl die freie Sozojodolsäure,

als auch das Sozojodolnatrium in 2 proe. Lösungen 0,1 per os und 0.05 subcutan ohne Nachtheil

die Entwicklung von Fitercoccen völlig zu ver-

hindern vermögen und überdies gänzlich unschäd- pferd innerhalb 4 Tagen etwa 30.0 Quecksilber- salicylat in Pillenform eingeben konnte, ohne toxischen Wirkungen äussert, eine Thatsache, die Ueber die Oxynaphtoösäuren und ihre

lich zu sein scheinen, da Natrium sozojodolicum selbst in Dosen von 1,0 bei Kaninchen keine

wohl darauf zurückzuführen ist, dass das Sozo-

jodol im Organismus kein Jod abspaltet, sondern

scheinbar unverändert im Harn wieder erscheint.

Verf. hat mit Sozojodolnatrium und Sozojodol- kalium Versuche angestellt, welche folgende Schlüsse ergaben:

a) Sozojodolnatrium und Sozojodolkalium sind völlig geeignet, frische Wunden aseptisch zu erhalten, und verdienen schon ihrer absoluten Unschädlichkeit halber der Carbolsäure und dem Sublimat vorgezogen zu werden.

p) auf granulirenden Wunden entfaltet So- z0jodolkalium, ohne die Granulationen übel zu beeinflussen, gute desinficirende Figenschaften, sobald man es in Pulverform anwendet und keine längere Wirkungsdauer als etwa 24 Stunden verlangt. In Salbenform wirkt das Mittel zu schwach und eignet sich auch in Pulverform zu eigentlichen Dauerverbänden für stark secer- nirende Wunden deshalb nicht recht, weil es

Sozojodol oder Dijodparaphenolsulfo- infolge seiner immerhin nicht allzuschweren Lös-

lickeit im Wasser(1: 50) und seiner leichten Resorbirbarkeit ziemlich schnell von der Wund- fläche verschwindet.

Zum Schlusse macht Verf. noch die Bemerkung, dass er auch mit Naphthalin ähnliche Versuche angestellt hat. Dieselben ergaben in der Haupt- sache Folgendes:

1. Naphthalin scheint von granulirenden Wun- den nicht resorbirt zu werden, da es selbst dann im Harn nicht aufzufinden war, wenn man es lange Zeit hindurch und in völlig reiner Form zu Dauerverbänden benutzt hatte.

¹) Therapeutische Monatshefte. 1888, September.