1. September.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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thränte ebenso wie vor der Operation. Derselbe sich bis zum 24. Mai nichts in dem Zustande änderte, so schritt ich an diesem Tage zu einer zweiten Operation. Dieselbe pestand: erstens in einer etwa 1 em langen Spaltung des Canthus externus, zweitens in einer Excision einer ovalären Hautfalte aus dem unteren Lide. Die Längsachse des Ovals etwa 2 em lang lag parallel dem Lid- rande. Die Breite des excidirten Hautlappens war ca. 1 cm. Die Wunde wurde mit 3 Seiden- ligaturen geschlossen. Dank einer vorzüglichen Nachbehandlung der Besitzer liess sogar Nachts durch einen Wärter dem Hunde Umschläge mit nasser Carbolwatte machen heilte die Wunde per primam, und die nicht vereiterten Suturen konnten am 28. Mai entfernt werden.

Das Resultat war ein ganz vorzügliches und hat sich bis zum heutigen Tage unverändert er- halten. Der Hund wurde mir am 20. April 1889 wieder vorgestellt. Derselbe befindet sich augen- blicklich in Dressur und soll laut Aussage seines Herrn im Spü!üren und Jagen ganz vorzüglich zu verwenden sein. Von den operativen Eingriffen

ist nur eine leichte Einkerbung in der Mitte des gelegenen Lymphdrüsen;

unteren Lides zurückgeblieben. Das Entropium

wenigstens in der Norm keine giftigen Bestand- Befund war auch am 15. Mai zu constatiren. Da

ist als endgültig beseitigt zu betrachten und mit

diesem die Folgeerscheinungen: das Thränen, die Lichtscheu und der Blepharospasmus.

Anatomie und Physiologie. Enthält die Expirationsluft gesunder Menschen

ein flüchtiges 6ift? (Centralbl. für Phys. No. 24. 1889.)

Die Frage, ob die Expirationsluft gesunder Menschen ein flüchtiges Gift enthält, ist schon

von Brown-Séquard und D'Arsonval positiv

beantwortet worden. Verf. hat nun von Neuem diesbezügliche Versuche angestellt, um zu con- statiren, ob die Angaben obiger Autoren auf Richtigkeit beruhen.

Von Hoffmann-Wellendorf.

theile enthält.

Drei weitere Versuche wurden pei Flüssig- keiten, mit 12 bis 15 Grad C. theils Condensations- wasser, theils destilirtem Wasser angestellt.

Es traten dabei allerdings auffallende Erschei- nungen auf, welche aber keine dauernde Schädi- gung oder gar den Tod des Thieres herbeiführten.

Pathologische Anatomie und Pathogenese.

Ueber die Durchgängigkeit der Lungen für Bak- terien. von Wyssokowitsch.(Vortrag. Versamml. russ. Aerzte. Nach dem Tagebl. d. Versammlung, 1889.) W. kommt auf Grund zahlreicher Unter-

suchungen zu folgenden Hauptresultaten:

1. Die Mikroorganismen(wenn sie keine pa- thogenen sind) werden meist durch die exspira- torischen Lungenbewegungen und durch das Flimmerepithel der Bronchien nach aussen pe- fördert:

2. Bakterien, die in die Lungenalveolen ge- langen, gehen theils schnell in das Lungengewebe über, wo sie zurückgehalten werden, oder

3. sie gelangen zum Theil in die nächst-

4. sowohl in den Lungen, als in den Bron- chialdrüsen gehen sporenlose Bakterien ziemlich schnell zu Grunde;

5. weder diese Bakterien, noch deren Sporen gehen aus den Lungen ins Blut oder in die parenchymatösen Organe über;

6. Bakterien mit toxischen Eigenschaften können in den Lungen entzündliche Veränderungen her- vorrufen, welche den Uebergang der Bacterien

aus den Lungen in die Bronchialdrüsen hindern;

Er filtrirte nämlich die Expirationsluft durch eine

einfache Vorrichtung in einen gut sterilisirten Apparat und fing in demselben die condensirbaren Bestandtheile auf. Dieses Condensationswasser, welches neutrale Reaction zeigte und auf seine Keimfähigkeit geprüft wurde, war von fünf Männern mittleren Lebensalters gewonnen wor- den. Passelbe wurde in verschiedenen Quantitäten bei Körpertemperatur auf verschiedene Weise in den Thierkörper eingebracht.

Zehn auf diese Weise angestellte Versuche lieferten stets ein negatives Resultat. Verfasser zieht daher aus diesen Untersuchungen den Schluss, dass die EFxpirationsluft gesunder Menschen

allein diejenigen Pneumonieen, die unter dem Ein- fluss septicämischer Bakterien entstehen, können nur den lethalen Ausgang beschleunigen, die Allgemeininfection hintanzuhalten, sind sie jedoch nicht imstande;

7. man kann mit Bestimmtheit behaupten, dass pathogene Bakterienformen, welche beim Menschen primäre, hauptsächlich locale Erkrankungen her- vorrufen, wie die Choleraspirille und der Typhus-

bacillus, von den Lungen aus, auf dem Wege der Athmung, den Organismus nicht anstecken

können.

Ueber Actinomycosis. von Prof. Afanassieff und Schultz.(Vers. russ. Aerzte. Tageblatt 1889).

Die in der neuesten Zeit veröffentlichten Fälle von Actinomycose beim Menschen haben bereits die bedeutende Zahl von 175 erreicht; in Russ- land allein sind 15 Fälle bekannt geworden. Ob zwar alle diese Fälle den gemeinsamen Namen Actinomycosis tragen, ist doch, wenn wir die-

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