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15. August.
Dr. Esser-Göttingen weist gegenüber den Ausführungen des Vorredners mit Nachdruck darauf hin, dass es ihm ganz unerfindlich sei, wie man die Forderung des Abiturientenexamens mit dem vorliegenden Gegenstand verquicken könne. Auch er trete gewiss für diese Bestrebung ein; aber mit der vorliegenden Frage hätte sie doch nichts zu thun. Niemand sagen wollen, dass Jemand der das Abiturientenexamen bestanden und, wie pereits zahlreiche jetzige Thierärzte, mit dieser Vor- bildung das Studium der Thierheilkunde ergriffen hätte, jene Curse nicht nöthig hätte. Auch die Behauptung, dass durch Errichtung solcher Curse das Ansehen der thierärztlichen Unterrichts- institute gefährdet werden könne, sei nicht stich- haltig. Es sei doch allgemein bekannt, dass z. B. bei den Militärärzten solche Curse für solche aktive und Reserveärzte eingerichtet seien, die Oberstabsarzt werden wollen, ebenso hätten wir doch dasselbe bereits bei den Rossärzten der Armee, wo in den Oberrossarzt-Cursen in der Hauptsache das für das Militär bereits verwirk- licht sei, was wir für die beamteten Thierärzte erstreben.
In einem Schlussworte führt Dr. Lydtin gegenüber den Aeusserungen des Dr. Schmaltz zunächst aus, dass dieser Redner sich in einem cireulus vitiosus bewegt habe. Man könne doch unmöglich deshalb nicht von der Erstrebung eines guten Zieles absehen, weil man zunächst ein anderes ebenfalls gutes vorläufig nicht erreichen könne; ganz abgesehen davon, dass, wie dies schon Dr. Esser ausgeführt, beide Bestrebungen nichts miteinander zu thun hätten. Seine(Red- ners) vornehmste Bestrebung sei gewesen, über- haupt einmal die Grenzpfähle für das Gebiet ab- zustecken. das den beamteten Thierärzten zukomme und das er in Baden zum grossen Theile auch bereits für dieselben erobert habe. Der Beschluss des Veterinärrathes in dieser Sache sei für ihn von weniger grosser Bedeutung. Sein gedruckter Bericht ginge oder sei schon herausgegangen an alle zustän- digen Regierungen, um diesen eingehend, gewisser- massen als Denkschrift darzulegen, was den be- amteten Thierärzten im Interesse des Volks- wohles zukomme und was früher oder später auch für dieselben erreicht werden müsse.
Nach diesen von grossem Beifall der Ver- sammlung begleiteten Worten wurde zur Ab- stimmung über die gestellten Anträge geschritten.
Bei derselben wird der Antrag Dr. Rabe- Hannover„eine erhöhte Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit der beamteten Thierärzte besonders durch Hebung und Erweiterung der thierärzt- lichen Unterrichtsanstalten herbeizuführen“ mit
erhob
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Im Ernste werde doch
allen gegen eine Stimme abgelehnt, dagegen der Antrag des ersten Berichterstatters Dr. Lydtin
„die Vorbildung der beamteten Thierärzte durch
besondere Lehrcurse gewähre so grosse Vor-
theile. dass es angezeigt sei, die Aüfmerksam- keit der Regierungen darauf hinzulenken“ mit allen gegen eine Stimme angenommen.
Ein nachträglich eingegangener Antrag von Gips-Cöslin:
„Der ständige Ausschuss des deutschen Veterinärrathes wird ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass die für die gerichtliche Thierheil- kunde wichtigen Obergutachten den thierärzt- lichen Vereinen periodisch zugefertigt werden“
konnte jedoch aus sachlichen und formellen Bedenken nicht zur Beschlussfassung gebracht werden, da einmal der Antrag nicht genügend unterstützt und andererseits der Ausschuss des Veterinärrathes nicht für zuständig erachtet wer- den konnte, zur Verwirklichung desselben An- träge bei den Regierungen zu stellen. Dagegen wies der Vorsitzende Dr. Lydtin darauf hin, dass der Antrag jedenfalls Anlass biete, dass die Thierärzte die zu ihrer Kenntniss kommenden wichtigen Gutachten durch die Fachschriften weiteren Kreisen bekannt geben.
Der Antrag wird hierauf zurückgezogen und die Verhandlungen des Deutschen Veterinärrathes geschlossen.
In einem Abschiedsworte wies nun der Herr Vorsitzende auf die sehr günstigen Ergebnisse und die schnelle Erledigung der Verhandlungen hin. Beides sei zu danken den sehr sorgfältigen Berichten der Herren Berichterstatter, dem Maass- halten aller Theilnehmer bei den Besprechungen und dem warmen Interesse, das alle Abgeord- neten zum Veterinärrathe und die an den Ver- handlungen sich betheiligenden Gäste dem Ziele desselben entgegen gebracht hätten.
Ehe sich jedoch die Versammlung auflöste, sich der Nestor derselben, Veterinär- Assesor Dr. Ulrich-Breslau, um unter lautem
Beifall aller Anwesenden dem ersten Vorsitzen-
den Dr. Lydtin für die vortreffliche Leitung der Verhandlungen und für alle fürsorglichen Vor- kehrungen zu denselben zu danken. Diesem Danke wurde durch ein dreimaliges Hoch auf den verehrten Präsidenten noch besonderer Aus- druck verliehen.
Arzneimittellehre. Zur Frage der Creolinvergiftungen. In Nr. 19 dieser Zeitschrift haben wir über einen Fall von OCreolinvergiftung berichtet, der in dem 3. Hefte der Zeitschrift für Veterinärkunde mitgetheilt war. Im 4. Hefte derselben Zeit-


