15. November.
in Folge der Mastdarmreizung normale, jedoch stark schleimige Entleerungen voraus, Hunde erbrechen häufig. Dies ist bei Katzen nicht beobachtet.
Dosirung.
Pferd bis 5
Rind bis
Kaninchen 0,006 g pr. kg, Schwein bis 0,02 g,
Hundl 0,0005 bis 0,001 g pr. kg, doch Katze nicht über 0,01 pr. dosi.
Therapeutische Verwendung.
Als laxirendes Mittel wie Physostigmin. Als rückenmarkserregendes Mittel. Hat nicht die cumulirende Wirkung des Strychnins.
Contraindication.
Krankheiten, welche mit Erregungszuständen des Hirns und Rückenmarks verbunden sind.
Vorzüge des Eseridins vor dem Physostigmin.
Haltbarkeit der Lösung. Dieselbe kann be-
liebig transportirt und aufpewahrt werden. Die 6mal geringere Giftwirkung. Beschränkung der nervösen Symptome, ohne die Parmwirkung einzubüssen. Daher auch Mög-
lichkeit einer gefahrlosen Verwendung pei kleinen Hausthieren.
Die Schleimproduktion im Verdauungstractus scheint ganz erheblich vermehrt zu werden. Für Physostigmin liegt eine solche Erfahrung nicht vor.
Nach Beendigung der interessanten Ausfüh- rungen des Herrn Eber, begann Herr Corpsross- arzt Rust aus Strassburg seinen Vortrag
Ueber eine in diesem Jahre pbeobachtete seuchenartig auftretende Pferdekrankheit.
(Per Herr Vortragende hat in liebenswürdiger Weise den Vortrag dieser Zeitschrift behufs Ver- öffentlichung zur Verfügung gestellt. Der Vor- trag ist an leitender Stelle in dieser Nummer zum Abdruck gebracht.)
Nach Beendigung des Vortrages des Herrn Corpsrossarztes Rust, dem die Versammlung mit gespannter Aufmerksamkeit folgte, wurde die Sitzung geschlossen.
Die nächste Sitzung fand Freitag den 22. Sep- tember vormittags statt und wurde von Herrn Veterinär- Assessor Dr. Steinbach-Münster er- öffnet. Da Herr Professor Esser-Göttingen ver- hindert war, seinen Vortrag zu halten, erhielt zunächst Herr Thierarzt Bongartz-Bonn das Wort zu seinem Vortrage„über die sog. Kälber- ruhr“.(Eigenbericht des Vortragenden.)
Der Vortragende giebt zunächst eine Definition
der Ruhr des Menschen und geht näher auf die pathologisch-anatomischen Veränderungen pei der-
Thiermedicinische Rundschau ete. 41
selben ein, heryorhebend, dass diese eine eigen- artige entzündliche Erkrankung des Dickdarmes darstelle, die sich nur selten auf den Dünndarm
erstrecke. Dann weist er darauf hin, wie die
Ruhr des Menschen charakterisirt ist durch eine tiefgehende Gewebserkrankung, welche zwar graduell verschieden sei, doch sich vorwaltend in zwei Formen, als croupöse oder diphtherische Erkrankung der Dickdarmschleimhaut bekunde. Hieran anschliessend giebt er einen ausführlichen Obduetionsbefund der Kälberruhr, von dem pe- sonders die Thatsache von Interesse sein dürfte, dass hier der Krankheitsprocess nicht auf den Dickdarm beschränkt ist, sondern dass sich im Gegensat? zu der Ruhr des Menschen die Haupt- veränderungen im Magen finden. Die Labmagen- schleimhaut ist stets diffus geröthet und mit Eechymosen durchsetzt. Die Entzündung und Schwellung ist am stärksten auf der Höhe der Falten und in der Pylorusregion, auch die Sub⸗ mucosa und Muscularis nehmen oft Theil an der Schwellung. Die Dünn- und Dickdarmschleim- haut sind nur fleckweise geröthet, geschwellt und mit Pechymosen verschen. Die Follikel wie auch die Peyerschen Haufen finden sich ge- schwellt und von entzündeter Nachbarschaft um- geben, auch die Mesenterialdrüsen sind in der Regel saftreich.
Der Redner ist der Ansicht, dass die Kälber- ruhr durch eine gewisse schädliche Beschaffen- heit der Muttermilch entstehe und sucht die nächste Ursache in der Fütterung der Mutter- thiere. Er hält die schädlich wirkende Potenz nicht für organisirt, weil das Abkochen der Milch sich stets nutzlos erwiesen habe, glaubt vielmehr an einen chemischen Reiz. Wenn auch selbst in den neuesten Lehrbüchern die Milch nicht als veranlassende Ursache angeschen wird, so spricht die diffuse Entzündung des Labmagens, die nie fehlt, doch wohl für eine rasche Verbreitung des Krankheitserregers, der sich mit dem Fortrücken des Mageninhaltes auch auf den Darm fortpflanzt und dann den mit Tenesmus verbundenen Durch- fall erzeugt. Der Nachweis, dass die Milch die Krankheitsursache enthält, ist übrigens leicht zu führen, giebt man einige Zeit Milch aus einem Seuchefreien Gehöft, oder setzt die Milchkühe auf Trockenfütterung, dann lässt die Krankheit nach und schwindet allmählich ganz.— In seltenen Fällen scheint auch ein Ansteckungsstoff an der Weiterverbreitung betheiligt zu sein. Die Wir- kung eines solchen giebt sich durch Folgendes zu erkennen:
1. Das Allgemeinleiden tritt im Verhältniss
zur DPiarrhoe mehr in den Vordergrund,
2. erkranken neben den Saugkälbern auch
solche von 2—10 Monaten,


