40 Thiermedicinische Rundschau ete. 1888. No. 4.
der erwähnten Richtung stets ein negatives. rungen 1,5 pro Mille. Da die Kranken fast immer Die von Zorn bereits ausgesprochene Ansicht, bei gutem Appetit bleiben, so wird die Ernäh- dass die Ursache unzweifelhaft ein Contagium rung nicht wesentlich gestört und dementsprechend sei, welches sich leicht überträgt, ziemlich sicher erholen sich die Thiere sehr rasch. haftet und flüchtig ist, kann ich nach meinen Recht oft besteht der Husten jedoch noch Beobachtungen nur bestätigen. längere Zeit fort. Empfänglich sind auch solche Pferde, welche Nachkrankheiten kamen nicht zur Beobach- bereits früher die Brust- und Rothlaufseuche über- tung, dagegen sind zweimalige Erkrankungen nach standen haben. etwa 10— 21 Tagen, den mir zugegangenen Mit-
Der Verlauf ist in der Regel ein leichter; die theilungen nach, vorgekommen.
suche vervollständigt; das Resultat war jedoch in Sterblichkeit beträgt nach den bisherigen Erfah-
61. Versammlung deutscher Maturforscher und Aerzte zu Köln. Section für Veterinärmedicin.
Von Dr. Georg Schneidemühl in Halle a. S. (Fortsetzung.)
unter gelindem Erwärmen angefertigt, 0,1 Gramm Eseridin erfordert etwa 1 PTropfen der offieinellen Acid. sulfuric. dilut. Zur Verwendung kamen für grosse Hausthiere 1 proz., für kleine Haus- thiere O,4proz. Lösungen. Reaction an der In-
jectionsstelle sehr gering. Die Wirkung und Dosirung des Eseridins ist . Zusatz Lo Ammoniak. nach der Thierspecies verschieden. Im All- 1. Nichts.(Pseridin, Physostigmin.) gemeinen erzeugt das Eseridin in Medicinalgaben 2. Sofort violett, dann kirschroth.(nactives sicher Durchfall mit nur geringer oder ganz Physostigmin.) fehlender übler Nebenwirkung auf die Central-
II. Zusatz eines Körnchens Jodsäure. organe.
Violettfärbung. In stärkeren Verdünnungen wie Toxische Gaben Eseridin sind 6 mal grösser 1 Proz. kann dieselbe ausbleiben. Darauf Zusatz wie beim Physostigmin. Die Medicinaldosis liegt von Stärkepulver. beim Kaninchen dreimal höher wie beim Fleisch-
1. Keine Bläuung.(Falls I nichts gegeben, fresser. 1 kg Kaninchen erfordert 0,006 Gramm ist das Physostigmin weder mit Eserin noch mit Eseridin, um Durchfall zu erreichen. 1 kg Katze inactivem Physostigmin verunreinigt.) oder Hund 0,001 g. Junge Hunde 0,0005 g.
2. Bläuung.(Die Verunreinigung ist Eseridin). Die 3 fache Medicinaldosis tödtet sicher.
Da nun das Eseridin mit physostigminähnlichen Todesgaben erzeugen bei allen Thieren, ähnlich Figenschaften versehen ist, so dürften Eseridin- wie Physostigmin, anfangs Prregung, später haltige Physostigminpräparate zwar eine Wirkung Lähmung der Centralorgane. Der Exitus erfolgt auf den Darmkanal unserer Hausthiere versprechen. später wie beim Physostigmin und beim Kaninchen Es widerstrebt aber dem Gefühl, mit unreinen, ohne Krämpfe. Das Erregungsstadium dauert falsch signirten Stoffen zu arbeiten. Zu ver- bei der Eseridinvergiftung länger wie bei der weisen sind jedoch ohne weiteres alle Physostigminvergiftung. Die Hirnwirkung ist solcehe Physostigmine, welche sich auf bei den Fleischfressern ausgeprägter und äussert Ammoniakzusätze sofort stark röthen. sich bei Katzen durch Hallucinationen, grosses
Das Böhringer'sche Physostigmin hat sich Angstgefühl, Beisssucht, epileptiforme Anfälle. als rein erwiesen. Hunde bekunden starken Juckreiz, namentlich in der Beugefläche der Gelenke, in den Weichen, in der Umgebung des Anus. Reizung des Mast-
Schema zur Prüfung des käuflichen Physostigmins.
Man bringt einen Tropfen der Alcaloidlösung mit einem Tropfen des Reagens in Verbindung und beobachtet das Farbenspiel auf einer weissen Porcellanplatte.
Physiologischer Theil.
Da sich das Eseridin nur äusserst schwer in darms(rutschende Bewegungen). Rinder belecken Wasser löst und die Darstellung in Wasser leicht namentlich den Rücken. Pferde scharren mit den löslicher Salze zur Zeit noch nicht gelungen, so Vorderhufen im Sande. Nach 30 Minuten bis sind die erforderlichen, zum subcutanen Gebrauch 1 Stunde erfolgen bei Pferd, Rind, Kaninchen, verwendeten Lösungen durch Zusatz einiger Schwein, Hund, Katze breiige bis dünnflüssige Tropfen verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure Entleerungen. Diesen gingen schon etwas früher


