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38 Thiermedicinische Rundschau ete.
Schüttelfrost ist indess eine nicht sehr häufige Erscheinung und kam z. B. in 345 Krankheits- fällen nur 18 Mal zur Beobachtung.
Ein anderes Symptom ist das Fieber, welches einen verschieden hoben Grad erreichen und von verschieden langer Dauer sein kann. In 416 Krank- heitsfällen stieg die Temperatur bei 253 Kranken
nicht über 39.0 Grad C., während sie in 163 Fällen
mehr wie 39,0 Grad C. betrug.
Genauer noch sind folgende in 43 Krankheits- fällen gemachten Aufzeichnungen. Danach betrug die höchste Temperatur
bei 17 Pferden bis 39,0 Grad O.. 18 3 n 6»„ 41,0 y„ 5„ 41,5 resp. 41,8 GradC.
Ueber die Fieberdauer Aufzeichnungen vor:
60 Pferde hatten 1 Fiebertag.
liegen mir folgende
41.„ 2 Fiebertage, 34 5 3 § 65 3 16 9 55 0
8 1 2 3 2
4 55 5 14 7
5 15
3„ 55 16
5 5 17
5„ mehr wie 17 Fiebertage.
(Ich erlaube mir zu bemerken, dass die an- geführten Zahlen von den Herren Oper-Rossärzten Poetschke, Cleve und Torzewsky in sehr ge-
wissenhafter Weise aufgenommen sind und dem- die Kranken jedoch ihre gewöhnliche Munterkeit.
nächst noch vervollständigt werden können.)
Ganz auffallend sind die rapiden Schwankungen in der Höhe der inneren Körperwärme.
Oft steigt die Temperatur in Stunden auf 40.0 und selbst 41,0 Grad C. an, um in ebenso kurzer Zeit fast oder ganz auf die normale Höhe abzu- fallen.
der Fälle beobachtet wird und sich während der Krankheit häufig wiederholt. In diagnostischer
Hinsicht dürfte diese Beobachtung eine nicht zu unterschätzende sein, weil derartige rasche Schwan- kungen, soviel mir bekannt, bisher bei keiner Seuche beobachtet sind.
Mehrfach kann die Krankheit nur durch das Thermometer konstatirt werden, da alle übrigen
gehen sie
Dieses plötzliche Steigen und Fallen ist um so peachtenswerther, da es in der Mehrzahl
1888.
No. 4.
Erscheinungen fehlen. Es kommen auch Krank- heitsfälle vor, bei welchen Fieber nicht beobach- tet wird, ob aber überhaupt kein Fieber bestand oder nur nicht konstatirt ist, scheint mir bei der oft nur kurzen Dauer desselben und bei den grossen Schwankungen in der Höhe der innern Körperwärme während des Krankheitsverlaufes, noch fraglich.
Der Puls ist in den leichteren Fällen kaum nennenswerth verändert und bewegt sich zwischen der normalen Zahl und 40— 50 Schlägen in der Minute. In schweren Fällen steigt derselbe je- doch bis zu 70— 80 in der Minute an. Die Puls-
welle ist fast immer niedrig, kommt langsam an
und schwindet ebenso unter dem Finger. Nicht selten ist Aussetzen des Pulses neben unreinen Herztönen zu verzeichnen.
Selten tritt eine Störung des Appetites auf und wenn sich derartige Störungen einstellen, so fast immer in kurzer Zeit— 24 bis 48 Stunden— vorüber.
Die Augenschleimhäute erscheinen meist stärker
wie normal geröthet, feuchtglänzend, wie mit
Wasser übergossen, oder sind gelblich bis inten- siv gelb gefärbt. Eine wirkliche Anaemie, von der anderweitig berichtet wird, habe ich während des Krankheitsverlaufes selten beobachtet, wohl
aber etwa in 8 Proz. der Fälle während der Re- convalescenzperiode. Ebensowenig kann ich üper
wirkliche Schwellungen der Augenschleimhäute berichten, erlaube mir aber hinzuzufügen, dass ich diese nur dann annehme, wenn die Liedränder vom Augapfel wahrnehmbar abgedrängt sind. Erscheinungen, welche auf ein Ergriffensein des Nervensystems hindeuten, sind ausserordent- lich selten. Eingenommenheit des Kopfes, schwan- kender Gang und dergleichen ist eine ausnahms- weise Erscheinung. Mehrfach und namentlich bei schweren Prkrankungen kommt eine gewisse Trägheit und Müdigkeit zum Ausdruck; in der überwiegend grössten Zahl der Fälle bewahren
Ein scharfer, schmerzhafter, häufig aber matter dumpfer Husten, ist vielfach das erste Anzeichen der Krankheit; in anderen Fällen geht Fieber vorher und in nur wenigsn Fällen fehlt der- selbe ganz. 5
Der Husten scheint mir ebenso häufig Aus- druck einer Bronchitis wie einer Kehlkopferkran- kung zu sein, da nicht selten alie anderen Er- scheinungen einer Kehlkopfentzündung fehlen.
Nasenausfluss ist in der Regel nur sehr spärlich vorhanden und fehlt oft ganz; kann jedoch auch massenhaft, von zlemlicher Consistenz und rost- farben auftreten. In nur sehr seltenen Fällen beob- achtet man eine geringe Schwellung der Kehl- gangdrüsen.
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