Bd. III. No. 4.

Phiermedicinische

Herausgeber Expedition Dr. 6. Schneidemühl besonderer Berucksichtigung Wilh. Inaph's Verlag Halle a. S. Halle a. S.

der

vergleichenden Pathologie und des gesammten Veterinär-Medicinalwesens.

6leicheitig organ zur Vertretung der Ieressen ies mierärzuichen gtanes. Neue Folge der im Jahre 1885 begründetenRundschau auf dem Gebiete der Thiermediein«.

Stärke von 1 ½ Bogen. Der Abonnementspreis be-

trägt 2,50 Mk. pro Vierteljahr und ist dieselbe durch Wilhelm Knapp in Haile a. S. und durch jede

Buchhandlung zu beziehen.

Den 15. November 1888.

Die Rundschau erscheint alle 14 Tage in der

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holungen hoher Rabatt. Beilagen nach Dporantuul 2 2 N

Imhalt. Rust: Ueber eine neue in diesem Jahre unter den Pferden Deutschlands peobachtete Seuche. Schneidemühl: 61. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Köln. Section für Veterinärmedicin.(Fort-

Setzung.) Metschnikoff: Die Phagocyten-Theorie.(Schluss.) Mittheilungen aus Vereinen und Versammlungen: Bericht über eine Versammlung von Thierärzten im Regierungsbezirk Münster. Standesangelnheiten. Kleine Mit- theilungen. Tagesgeschichte. Bücherschau. Personaſten. Offene amtliche Stellen. oOffene nichtamtliche Stellen. Briefwechel. Aneigen.

Nachdruck ohne Genehmigung des Herausgebers verboten. Reichsgesetz v. 11. Juni 1870.)

Ueber eine neue in diesem lahre unter den Pferden Deutschlands beobachtete Seuche.

Vortrag

g, gehalten auf der 61. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Köln von

Corps-Rossarzt O. Rust in Strassburg i. E.

Seit etwa Mitte Mai d. J. herrschte unter den Pferdebeständen Deutschlands eine Krankheit. welche durch ihre rasche Verpreitung über ganze Provinzen und durch die ungewöhnlich grosse Anzahl der Krankheitsfälle berechtigtes Aufsehen erregte.

Nach einer Privat-Mittheilung soll dieselbe Krankheit auch unter den Pferden des östlichen Frankreichs bis über Paris hinaus in ziemlich bedeutender Weise aufgetreten Sein; doch ist mir hierüber aus eigener Anschauung Nichts pekannt

Die ersten Beobachtungen führten zwar so- fort zu der Ueberzeugung, dass die Krankheit alle Merkmale einer Seuche an sich trüge, allein das Krankheitsbild passte in keinen Rahmen der bisher bekannten Seuchen und da man die eigen- artige Natur derselben in den ersten Krankheits- fällen nicht sofort erkannte, so reihte man sie. je nachdem den Beobachtern leichte oder schwere Fälle zu Gesicht kamen, der Brust- und Roth- laufseuche oder der Scalma an.

Mit der Häufung der Fälle erkannte man je- doch, dass die herrschende Krankheit scwohl ihrem Wesen, wie auch ihrem Verlaufe nach,

von den anderen bisher bekannten Seuchen eine verschiedene war und als selbständige Seuche an- geschen werden musste. Es ist anzunehmen. dass die Krankheit früher schon in Peutschland ge- herrscht hat, und wie die Brustseuche etc. der Influenza zugerechnet wurde.

Sie befällt Pferde jeden Alters und jeden Schlages und verschont ebensowenig die Pferde der Landbewohner wie die grossen Pferdebestände der Städte.

Der Herr College Zorn hat die Krankheit be- reits alsseuchenartig auftretenden acuten Kehl- kopfs-Luftröhrencatarrh beim Pferde peschrieben, so dass meine Mittheilungen vielleicht etwas ver- spätet erscheinen; immerhin möchte ich mir er- lauben meine Beobachtungen mitzutheilen, da ich annehme, das bisher Bekannte mannigfach ver- vollständigen zu können.

Wie Zorn richtig anführt, beginnt die Krankheit zuweilen mit Schüttelfrost.

Diese Mittheilung kann ich dahin erweitern, dass die Anfälle sich einzeln im weiteren Ver- laufe der Krankheit wiederholen und oft 6 bis 10 Stunden anhalten.

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