15. September.

Thiermedicinische

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Rundschau ete.

rungen wurden Theile auf 26 Impfthiere geimpft. Bei der Tödtung erwiesen sich 20 Impfthiere als tuberculös inficirt, nur ein Thier erwies sich als gesund und 5 Thiere waren alsbald nach der Impfung septisch gestorben.

IV. Von 7 cirrhotischen Heerden mit käsiger oder käsig-kalkiger Einlagerung, wobei frische Pruptionen der nächsten Umgebung schon die makroskopische Diagnose auf Virulenz der Heerde nahezu sicher stellten, wurden Theile auf 14 Impf- thiere übertragen. Davon erwiesen sich bei der Tödtung 11 als tuberculös, während drei Thiere an Sepsis zu Grunde gegangen waren.

Fasst man diese Resultate zusammen. so lauten sie dahin, dass von 26 Fällen suspecter Spitzenaffectionen der Lunge sich nur 727 Procent als nicht infectiös erwiesen haben. Geht man von dem makroskopischen Verhalten der Spitzenheerde aus, so ergiebt sich, dass es in der Lungenspitze narbige Schwielen giebt und ebenso cirrhotisch-kalkige Heerde, die mit grosser Wahrscheinlichkeit tnberculösen Ur- sprungs sind, jedoch nicht mehr infectiös wirken und demnach als vollständig geheilte, zum Stillstand gekommene tuberculöse Processe zu petrachten sind. Weit häufiger finden sich in den Lungenspitzen narbig-eirrhotische Heerde mit käsigen oder käsig- kalkigen Einlagerungen, die fast ausnahmslos infectiöse Eigenschaften besitzen und in der Mehrzahl(in ca. ½ der infectiösen Fälle) auch Koch'sche Bacillen nachweisen lassen; in einer kleineren Zahl von Fällen( ½ dieser Gruppe) sind die Bacillen trotz Infectiosität nicht nach- zuweisen und ist in letzteren Fällen der Bacillen- gehalt entweder ein minimaler oder das Gift ist in Form der Dauersporen vorhanden.

Finden sich neben narbig-cirrhotischen und käsigen Heerden frische, wenn auch minimale tuberculöse Pruptionen der adnexen Lungentheile, so sind die älteren Heerde immer infectiös.

Für die makroskopische anatomische Differen- tialdiagnose lässt sich aus den mitgetheilten Ver- suchen das wichtige Resultat ziechen, welches wohl auch für die Lymphdrüsentuberculose Gültig- keit beanspruchen dürfte, dass jede suspecte Spitzenaffection der Lunge als infectiös und nicht geheilt anzusehen ist, so lange noch käsige oder käsig-kalkige Producte vorhanden sind.

In allen derartigen Fällen und sie bilden die grosse Mehrzahl, wie wir gesehen haben besteht eine localisirte latente Spitzentuberculose und der Träger ist fortwährend der Gefahr der regionären Verbreitung im Oberlappen der Lunge oder der allgemeinen Auto-Infection(acute Miliar- tuberculose) ausgesetzt.

Als vollständig geheilte Fälle von Spitzen- tuberculose sind nur jene anzusehen, die als ein- fache narbige Schwielen mit oder ohne kalkige Einlagerungen angetroffen werden.

Wenn sich auch der Natur der Sache nach niemals genau angeben lässt, wie alt solche in- fectiöse Heerde der Lungenspitze sind. so bewei- sen die vorliegenden Thatsachen doch zweifellos die enorme Tenacität des Tuberkelgiftes im Körper, eines Infectionsstoffes, von dem wir sicher wissen, dass er ausserhalh des Körpers ungefähr ½ bis Jahr im eingetrockneten Zustande seine Viru- lenz zu bewahren im Stande ist. Im Uebrigen ist auch die Möglichkeit zuzulassen, dass ein Spitzenheerd der Lunge unter pestimmten anato- mischen Verhältnissen durch fortgesetzte neue Infection von aussen, durch sich öfters wieder- holende Re-Infection seine Virulenz bewahren und sich immer wieder aufzufrischen vermag.

In Bezug auf die Prädisposition der Lungen- spitze bemerke ich ausdrücklich, dass ich diese Frage ebenso wie die Frage des phthisischen Habitus heute ganz unerörtert lasse als ausser- halh des Rahmens meiner heutigen Betrachtung liegend.

In Bezug auf das Verhältniss des sogenannten Spitzenkatarrhs der Lunge zu den hier be- sprochenen heerdförmigen Erkrankungen der Lungenspitze mag die Bemerkung Plat? finden, dass der erstere primär kaum vorkommt und höchstens secundär zur Localerkrankung des Lungengewebes sich hinzugesellt, ungefähr wie pei vorgeschrittener Lungentuberculose die Schleim- haut der Bronchien fast regelmässig Sitz einer intensiven Entzündung ist. Die von Weil (Deutsches Archir für Klin. Mediein, Bd. 40, S. 4) vertretene Auffassung, dass derSpitzenkatarrh ein rein klinisch-symptomatologischer Begriff sei, theile ich vollkommen.

Die Wichtigkeit der Spitzenaffectionen der Lungen für die Geschichte der Lungentuper- culose ergiebt sich aus dem Mitgetheilten von selbst. Die neuerdings aufgetauchten Zweifel über die tuberculöse Natur dieser Processe er- achte ich durch unsere Versuche für erledigt. So behauptet u. A. ein Kliniker:Warum auf einmal alle Spitzenaffeetionen tuberculös sein sollen, ist nicht einzusehen; es giebt eine chro- nische Spitzeninfiltration ohne Tuberculose, die in mikrococcenfreier Luft sicher und schnell heilt. Dem gegenüber lässt sich der Satz auf- stellen und beweisen, dass es allerdings auch Spitzenprocesse(suppleurale Schwielen) in den Lungen giebt, die mit der Tuberculose nichts zu thun haben. Sobald aber eine Spitzenaffection einmal Gegenstand Klinischer Beobachtung und Diagnose geworden ist und das wird nur bei