15 August.
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zeigen, die pekanntermaassen für Tuberculose disponiren. Der sogenannte phthisische Habitus, dessen Existenz, wie bereits bemerkt, von com- petenten Beobachtern angezweifelt wird und den ich bei einer anderen Gelegenheit eingehender zu besprechen gedenke, existirt meines Erachtens
zweifeilos; derselbe findet sich häufig bei den
Nachkommen tuberculöser Eltern, ebenso aber auch bei Menschen, die von geschwächten, herab- gekommenen, cachektischen Eltern, aus decrepiden Familien abstammen. Hierher gehören alle auf dem Wege der Vererbung auf die Nachkommen- schaft übergehenden Schwächezustände, die wir kurz unter dem Begriff der„physischen Degene- ration“ zusammenfassen können.
I. Keine erbl. oder Erbliche erworb. Disposit. Disposition
Infection
Infection
In Bezug auf die Methodik bei Feststellung der erblichen Belastung sei noch die Bemer- kung gestattet, dass die Grenzen schwierig zu ziehen sind: wer nur den Gesundheitszustand der Eltern berücksichtigt, wird ganz andere Resultate er- halten als derjenige, welcher mehrere Genera- tionen der Ascendenz sowie die Cognaten berück- sichtigt. Bei der enormen Verbreitung der Tuberculose giebt es kaum eine grössere Familie, in der nicht gelegentlich ein Fall von Tuber- culose vorgekommen ist und auf diese Weise kann man zu dem Resultate kommen, dass schliess- lich fast jeder Fall einen gewissen Grad von erblicher Belastung zeigt.
Ich wende mich nun zur III. Gruppe, zu
JeRn zahlreichen Fällen von Tuberculose; wo der betreffende Patient einen anderen ungefährlichen Beruf
eine erworbene Disposition den fruchtbaren
Boden für die Infection abgiebt.
Die eminente Bedeutung der erworbenen Dis- position für die Pathogenese der Tuberculose er- giebt sich aus so zahlreichen Thatsachen, dass ich dieselben nur kurz anzudeuten brauche. Die grosse Häufigkeit der Tubereulose bei den Arbei- tern der Staubgewerbe,¹) bei den Inwohnern der Gefängnisse, in städtisch- industriellen Bezirken, ferner die überwiegende Erkrankung der Männer gegenüber den Frauen, wobei allerdings auch der Alcoholismus einen gewissen Antheil hat, spricht in dieser Richtung eindringlicher als viele Worte. Ganz ähnlich wird die erworbene Disposition bedingt durch Mangel an frischer Luft, Aufent- halt in engen, dumpfen Räumen, ungenügende Ernährung, schwächende Krankeiten(Diabetes),
M IV. Erworbene Erbliche Erworb. Disposition Dispos. Dispos.
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zahlreiche Wochenbetten, Blutverluste, Onanie, psychische Depression(Sorge, Kummer), über- mässige körperliche und geistige Anstrengungen, Excesse jeder Art und Aehnliches.
Während mit dem zunehmenden Alter der Finfluss der erblichen Belastung zurücktritt, scheint mir die mit dem fortschreitenden Alter progressiv sich steigernde Mortalität an Phthisis in hohem Grade für die schwerwiegende Bedeutung der erworbenen Disposition zu sprechen. Aehnlich
Infection
Infection
¹) Demonstration der tubereulösen Lunge eines 31 jäh- rigen Steinmetzes, der einige Tage zuvor im pathologischen Institut zur Section kam. Der Vater war im Alter von 79 Jahren gestorben, die Mutter im Wochenbett(wahr- scheinlich an puerperaler Sepsis), sämmtliche Geschwister gesund. Ein Fall von rein erworbener Disposition; hätte
gewählt, so wäre er wahrscheinlich nicht in der Blüthe des Lebens an Tuberculose gestorben.


