1. August.

Thiermedicinische Rundschau ete.

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Die Reiskleie(Dedak genannt) bilden die beim Schälen der Gaba abfallenden, mehr oder weniger stickstoffreichen

Hüllen, welche den stärkemehlreicheren Kern des Samens

umgeben. Die Reiskleie ist dem Eiweissgehalt nach sehr verschieden. Bei dem Schälen des rothen Reises erfolgt, wie ich schon oben erwähnt habe, eine weniger vollständige Trennung der stickstoffreicheren äusseren Schicht von dem inneren stärkemehlreicheren Kern des Samens als beim

gedeh); M. rubra(Djagong pananga); Z. M. minor(Djagong toepak gedeh); Z. M. minima(Djagong tjoepak leutcek).

Da der Mais im Verhältniss zu seinem EFiweissgehalt viel Fett enthält, Fett und Kohlehydrate aber bekanntlich den Eiweissverbrauch beschränken und so den Fleischansatz

befördern, so eignet sich der Mais mehr für schwer-

weissen Reis und dadurch wird die Reiskleie von rothem

Reis Närmer, als die von weissem. Fin weiterer Unter- schied in der Zusammensetzung der Reiskleie liegt in dem längeren oder kürzeren Stampfen des Reises, wodurch mehr oder weniger Theile von dem stärkemehlreicheren Kern des Samens der Reiskleie beigemengt werden, wodurch die getrennten Hüllen einen wechselnden Gehalt an Eiweiss und Stärkemehl aufweisen. Nach Scharlée und Moens enthalten 100 Theile der Reiskleie im Durchschnitt:

Wasser 13,18 Eiweiss 7,59 Fett

Kohlehydrate 65,16

Die Reiskleie steht der europäischen Weizen- und Roggenkleie im Eweissgehalt bedeutend nach. Sie wird, wie ich schon oben bemerkt habe, viel von den Inländern oft auch von den Europäern in Form eines Gemenges von Wasser, Gras und Reiskleie als Pferdefutter benutzt.

Das Beisstroh dient in der Form als Padie-Padie als Pferdefutter, in einzelnen Fällen nur wird dasselbe als Streu benutzt, da die meisten Europäer, wie sämmtliche Inländer ihren Vichbestand ohne Streu stehen lassen. So gut für eine kräftige Ernährung des Pferdes auf Java ge- sorgt wird, so wenig Gewicht wird auf einen zweckmässig eingerichteten Stall gelegt. Der tropischen Hitze am Tage folgt die kühle, ja oft recht kalte Nacht mit starken Nieder- schlägen in einzelnen Theilen meines Bezirks fällt das Thermometer in der Nacht bis auf 8 Grad O. und das arme Vieh steht, man kann sagen, ohne Streu fast unter freiem Himmel, da der ganze Raum, welchen man mit Stall bezeichnet, nur aus vier Pfählen und einem aus Alang-Alang(Grasart) zusammengefügten Dache besteht, das sie nothdürftig gegen die heftigen Regengüsse schützt. Ich wundere mich oft, dass bei dieser Pflege die aus Europa importirten Pferde, welche bisweilen einen Werth pbis 9000 Mark repräsentiren, so wenig durch die klimati- schen Verhältnisse zu leiden haben und mache ich ge- legentlich den petreffenden Besitzer auf diesen Umstand aufmerksam, so erhalte ich bestimmt zur Antwort: Ich kann daran vichts ändern, es ist die Gewohnheit solche Ställe auf Java zu bauen.

Nach Scharlée und Moens enthält das Padie-Padie- stroh im Durchschnitt

2,72 Eiweiss, 73,95 Kohlehydrate und Fette, 10,05 Asche.

Das Padie-Padiestroh ist ein wenig reicher an Fiweiss, aber viel reicher an Salzen als das europäische Weizen- und Roggenstroh.

Das Zuckerrohr dient nur selten als Futtermittel und wird dasselbe an Pferde verfüttert, wenn sie per Schiff transportirt werden. Jedes Pferd erhält alsdann per Tag drei Stangen Zuckerrohr im Gewicht von 3,24 kg. Nach Scharlée und Moens enthalten 100 Theile des indischen Zuckerrohres: Wasser 76,00; Eiweiss 0,55; Fett, Zucker, Cellulose 23,15; Asche 0,30.

Der Mais(Djagong genannt). Der Mais kommt vor allen indischen Futtermitteln dem Hafer am nächsten; der- selbe wird sowohl gequetscht wie ungequetscht verfüttert. Auf Java werden folgende Varietäten gepflanzt: Zea Mays maaima(Djagong temoengoeng); Zea Mays pallida(Pjagong

arbeitende Pferde, die mehr Kohlehydrate verbrauchen. Um die zu grosse Menge von Kohlehydraten bei der Mais- fütterung zu vermeiden, füttert man hier den Mais mit Gras zusammen, wodurch das normale Verhältniss der Nhaltigen zu den Nrlosen Nährstoffen wiederhergestellt wird. Als Beispiel wähle ich ein schwerarbeitendes Pferd. Solches Pferd nimmt täglich ungefähr 1,20 kg Eiweiss wit seiner Futterration auf. Giebt man dem Pferde, wie es hier allgemein eingeführt ist, 25 kg Gras, so giebt man nebenbei 4 kg Mais. 25 kg Gras 0,8 Eiweiss, 4 kg Mais 0,38 5 Zusammen: 1,18 Eiweiss.

4,00 kg Kohlehydrate, 2,92 kg 6,92 kg Kohlehydrate.

Aus dieser Berechnung sehen wir, dass die hiesigen schwerarbeitenden Pferde bei dieser Fütterung in der That täglich ungefähr 1,20 kg Eiweiss pei dem normalen Ver- häſtniss der Nhaltigen zu den Nlosen Nährstoffen auf- nehmen. Ist der Mais noch jung, so wird er auch viel- fach in Kolben gegeben in diesem Falle giebt man das Doppelte von der Körnerfütterung wodurch die Pferde weniger Körner ins Maul nehmen und so dieselben besser zerwalmen.

Die Durchschnittsanalyse von vier um Batavia ange- pflanzten Varietäten von Mais Stellt sich folgend: Wasser 15,70; Eiweiss 9,58, Fett und Kohlehydrate 73,12; Asche 1,60.

Die indische Bohne(Phaseolus radiatus L.), hier Katjang hidjoe genannt, ist auf Java heimisch, wird sehr viel gepflanzt, steht im Nährstoff höher als die europäische Erbse und Bohne und wird an schwer arbeitende Pferde vielfach ohne Gras verfüttert. Die indische Bohne muss vor dem Verfüttern einige Stunden hindurch geweicht werden.

Nach Scharlée und Moens enthalten 100 Theile:

Wasser. 7 82 Eiweiss. 30,09 Pei Kohlehydrate. 57,69 Salze Sle

Die indische grüne Erbse wird nur bei schwerer Arbeit gequetscht gefüttert; dieselbe wird nur wenig angepflanzt.

In 100 Theilen befinden sich 24,40 Eiweiss, 56,87 Fette,

Kohlehydrate.

Die Preanger Bohne. Man unterscheidet drei Sorten der Preanger Bohne, dieselbe wird vor dem Verfüttern geweicht und nur an Lastpferde verabfolgt. Ihr Eiweiss- gehalt schwankt zwischen 26,82 und 27,55.

Schliesslich dient als schweres Futter noch eine aus Britisch-Indien hier eingeführte Bohne(Horsegram genannt) von der Gattung Dolichos L. abstammend. Auch diese Bohne wird nur an Lastpferde geschrotet und mit Gras gemengt, verfüttert. Nach Scharlée und Moens enthalten 100 Theile im Purchschnitt:

Wasser 12,11 Eiweiss 21,47 4,39 Kohlehydrate 59,38 Salze 2,65

Als Reit- und Wagenpferde werden von den Europäern Hengste selten, und das nur als Wagenpferde, Stuten be- nutzt, letztere wird in der Regel nur zur Zucht gehalten. Oefters sicht man dagegen die Stute vor dem zweirädrigen Wagen(Karren genannt) des Inländers, doch nie wird solche als Reitpferd von demselben benutzt eine Stute 42*