1. August.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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und eine schnellere Hebung desselben zur Folge zu haben. Complicationen sind ganz nach ihrer besonderen Art zu würdigen.

Im Allgemeinen erreicht die Krankheit in 8 14 Tagen ihr Ende. Dabei schwinden etwa vorbandenes Fieber und die davon abhängigen Erscheinungen schon 6 36 Stunden nach dem offenbaren Ausbruch des Uebels; der Husten wird allmählich lockerer und zugleich seltener, die Empfindlichkeit des Kehlkopfes und der Luftröhre nimmt mehr und mehr ab, der Nasenausfluss verliert sich und etwa bestehende Drüsenan- schwellungen gleichen sich aus. Scheinen will es Verf. indess, als gelangten die afficirt gewesenen Pferde in den Vollbesitz ihrer alten Kraft und ibrer früheren Arbeitslust erst 8 10 Tage nach völlig überstandener Krankheit.

Im Interesse einer schnelleren Tilgung der in grösseren Bestünden ausgebrochenen Seuche würde es liegen, die zunächst befallenen Pferde mit den noch gesunden Thieren in recht directe Berührung und so die Krankheit bei sämmtlichen der Gefahr der Ansteckung ausgesetzten Indivi- duen möglichst gleichzeitig zum Ausbruch zu bringen.

[Anmerkung des Hrgbs. Auch in Halle habe ich das Auftreten des von Zorn mitgetheilten acuten Kehlkopfs- und Luftröhrencatarrhs in grösseren Pferdebeständen beobachtet, ohne dabei an das Vorhandensein emer Infection zu denken. Viel- mehr nahm ich an, dass die Ursache in Staub- inhalationen zu suchen sei, denen die Pferde jener Stallungen bei Ausführung ihrer Arbeit auf üperaus staubigen Wegen in jener Zeit in diesem Frühjahr ausgesetzt waren. Auch bei einzelnen Kutschern und Knechten in jenen Pferdebeständen sah ich in einzelnen Fällen einen ähnlichen acuten Kehlkopfscatarrh eintreten, der jedoch ohne ärzt-

liche Hilfe in wenigen Tagen wieder ver- schwand. G. Sch.] Thierproduction.

Ueber den Fettgehalt des Körpers und ver- schiedener Theile desselben bei mageren und fetten Thieren. von Dr. Ludwig Pfeiffer.(Zeit- schrift für Biologie, MMIII, III. Heft, 1886, S. 340 380.)

Da die Zufuhr von Fett oder fettersparenden Substanzen zum Körper nicht zu jeder Zeit gleich sein kann, ist es zur Erfüllung der Körperfunc- tionen unumgänglich nothwendig, dass ein ge- wisser Vorrath von Fett im Organismus existirt, der ihn von der jeweiligen Zufuhr unabhängig macht. FEs ist von vornherein zu erwarten, dass das Fett im Thierkörper nicht gleichmässig

auf sämmtliche Gewebe vertheilt ist, vielmehr liegt die Vermuthung nahe, dass im Körper ge- wisse Vorrathskammern bestehen, in die das erübrigte, dem sofortigen Gebrauche nicht anheim- fallende Fett abgelagert wird. Diese Erwartung

wird durch die Untersuchung bestätigt. Dieselbe ergiebt einen hervorragenden Fettreichthum.

Erstens im Bindegewebe unter der Haut, dann in dem die Muskelbäuche umhüllenden und mit den Gefässen und Nerven zwischen sich drängende Bindegewebe und in dem theils zwischen den peritonealen Blättern des Mesenteriums und retro- peritoneal gelegene lockere Bindegewebe; das Fettgewebe der Bauchhöhle. In geringerem Grade ist dann noch Fett in der Muskulatur selbst, in den Knochen und unter dem Epicardium des Herzens abgelagert:; auch das Unterhautzell- gewebe stellt für den Körper ein Fettreservoir dar. Unter günstigen Bedingungen können die Fettreservoire ganz enorm angefüllt werden; diese Fettansammlung kann man künstlich erzeugen durch überreichliche Fütterung mit Fett und fett- erzeugenden Nährstoffen, durch systematische Mästung. Da über die im PThierkörper unter verschiedenen Umständen abgelagerten Fettmengen noch nähere Angaben fehlen, so hatte sich Ver- fasser die Aufgabe gestellt, quantitative Unter- suchungen über den Fettgehalt verschiedener Thiere zu machen, dieselben haben zu den nun folgenden mitgetheilten Resultaten geführt. Unter- sucht wurden 3 Hunde(2 fette, ein magerer), 2 Kaninchen(1 fettes, 1 mageres) und 3 Hennen ( fette. 1 magere).

1) In welchen Organen ist das meiste Fett abgelagert?

Es sind besonders drei Organe, die gegenüber den übrigen so enorme und constante Unterschiede zeigen, dass an ihrer Bedeutung als Fettdepots nicht zu zweifeln ist, nämlich das intermuskuläre Bindegewebe, das Fettgewebe der Bauchhöhle und das Unterhautbindegewebe, während von den üprigen Organen einzelne unter gewissen Umständen zwar auch eine erhebliche Fettmenge beherbergen können, wie Herz. Leber, Muskel, ohne dass die- selbe jedoch eine Höhe erreicht, die jenen den Charakter alsFettkammern zu ertheilen ver- möchte. Die Fettreser voirs sind, was den Procent- gehalt an Fett anlangt, im Mittel nicht sehr von einander verschieden; der absoluten Masse nach ist das Reservoir im Unterhautbindegewebe weit- aus das grösste. ihm zunächst steht die Bauchhöhle, die kleinste Fettkammer repräsentirt das inter- muskuläre Bindegewebe. Pas Skelett und die übrigen Organe betheiligen sich nur mässig an der Fettaufnahme, fast fettfrei erscheint die eigent- liche Haut.