1. August.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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reichlieh durch das Ergebniss grösserer Mengen Impfstoffes, sowie durch einen geringeren Kosten- aufwand gelohnt.

Die Impftische des Karlsruher Instituts unter- scheiden sich von den gewöhnlichen Tischen für Kälber nicht wesentlich. Sie sind der Länge, Schwere und Stärke der Impflinge entsprechend grösser, höher und solider construirt und weichen in der Hauptsache nur in den Fesselungsvorrich- tungen von jenen ab. Die letzteren sind auf meinen Vorschlag hin getroffen worden und be- stehen im Wesentlichen in Folgendem:

Zur Festlegung des Impflings auf den Impf- tisch dienen starke, verschnallbare Lederriemen, welche am Impftisch festgeschraubt sind(ergl. Fig.). Zwei sich kreuzende Riemen fixiren den auf ein etwa 15 em hohes Lederpolster ge- legten Kopf in der Art, dass ein Riemen, welcher in seinem Mittelstück gespalten ist, von der Ge- nickgegend aus über die Hörner(diese umfassend) und die rechte Ganasche gelegt und hier zuge- schnallt wird;(Fig. 1 a) der zweite Kopfriemen wird, von dem Hinterkieferwinkel ausgehend, schief über die rechte Nasenfläche und durch den gespaltenen Riemen gezogen und eingeschnallt(b). Das ziemlich hohe Kopfpolster(c), welches zu- nächst dem Zweck dient, das der Tischfläche zu- gekehrte Horn in genügend weiter Entfernung von der Tischplatte zu halten, um Hornbrüche zu verhüten, besitzt die Form des Profils eines Rinderkopfes hat an der hinteren und äussern Ecke einen Ausschnitt zur Aufnahme des untern Hornes und Ohres(Fig. 2 a) und gewährt dadurch. dass es gleichzeitig mit dem Kopf durch den Riemen-Apparat fixirt wird, dem letzteren selbst einen grösseren Halt. Der Zug und Druck der Riemen am Kopfe wird durch das Anlegen einer Ledermaske gemildert.

Zwei weitere Riemen(d und e) werden um die Rippenwand hinter der Schulter und an dem Vorderbauch festgeschnallt. Während der rechte (obere) Hinterfuss an einer senkrecht zum Tische gestellten Eisenstange mittels eines um die Schiene gelegten Strickes() soweit aufgezogen und fest- gebunden wird, dass die Hodensack- und Damm- gegend dem Operateur bequem zugänglich ist, Schnallt man den linken(unteren) Hinterfuss in etwas nach hinten gerichteter, mässig gebeugter Lage durch 3 breite Riemen fest, wovon der eine derselben die Achillessehne unmittelbar oberhalb des Sprunggelenks(g), die beiden andern die Mitte, beziehungsweise das untere Ende der Schiene umfassen(h).

¹) Die Zeichnung verdanke ich der Gefälligkeit meines Kollegen Fr. Kohlhepp.

Die Vorderfüsse werden durch einen Fessel- riemen(i) zusammengeschnallt, im Carpalgelenk gebeugt und durch den Fesselriemen an die Brustgurte aufgebängt().

Um den Impfling auf den Impftisch zu legen, führt man das Thier mit der angelegten Gesichts- maeke() an die senkrecht aufgestellte Tischplatte heran, fixirt den Kopf mittels eines um die Hörner geschlungenen oder an das Kopfhalfter angelegten Strickes, welcher durch ein an der entsprechen- den Stelle der Tischplatte gebohrtes Loch gezogen wird, verschnallt die Brustgurte, so dass auch der Rumpf des Thieres einigermassen fixirt ist und schlägt alsdann die Tischplatte zurück. Nun wird das Kopfpolster unterlegt und die definitive Festlage des Impflings in der oben geschilderten Weise bewerkstelligt.

Das ergiebigste Impffeld des Bullens bildet der Hodensack und seine Umgebung. Hier ge-

Fig. 2.

langen die Pusteln zur vollkommensten Auspildung. In zweiter Reihe ist die Innenfläche der Schenkel zu nennen; weniger gut schlägt die Impfung in der Bauchgegend und in der Unterrippengegend an. Dabei scheint das Ergebniss an Impfstoff auch einigermassen von der Wahl der einzelnen Operationsverfahren abzuhängen. 8o hat sich wenigstens hierorts gezeigt, dass die Impfung des Hodensackes am pesten mit, die ganze Lünge desselben durchziehenden Schnitten. die des Grundes des Hodensackes, sowie der Schenkelinnenfläche

dagegen mit, von dem Umfange eines Zweimark-

stückes grossen Scarificationen erfolgt.

Das durchschnittliche Erträgniss eines Bullens an Impfstoff berechnet sich aus den 53 im letzten Jahre an hiesiger Anstalt geimpften Thieren ziemlich genau auf 50 g(einschliesslich des zur Verreibung des Impfstoffes nöthigen Glycerins) und schwankte im einzelnen zwischen 30 und 80 g; ausnahmsweise lieferte ein Bulle einmal 113 g. Ungleich geringer war der Gewinn an Lymphe bei den Kälbern. Hier stellte sich der Purchschnittsertrag bei den im ganzen zur Impfung

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