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254 Thiermedicinische Rundschau etc.
1888. No. 21.
Verwendung älterer Rinder. Indessen sind mit der Methode der Kälberimpfung vielfach kaum oder nur schwer vermeidbaue Störungen verknüpft, welche namentlich hervortreten, wenn für gewisse Zeiten grössere Mengen Impfstoffes gewonnen werden müssen. PFines der hauptsächlichsten Uebel bedingt wenigstens die hierorts nicht zu umgehende, künstliche Ernährung der Impfkälber, in deren Gefolge eben besonders in heisser Jahres- zeit trotz aller Aufmerksamkeit und Sorgfalt
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anderer, zur Aufzucht bestimmter Kälber, welche die erforderliche Alters- und Entwicklungsstufe besitzen, aus dem Grunde unthunlich, weil sie eben nach der Impfung nicht geschlachtet werden und so der gesundheitlichen Controle entgehen. Durch die eben geschilderte Sachlage gezwungen, ging das Karlsruher Impfinstitut zur Bullenimpfung über und war dabei befriedigt.
Gegen eine Entschädigung von 30 Mark liefern hiesige Metzger ¾ bis 1 ½ jährige Bullen, welche,
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Magen-Darmcatarrhe und Piarrhöen eintreten, welche ihrerseits die Ausbildung der Pusteln wesentlich beeinträchtigen. Wo es möglich ist. kräftige Impfkälber im Alter von 3—4 Wochen zu peschaffen, können die gedachten Uebelstände leichter ferne gehalten werden, weil die Thiere in diesem Alter eine künstliche Ernährung besser ertragen. In der Umgebung Karlsruhes liegen aber diese Verhältnisse sehr ungünstig. Die Landwirthe suchen die Kälber möglichst frühzeitig an den Metzger zu pringen, um die Milch der Kuh in der Stadt verwerthen zu können. Das Alter und die geringe Entwicklung solcher als Schlachtwaare in den Handel kommender Kälber gestattet aber eine Heranziehung derselben zur Impfung kaum oder begünstigt wenigstens das Pintreten der erwähnten misslichen Zustände in hohem Grade, und anderseits ist die Benützung
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selbstverständlich unter der erforderlichen gesund- heitlichen Ueberwachung sowohl vor, als nach der Impfung, wie auch anlässlich der nach der Abimpfung regelmässig eintretenden Schlachtung, Verwendung finden. Schwierigkeiten in der Be- schaffung solcher Impfthiere, welche etwa in der Abneigung der Metzger, Thiere in diesem Alter wegen ihres geringen schlachtfähigen Zustandes überhaupt zu schlachten, bestünden. haben sich bis jetzt keine ergeben. Im Gegentheil war das Angebot und die Auswahl stets reichlich. Frei- lich verursacht das Impfgeschäft bei der Bullen- impfung(Auflegen, Fesselung und Entfesselung der Impflinge) etwas mehr Mühe als bei der Kälberimpfung, doch ist dasselbe nicht allzu schwierig, vorausgesetzt, dass richtig construirte Inpftische zur Verfügung stehen. Vor allem aber wird, wie später gezeigt werden soll, die Arpeit


