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Uebergehend zur Impfung des Rothlaufs der Schweine, bezieht sich Herr Lydtin-Karlsruhe als Referentgleichfalls auf den schriftlich erstatteten Bericht. Nach den eingehend in Baden auch bezüglich dieser Krankheit an- gestellten Versuchen hat sich mit Sicherheit ergeben, dass ein Schutz der geimften Thiere eintritt. Während von den nicht geimpften Thieren fast die Hälfte zu Grunde ging, plieben die geimpften Thiere geschützt. Im Durchschnitt konnte ein Verlust von 7— 9 Proz. unter den geimpften Thieren nachgewiesen werden. Die Versuche lehrten andererseits auch die Thatsache erkennen, dass die Roth- laufkrankheit von den geimpften auf die nicht geimpften Thiere übertragen werden kann Auch Nachkrankheiten (Gelenk- und Herzaffectionen) treten ein. Die Dauer der Immunität festzustellen, hätte für diese Krankheit im Gan?en wenig Bedeutung, weil die Thiere früh geschlachtet würden. das Impfverfahren gegen den Rothlauf der Schweine bisher noch das am wenigsten ausgebildete sei und die meisten Nachtheile habe. Es wird also auch hier eine weitere Vervollkommnung anzustreben sein.
Auf die Bemerkung des Herrn Schneidemſhl-Halle, dass es sich gewiss empfehlen dürfte, die Versuche über Rothlaufimpfung weiter fortzuset?en, dagegen wohl die practische Verwerthung derselben nicht die Bedeutung er- langen würde, wie z. B. bei Lungenseuche, Rauschbrand, Milzbrand, weil der kleine Besiteer selten die Kosten und Umstände der Impfung seiner Schweine sich bereiten dürfte, entgegnet
Herr Lydtin-Karlsruhe, dass die Wahrnehmungen in Baden diese Befürchtungen nicht rechtfertigen. Mehrere grosse Schwarzviehhändler, welche jährlich viele Schweine in Baden verkaufen, hätten bereits die Bezirksthierärzte gebeten, die Schutzimpfung der Schweine auf Kosten der Händler auzuführen.
Die Berathungen werden damit geschlossen und den von Herrn Lydtin-Karlsruhe dem Congresse schriftlich vorgelegten Resolutionen zugestimmt. Schluss folgt.)
Mittheilungen aus der Praxis.
Die Behandlung der Actinomycose der Zunge mit Kal. jodat. von Eugen Bass, Kreisthier- arzt a. i. zu Steinau a. O. von einem Gutspächter aus dem hiesigen
Kreise wurde mir vor etwa acht Wochen die
Behandlung von vier Ochsen anvertraut, die an
einer hefligen Aetinomycose der Zunge litten.
Die Zunge war sehr stark geschwollen. die Thiere
geiferten viel und konnten nur schr wenig Nah-
rung zu sich nehmen. Ich ordnete als Behand- lung tägliche Einpinselung der Zunge mit Tinct.
Jodt an.— Als ich nach drei Wochen keinen
Prfolg von der Behandlung sah, rieth ich dem
Besitzer, die Ochsen zu verkaufen. Pies gelang
jhm auch mit zweien. Umterdessen erschien der
Artitel von Fürthmayer in der September-
Thiermedicinische Rundschau ete.
Im Uebrigen erklärt der Herr Vortragende, dass
1887. No. 3.
nummer des„Thierarzt“ über die Behandlung der Holzzunge mit Kalium jodat., und ich be- schloss nun, bei den peiden noch nicht ver- kauften Ochsen des oben erwähnten Besit?ers diese Behandlung zu versuchen. Ich liess täglich nach Fürthmayer's Angabe 10 g Kal. jodat. in Liter lauwarmes Wasser geben und ausserdem die Zunge mit Tinct. Jodi einpinseln. Nach sechs Tagen trat ein starker Nasenausfluss ein und das Jodkalium wurde ausgesetzt. während die Ein- pinselungen der Zunge mit Tinet. Jodi beibehalten wurden. Ein vollständiges Sistiren des Appetites, der ganz gering war, trat bei der Medication mit Kal. jodat nicht ein, ebensowenig ein Hautaus- Schlag. Nach sechs Tagen hatte die Schwellung der Zunge bedeutend abgenommen und die Futter- aufnahme konnte wie pei einem vollständig ge- sunden Thiere geschehen.
Aus diesem Grunde wurde die Verabreichung von Jodkalium nicht wieder aufgenommen. Neben- pei will ich bemerken, dass in diesen beiden von mir peobachteten Fällen eine Weissfärbung der Zungenoberfläche, wie sie bei Fürthmayer's Pa- tienten nach der fortgesetzten Verabreichung von Jodkalium erfolgte, nicht eintrat, sondern dieselbe plieb nach wie vor mit bellen Punkten beset?t.
Auf Grund dieser Versuche kann ich also mit Fürthmayer die Behandlung der Holzzunge mit Kal. jodat. und Tinct. Jodi den Herrn Collegen nur angelegentlich empfehlen.
Standesangelegenheiten.
— Gerlach-Denkmal. An Beiträgen zum Gerlach- Denkmal sind ferner eingegangen: Vom Kreisthierarzt Klebba-Rastenburg 10 Mk.; vom Kreisthierarzt Scholtz- Gr. Strelit? 10 Mk.; vom Kreisthierarzt Dr. Schulz- Nimptsch 20 Mk.; vom Bezirksthierarzt Reiner-Schönberg 10 Mk.; vom Thierarzt Schütt-Wismar 10 Mk; vom Thierarzt Schütz-Wismar 3 Mk; vom Bezirksthierarzt Kolbow-Schwerin 5 Mk., vom Thierarzt Schütt-Rostock 5 Mk.; vom Rossarzt Mette-Jüterbog 5 Mk.; vom Verein schweizerischer Thierärzte 200 Mk.; vom Kreisthier- arzt Lütkemüller-Rybnik 10 Mk.; vom Thierarzt Plü- mecke-Feldberg 10 Mk.; vom DepThierarzt Haarstick- Hndesheim 20 Mk.; vom Oberregierungsrath Pr. Lydtin- Karlsruhe 40 Mk.; vom Bezirksthierarzt Ringele-Schonau 5 Mk.; vom Bezirksthierarzt Gassner-Ettlingen 3 Mk.; vom Bezirksthierarzt Ehret-Krotzingen 3 Mk.; vom Bezirks- thierarzt Pfistner-Müllheim 3 Mk.; vom Bezirksthierarzt Kupfner-Ettenheim 5 Mk.; vom Bezirksthierarzt Stritt- matter-Pfullendorf 5 Mk; vom Bezicksthierarzt Fuchs- Heidelberg 6 Mk; vom Bezirksthierarzt Gruber-Triberg 4 Mk.; vom Bezirksthierarzt Hink-Wolfach 5 Mk; vom Bezirksthierarzt Ganter-Adelsheim 3 Mk.; vom Bezirks- thierarzt a. D. Lohrer-Hamburg 5 Mk.; vom Bezirks- thierarzt Bckstein-Oberkirch 6 Mk.; vom Bezirksthierarzt Faller-Wiesloch 3 Mk.; vom Bezirksthierarzt Bertsche- Engen 5 Mk; vom Bezirksthierarzt Fentzling-Freiburg 6 Mk; vom Bezirksthierarzt Dotter-Waldkireh 5 Mk.; vom Bezirksthierarzt Henniger-Lahr 10 Mk.; vom Bezirks- thierarzt Kostmeyer-Kehl 5 Mk.; vom Bezirksthierarzt Mock-Tauberbischofsheim 3 Mk.; vom Bezirksthierarzt


