15. October.
Thiermedicinische Rundschau ete.
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ist es auch, dass Aneurysmen der Aorta Atrophie des Recurrens sinister im Gefolge haben können.
Das den Recurrens überbrückende Blatt der Fascia endothoracica betheiligt sich neben den grösseren Gefässstämmen am Tragen des Herzens. ist also beständiger Zugkraft ausgesetzt, aus der eine Compression der Nerven resultirt, die um 8o bedeutender werden muss, wenn sich krank- hafte Verhältnisse— Hydroperieardium, Herz- hypertrophie— einstellen.
Ebenso kann an jener Stelle, wo der R. sinister zwischen Art. anonyma resp. Truncus caroticus und Trachea verläuft, der Blutdruck unter Um- ständen schwerwiegende Folgen für den Nerven haben.
Schliesslich können auch Dilatationen und Divertikel des Oesophagus einen zur Paralyse führenden schädlichen Einfluss auf den Nerven ausüben.
Aus der Vergleichung der anatomischen Ver- hältnisse ergiebt sich. dass der Recurrens dexter bei weitem nicht den Insulten ausgesetzt ist, wie der R. sinister, und da der Verlauf beider Nerven ausserhalb der Brusthöhle derselbe ist. so bleibt nichts anderes übrig, als anzunehmen, dass der Grund für die häufige Erkrankung des B. sinister in der anatomischen Beschaffenheit der linken Brusthöhlenhälfte gegeben ist.
Weitere Untersuchungen werden lehren, in- wieweit obige auf anatomischer Grundlage mit grossem Geschick aufgebaute Theorie den that- sächlichen Verhältnissen entspricht. W.
Massenerkrankung von Rindern mit tödtlichem Ausgange durch den Genuss von Malzkeimen. Von Berger, Bezirksthierarzt in Wertheim.(Thierärzt- liche Mittheilungen No. VI, 1887)
B. war zu einem Brauereibesitzer gerufen worden, in dessen Rindviehstall sämmtliche Thiere unter den Erscheinungen der Tympanitis plötzlich erkrankt waren. Zwei Rinder mussten sofort ge- schlachtet werden, drei weitere nach Verlauf einiger Stunden. Von den drei letzten Thieren des Stalles musste eine junge Kuh gleich nach Ankunft B.'s noch geschlachtet werden, da Hoff- nung auf Erhaltung nicht vorhanden war. Die beiden anderen ein ¼ Jahr alter Stier und eine sechs Jahre alte Kuh zeigten alle Erscheinungen hochgradiger Tympanitis mit Collaps. Wanst⸗ bewegungen waren vollständig unterdrückt. Neben Troikarirung wurde zur Bekämpfung des Collapses 6,0 Spirit. camph. subcutan injicirt. Ausserdem tüchtige Frottirungen des ganzen Körpers mit Spirit camph. und Ol. Terebinth. Innerlich er- hielt die Kuh Natr. subsulfuros. und Schleim und ausserdem subcutan 0,12 Physostigm. sulfur, so-
wie nebenher Kaltwasser-Infusionen. In der darauf folgenden Nacht erholte sich diese Kuh, wie auch das junge Rind, welches weniger Malz aufgenommen hatte. Bei der Section des zuletzt geschlachteten Thieres fand sich Wanst, Haube und theilweise auch schon der Psalter stark mit Malz gefüllt; ausser Heu waren andere Futter- theile nicht zu entdecken. Die Schleimhaut war leicht abzustreifen. Entzündungserscheinungen fehlten. Lunge sehr blutreich. Gefässe des Ge- hirns und seiner Häute stark injicirt. Nach Aus- sage des Fleischers und Fleischbeschauers sollen die Erscheinungen bei den anderen Thieren ähn- liche gewesen sein.
Was die Ursache der Erkrankung betrifft, so hatten die Thiere am Abend vorher ausschliess- lich warme trockene Malzkeime erhalten und diese schr gierig und in grossen Mengen aufgenommen. In der Frühe des folgenden Tages sind dann sämmtliche Thiere unter den mitgetheilten Er- scheinungen krank im Stalle gefunden worden. B. ist der Meinung, dass durch die übermässig genossenen trockenen und warmen Malzkeime eine starke Gährung und Verstopfung der drei ersten Magenabtheilungen mit nachfolgender Läh- mung und deren Folgen herbeigeführt sei.
Augenheilkunde.
Ueber Untersuchung der Augen bei Pferden macht J. TPhomann folgende Angaben:
Es handelt sich um ein ebenso einfaches wie vorzügliches Verfahren zur besseren Orientirung über Veränderungen an der Krystalllinse oder der vorderen Augentheile ohne Zuhilfenahme des Augenspiegels, worauf Th. zuerst durch den Ge- stütsdirector Dr. Grabensee aufmerksam gemacht worden ist. Es besteht dasselbe darin, dass, wie gebräuchlich, das Pferd nach Wahl der günstig- sten, nicht grellen natürlichen Beleuchtung— am besten Nordlicht— unter eine Stallthüre, den Eingang einer Scheune oder eines ähnlichen Raumes mit dunklem Hintergrund und zwar mit dem Kopfe innerhalb und in nächster Nähe des Einganges gestellt wird.
Dem Pferdkopfe wird eine seitliche Haltung gegeben, damit das Licht nicht von der Seite, sondern gerade auf das zu untersuchende Auge fällt. Durch die beschränkte Beleuchtung des betreffenden Raumes wird schon eine Dämpfung des auf das Auge fallenden Lichtes erzielt, die aber für die Untersuchung hervorragend günstiger wird, wenn man irgend einen handsamen dunklen Gegenstand, unter Umständen eine schwarze Kopf- bedeckung, cirea eine oder mehrere Händebreiten vor das zu untersuchende Auge hält. Es muss


