15. October.
Thiermedieinische Rundschau etc.
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Herrn Vortragenden mitgetheilte Entstehungsweise jener Nierenerkrankungen müsste deshalb zur Vor- aussetzung haben, dass ganz bestimmte Organismen unter gewissen Umständen(tiefere, wenn auch kleine Verletzungen der Scheiden- oder Uterusschleim- haut) einwandern und zur schnellen Entwickelung kommen. Für die Differenzialdiagnose und pbeson- ders für die Beurtheilung gerichtlicher Fälle werde der Nachweis des Weges der Erkrankung durch die vorgefundenen anatomischen Veränderungen an vagina, uterus, vesica urinaria, urether und renes entscheidend sein. Wo nur die Nieren erkrankt, dagegen die übrigen Organe des Urogenitalapparates intact sind, wird man an andere Entstehungs- arten, als die vom Herrn Vortragenden mitge- theilten, denken müssen.
Herr Wolff-Qleve ist der Ansicht, dass es sich in dem von Herrn Macks mitgetheilten Falle nicht um Erkrankungen im Sinne des Herrn Vortragenden gehandelt habe.
Die Besprechung des Gegenstandes wird damit beendet. Da die Tagesordnung erledigt, geht die Section dem Herkommen entspreehend nun zur Wahl des Vorsitzenden für die nächste Sitzung über. Es wird für diese, welche am 21. Vor- mittags beginnen soll, Herr Departementsthierarzt Dr. Schmidt-Aachen als Vorsitzender gewählt.
(Schluss folgt.)
Anatomie und Physiologie.
Ueber die Herkunft und die Matur des bei der Magenverdauung wirksamen amylolytischen Ferments. von Ellenberger.(Archir f. Thierheil- kunde. Bd. XIII, Heft 5. 1887.)
Ellenberger, Hofmeister und Gold- schmidt fanden bei ihren Experimenten, die sie bezüglich der amylolytischen Wirkung des Pferdespeichels angestellt haben, dass der natür- liche gemischte Speichel bedeutend besser amy- lolytisch wirkt, als ein künstlich hergestelltes Gemisch der einzelnen Speichelarten, dass jede Speichelart für sich ein geringgradiges, der ge-
mischte Speichel aber ein hochgradiges diastati-
sches Vermögen besitzt und dass endlich die Veberführung des Amylums in lösliche Modi- ficationen, in Dextrine, Zuckerarten und Milch- säure im Pferdemagen in solchem Masse statt- findet, dass dieser Vorgang aus den fermentativen Eigenschaften des Speichels allein nicht genügend erklärt werden kann.
E. setzte nun voraus, dass für die hochgradige Stärkeverdauung im Magen neue Factoren in Rechnung gezogen werden müssten, die wahr- scheinlich in Luftkeimen, oder in lebenden, in der Mundhöhle resp. den Verdauungsorganen
wuchernden amylolytischen Pilzen, oder in Fer-
menten gegeben seien, welche sich in oder an den Nahrungsmitteln selbst befinden.
Die von Goldschmidt zur Prüfung dieser Ansicht vorgenommenen Versuche ergaben, dass zu dem secernirten Mundspeichel noch ein vitales zuckerbildendes Ferment, durch welches die Wirk- samkeit des Speichels gesteigert werden kann, hinzukommt. Ferner stellte Goldschmidt fest, dass der Speichel auch bei Vermischung mit Luft- keimen in dem Verdauungsofen noch keinen so hohen Grad von Wirksamkeit erlangt, wie er thatsächlich in der gemischten Mundflüssigkeit des Pferdes vorhanden ist. Man muss daher annehmen, dass dem secernirten Speichel zu Be- ginn der Mahlzeit Luftpilze, die sich in dem schleimigen Belag der Mundhöhle lebhaft ver- mehrten, beigemengt werden.
Diese Annahme reicht zur Prklärung der ge- steigerten Wirksamkeit des gemischten Speichels aus, erklärt aber nicht die Grösse der Stärkever- dauung im Magen, weshalb hier noch nach einem neuen Moment gesucht werden musste.
Da dasselbe nicht aus der Magenwand stammen kann, so lag die Annahme nahe, dass es in oder an den aufgenommenen Nahrungs- mitteln gegeben sei. Die hierauf von Hof- meister angestellte Reihe interessanter Experi- mente, bezüglich derer wir auf das Original ver- weisen müssen, führten zu dem überraschenden Resultat, dass sich in der That im oder am Hafer ein Ferment befindet, welches bei Bluttemperatur amylolytisch wirkt. Hierin findet die Thatsache ihre Erklärung, dass im Magen mehr Stärke ver- daut wird, als das Speichelferment allein zu leisten vermag. Die in der Mundhöhle erfolgende Bei- mengung von diastatischen Nahrungsmittelfer- menten zum secernirten Speichel erklärt ferner, warum letzterer eine grössere Wirkung besitat, als der direct aus den Speichelgängen und Drüsen gewonnene.
Schliesslich ist durch vorstehende Mittheilungen auch der Beweis geliefert, dass ein Theil der Ver- dauungsvorgänge durch von aussen mit der Nah- rung und der Luft zugeführte Fermente bewirkt wird. W.
Arzneimittellehre.
Antifebrin oder Acetanilid. von Ober-Bossarzt TL. Hofl- mann, Docent an der Thierarzneischule in Stuttgart.
In dem dritten Hefte des„Repertorium der Thierheilkunde“ macht Ober-Rossarzt und Pocent Hoffmann über obiges Mittel folgende Mit- theilung:
In Nr. 33 des Centralblattes für Kklinische Mediein haben OCahn u. Hepp auf ein neues


