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Thiermedicinische
Rundschau ete. E
Mittheilungen aus thierärztlichen Versammlungen.
— XVII. Versammlung thierirztlichen Zweigvereins am 26. Mai 1887 in Priedrichshafen. Der Vorsitzende eröffnet die Versamm- lung, welche von 16 Mitgliedern besucht ist. Neu ein- getreten in den Verein ist Bech in Ernsee. Alsdann hielt Stadtthierarzt Motz aus Ulm einen Vortrag„über die polizeilicheBehandlungdesPleisches welches von tuberculösen Thieren stammt.
Redner bezweifelt die Infectiosität des Fleisches nament- lich geringgradig tubereulöser Thiere. Man müsse die Beurtheilung des Fleisches je nach dem Grade der Aus- preitung in Verbindung mit der Qualität des Fleisches in pankwürdig, minderwerthig und ungeniessbar vornehmen. Allerdings sei es oft schwer die Grenze zu bestimmen. Unter die leichtgradigen Fälle möchte Ref. alles Fleich von gemästeten Thieren zählen, bei welchen die Tuberculose auf einzelne oder mehrere Organe peschränkt ist, ohne dass die zugehörigen Lymphdrüsen in Mitleiden-
Unter die mittelgradigen Fälle
Sei alles Fleisch von gemästeten oder gut genährten Thieren zu rechnen, bei welchen die Tuberculose weiter ausge- preitet ist, d. h. wenn mehrere Organe, sei es in der Brust oder Bauchhöhle oder in beiden, mit den zugehörigen Lymphdrüsen tuberculös entartet sind; ausserdem pleich von nicht gemästeten Thieren, welche an gering- gradiger Tuberculose leiden. absolut verwerfliches Fleisch müsse das Fleisch von Thieren mit generalisirter Tubereulose angesehen werden, die in Verbindung mit starker Magerkeit der Thiere auftrete. Zum Schluss erwähnt der Vortragende noch die Ant-
des oberschwübischen
schaft gezogen sind.
Als ungeniessbar, deshalb
das
wort des preussischen Ministers für Landwirthschaft auf
eine Eingabe betreffend gesetzliche Vorkehrungen die Tuberculose.
Bei der Besprechung des Vortrages wurde erwähnt, dass in Baden das Fleisch sämmtlicher tubereulöser Thiere der Wasenmeisterei übergeben werden müsse. Der hierdurch dem Verkäufer erwachsene Schaden lasse sich aber wohl nicht überall rechtfertigen.
Alsdann theilte Herr Halder-Isny Finiges über die Lecksucht der Rinder und deren Behandlung mit. Die Ursache sucht H. in seinem Bezirk in dem Genusse saurer auf Moor- oder Torfgrund gewachsener Futterpflanzen und empfiehlt zur Heilung ein Pulver aus 4 Th. phosphorsaur. Calcium, 2 Th. Ferrum. sulfur. und 1 Th. Calmus täglich 2 mal je 1 Esslöffel voll mit 20 gr. natr. chlor. zu geben. Cocher-Tettnan empfiehlt frisch bereitetes Aqu. calcis verbunden mit Aqu. amygd. amar. und will in 3—4 Tagen Heilung erziehlt haben. Motz Ulm verwendete mit Erfolg Apomorphin.
Vor Beendigung der Sitzung machte Motz-Ulm noch Mittheilung über die Beobachtung von Uterusvorfällen nach Anwendung von 1%0 Sublimatwasser als Irrigation. Jetzt verwendet er 3—5% Borsäurelösungen. Nagel- Schussenried hat in 8— 10 Fällen von Dummkoller und sog.
2ogen
SG
subacuter Gehirnentzündung Pilocarpin verwendet, jedoch nur in einem Falle mit gutem Erfolg.
Als nächster Versammlungsort wird Ravensburg gewählt.
— XXXIV. Versammlung des Vereins Thüringer Thierärzte am 12. Juni 1887 zu Prfurt. Anwesend 15 Mitglieder. Der Vorsizende, Amts-Thierarzt Fink- Camburg begrüsste die Herren Kreis-Thierarzt Dr. Vaerst- Erfurt, Thierarzt Dr. Kahlert-Weissensee, Thierarzt Pr. Banert-Sahkzungen, Kreisthierarzt Dr. Wallmann- Schleusingen, welche sich zum Fintritt gemeldet haben. Der Vorsitzende weist noch darauf hin, dass der Verein pestrebt sei neben der Förderung der Wissenschaft das gute gegenseitige Einvernehmen seiner Mitglieder zn fördern. Die nun vorgelegte Kassenübersicht ergiebt einen Bestand von 260 Mk. 71 Pfg. In Ermangelung weiterer diesbezüg- licher Erinnerungen wurde dem Kassirer Decharge ertheilt.
Nachdem der Kassirer Henkert noch die im Besitze des Vereins Thüringer Thierärzte befindlichen thierärztlichen Instrumente, welche jedem Mitgliede auf Wunsch geliehen werden, einzeln aufgeführt hat, kommt ein für den Verein neu revidirtes Statut zur Verlesung und Berathung, welches bis auf§§ 8 und 10 in der von Henkert ausgearbeiteten Form zur Annahme gelangt.
Zur Frage, die Bildung eines Ehrenraths petreffend, pemerkt der Präsident, dass Georges, Rödiger und Hepke, denen in der Herbstsitzung die Ausarbeitung der Statuten für den Ehrenrath auferlegt sei, ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen seien, er hoffe jedoch, dass sie ihre Auf- gabe pald erfüllen würden.
Georges bemerkt, dass es sich vielleicht empfehle abzuwarten, bis der Verein in Halle eine derartige Insti- tution ins Leben gerufen hätte. Fink erwähnt, dass der Vorsitzende des Vereins der Thierärzte in Halle ihn um petreffenden Statuten des Prfurter Vereins und dass es üperhaupt nicht zweckmässig sei, auf das Vorgehen anderer Vereine in dieser Angelegen- heit zu warten. Dr. Vaerst weist auf die Nothwendig- keit der Ehrengerichte hin und schlägt dem Vereine vor, die Statuten in der von Rödiger, Georges und Hepke aus- gearbeiteten Form drucken zu lassen und jedem Vereins- mitgliede vor Abhaltung der nächsten Versammlung zu- zustellen. Der vom Vorsitzenden hiérauf wiederholte An- trag, ob die zur Ausarbeitung designirten 3 Collegen die Statuten, welche selpstverständlich den örtlichen Verhält- nissen angepasst sein müssen, ausarbeiten sollen und den Entwurf jedem einzelnen Collegen zugestellt werden soll, gelangt zur Annahme.
Es folgt die Verlesung des Protokolls der Herbst- sitzung.
Bei Besprechung der Petition an das Haus der Ab- geordueten, die Erhebung der preussischen Thierarznei- schulen zu Hochschulen petreffend, von Pütz, bemerkt der Vorsitzende, dass das Haus der Abgeordneten die Petition als nicht geeignet im Plenum zu berathen, abgewiesen hätte. Auf die von Georges angeregte Frage, warum die Thierarzneischule zu Hannover keine Hochschulverfassung
Finsendung der gebeten habe,


