1. October.

Thiermedicinische Rundschau etec.

späterer Depression derselben, die zu Verlust der visuellen, acustischen Prinnerungsbilder und Be- wegungsvorstellungen Anlass giebt,

10. Die epileptiformen Krämpfe sind zweifel- los corticalen Ursprungs.

11. Das Cocain ist das beste Mittel, die Ab- hängigkeit der Epilepsie von der Gehirnrinde zu demonstriren und die Anschauungen Meynert's und Munk's von den Functionen der Gehirnrinde zu bestätigen.

12. Sowohl beim Hunde als Kaninchen pbe⸗ wirkt Cocain Anästhesie der Nervenstämme. bei ersteren aber ist tactile, tiefgreifende Anästhesie

mit Verlust aller Reflexe bemerkbar, pei letzteren

sind die Reflexe gesteigert. Die faradische Reac- tion der Muskeln und Nerven ist bei peiden Thier- gattungen normal.

13. Das Cocain hat eine besondere Affinität zu den sensiblen und zu den terminalen senso- rischen Fasern der Gehirnrinde, deren Functionen es aufhebt.

14. Die Coordinationsstörung kann sowohl auf centrale. als periphere Leitungsunterbrechung in den sensiblen Fasern bezogen werden.

15. Die Krämpfe sind durch vasomotorischen Krampf und Anämie der Gehirnrinde bedingt.

16. Sie sind in der Mehrzahl der Fälle die Hauptursache des letalen Endes der Cocain- intoxicationen.

17. Mittel, welche die Prregbarkeit der Ge-

hirnrinde herabsetzen, wie Schwefeläther, Kälte- application auf den Schädel, Bromkalium und noch mehrere andere, über deren Wirkung wir endgiltig nicht entscheiden können, schützen vor Krämpfen: Bromcalium und Kälteapplicationen haben den Vorzug, insbesondere jetztere. Die Krämpfe bleiben aus, die Anästhesie und Ataxie verschwin- den bald, und das Thier bleibt wohl erhalten.

18. Aehnlich der Kälte-Application wirkt die Wärmezufuhr zum Gehirn, die gegen die anämi- sirende Wirkung des Cocains ankämpft, die Krämpfe verhütet und die Möglichkeit bietet, grössere Oocaindosen zu geben, ohne das Leben zu ge- fährden.

19. Bromkalium, Kälte und Wärme-Applica- tion sind immer zu versuchen, bevor man zu höheren Cocaindosen greift, und stellen sich die ersten Erscheinungen der Gehirnanämie ein, wie Vertigo, Taumeln, die in zahlreich publieirten leichteren Intoxicationsfällen geschildert sind so muss unverzüglich Amylnitrit gereicht werden, welches die leichteren Intoxicationserscheinungen beseitigt.

Gynãkologie. Eine neue Methode der Ablösung der Nachgeburt.

Von F. Fried. Beobachtungen aus der Privatpraxis.

(Przeglad WeterynarskiNo. 5, Mai 1887. Revue No. 7.)

F. zieht die manuelle Aplösung der zurück- gehaltenen Nachgeburt der zuwartenden Methode vor, gleichzeitig aber gesteht er die pedeutenden Schwierigkeiten zu, welche mit einer derartigen Arbeit verbunden sind. Dieselben liegen haupt- sächlich auch darin, dass bei der successiven Ab- lösung der Fruchthänte von den einzelnen Coty- ledonen die Hand nicht überall hinreichen kann, wo es die Nothwendigkeit erheischen würde. Autor verfiel nun auf eine neue Methode der Ent-

fernung der zurückgebliebenen Fruchthülle, welche ihm seither immer gute Dienste geleistet hat. Pieselbe pesteht in folgendem Vorgang.

F. bereitet sich 4 5 Kannen warmen Was- sers von 300 C. vor, in welches er eine verhält- nissmässige Menge Carbolsäure zugiesst. Dieses Wasser benützt er in Form eines durch ein Kaut- schukrohr geleiteten Strahles zuerst zur Reinigung der äusseren Geburtswege, hierauf sucht er das Ende des Kautschukrohres in der Weise zu loca-

lisiren, dass der Wasserstrahl zwischen die Frucht- häute und die innere Gebärmutterwand gelangt. PDabei werden die Pihäute mit der anderen Hand bei der Nabelschnur derart angezogen, dass das PEindringen des Wasserstrahles zwischen Frucht- häute und Uteruswand begünstigt wird. Zeitweise muss die Bespülung der Fruchthäute auf einige Minuten ausgesetzt werden, damit unter dem pe- deutenden Pruck die stark angespannten Häute nicht zum Bersten gebracht werden, wodurch eine weitere Ablösung mittelst dieser Methode vereitelt würde. Durch eine derartige, mehrmals wieder- holte Bespülung der Uteruswände, resp. der Ei- häute durch den eingeführten Wasserstrahl lassen sich nach einer gewissen Zeit,(manchmal schon nach 20 Minuten) die Fruchthäute mit Leichtigkeit bei der Nabelschnur aus dem Uterus ziehen.

F. fasst die Vortheile seiner Methode in fol- genden 2 Punkten zusammen:

1. Seine Methode macht die mühsame succes- sive Ablösung der Nachgeburt mittelst der Hand an den einzelnen Cotyledonen überflüssig und bietet gleichzeitig den Vortheil. dass der Wasser- strahl die Fruchthäute überall gleichmüssig im Zusammenhange von dem Mutterkuchen trennt, ohne irgendwelche Verletzungen der Uteruswand zu veranlassen oder anhängende Reste der Frucht- häute zurückzulassen, wie es bei der manuellen Ablösung leicht geschieht.

2. Der Wasserstrahl erreicht unschwer selbst jene Cotyledonen, welche häufig mittelst der Hand in dem nach Gepurten erweiterten Uterus nicht erreichbar sind.

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