4 Thiermedicinische Rundschau etc.

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dummkollerige Pferde ein dauerndes Handels- und Streitobject bildeten und für die Ausnutzung zur Arpeit fast werthlos wurden, wird es gelingen. einen grossen Theil derselben vollständig gebrauchs- fähig zu erhalten. Die Besitzer solcher Thiere werden weniger leicht in die Lage kommen, solche Pferde zu einem äusserst geringen Preise fortzugeben, der Käufer eines später dummkollerig

pefundenen Pferdes wird nicht so leicht einen Process anstrengen, wenn sonst die Eigenschaften des Thieres als Arbeitspferd gut sind. Gewissen- lose Händler dürften sehr bald sich obige Erfolge zu Nutze machen, dummkollerige Pferde ankaufen, pehandeln lassen und dann zu einem hohen Preise verkaufen. Die practischen Thierärzte werden aper leicht solchem Treiben steuern können.

60. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Wiesbaden.

Section für Veterinärmedicin.

Die Section für Veterinärmedicin war leider weniger besucht als man erwarten durfte. Es waren anwesend die Herren: Departements-Thierarzt Coester-Wiesbaden, Thierarzt Tracht-Petmold, Thierarzt Geibel-Höchst, Professor Hoffmann- Stuttgart, Thierarzt Honert- Wiespaden, Thierarzt Jelkmann-Bockenheim, Professor Dr. Kaiser- Hannover, Oberrossarzt Lindstaedt-Hagenau, Kreisthierarzt Macks- Langenschwalbach, Schlacht- hausdirector Michaelis-Wiesbaden, Thierarzt Dr. Noerner-Berlin, Thierarzt Pit?-Pltville, Amtsthierarzt Red lich-Presden, städtischer Thier- arzt Reissmann-Berlin, Kreisthierarzt a. D. Pr. Schneidemühl-Halle a. S., Departements- thierarzt Dr. Schmidt-Aachen, Thierarzt Dr. Wil- lach-Luisenthal bei Saarbrücken, Kreisthierarzt Wolff-Cleve.

Nach Begrüssung der erschienenen Mitglieder der Section durch den Herrn Finführenden, De- partementsthierar?t Cöster-Wiesbaden, wird zu- nächst als Schriftführer für die Section Herr Kreisthierar?t Wolff-Cleve gewählt. Nachdem so die Constituirung der Section stattgefunden, wird als Vorsitzender für die erste Sitzung, am Dienstag, den 20. September, Herr Professor Pr. Kaiser-Hannover ernannt. Da weitere Vor-

träge nicht eingegangen sind, wird auf die Tages-

ordnung dieser Sitzung geset?t: 1) Vortrag des

Herrn Dr. Schneidemühl-Halle über Behand-

lung des Hydrocephalus interus chronicus equo- rum und 2] Vortrag des Herrn Prof. Dr. Kaiser- Hannover üper Pyelitis und Pyelonophritis beim Binde.

Sitzung am 20. Septempber 8 De Vorsitzende, Herr Professor Kaiser-Hannover er- theilt nach Erledigungkleinerer geschäftlicher Nach- richten Herrn Dr. Schneidemühl-Halle das Wort zu dem angekündigten Vortrageüber Behand- lung des Hydrocephalus chronicus equorum.

(Der Vortrag ist in dieser Nummer ausführlich wiedergegeben.)

Bei Besprechung des Vortrages petonte zu- nächst Herr Schmidt-Aachen, die Dosen nicht

zu niedrig zu bemessen, weil sonst ausreichende Wirkung nicht 7u erwarten wäre. Herr OCöster- Wiesbaden kann der Anwendung des Pilocarpin für den genannten Zweck nicht das Wort reden, weil nach seinen Erfahrungen nicht mehr als durch die anderen Mittel zu erreichen sei.

Herr Hoffmann-Stuttgart hat nach Anwen- dung einer Dosis von 08 Pilocarpin in einem Falle so stürmische Erscheinungen, inspesondere hohe Dyspnoe eintreten sehen. dass er von einer weiteren Benutzung des Medicaments zu dem er⸗ wähnten Zwecke Abstand nehmen wollte, zumal das Thier nach einigen Tagen zu Grunde ging. In anderen Fällen, pesonders solchen, wo der Pummkoller noch nicht zu lange bestand, wurde nach Einverleibung von 0,6 bis 1,1 in steigender Posis Besserung peobachtet. Bei einem Pferde, dem 1,1 Pilocarpin subeutan beigebracht war, trat nur sehr geringe Salivation ein, dagegen magerte das Thier immer mehr ab und ging schſiesslich zu Grunde. In noch anderen Fällen war dreimal täglich eine Dosis von 1.1 in ge- nannter Weise applicirt worden, ohne dass irgend eine Wirkung nachzuweisen gewesen wäre. Im Ganzen ist Bedner der Meinung, dass in nicht zu alten Fällen von Dummkoller das Pilocarpin wohl zu versuchen wäre.

Herr Lindstaedt-Hagenau sah bei Anwen- dung des diätetischen Verfahrens gleich günstige Wirkungen und glaubt, dass man auch ohne Pilo- carpin auskomme.

Herr Wolff-Cleve fragt, ob bei Hydrocephalus acutus das Mittel wegen seiner physiologischen Wirkungen aufdas Gefässsystem nicht contraindicirt sei. Herr Hoffmann-Stuttgart erwidert, dass ihm das Pilocarpin bei Hydrocephalus acutus mehr zu leisten scheine, als beim sog. Dummkoller.

Herr Kaiser-Hannover macht bezüglich der theilweise entgegenstehenden Erfahrungen darauf aufmerksam, wie wenig erkannt im Ganzen noch die Ursachen jener chronischen Gehirnerkrankung Sein. Ja nach Art dieser wird auch der Erfolg des angewendeten Mittels verschieden sein. Wird