15. September. Thiermedicinische Rundschau etc.
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Aether sulf., Spirit., Aq. dest. ana 30,0 mit solchem und in der That nicht Schritt gehalten Erfolge an, dass in den meisten Fällen schon am
P„Der Unterricht in der zur Wissenschaft gewordenen dritten Tage nach Beginn der Cur jedes Juck Thierheilkunst sei ungeachtet der wachsenden Ausdehnung
gefühl fehlte und der Ausschlag in ungefähr und Vertiefung der letzteren immer noch in die engen acht Tagen abgeheilt war. Sehr auffällig War Mauern der in anderer Absicht angelegten Thierarznei- die Wirkung in einem Falle von Schweifgrind, schulen eingezwängt, während doch der wissenschaftliche
thierärztliche Unterricht ebenso der freien Bewegung be- den zu beseitigen ich mich Schon seit einem Jahre dürfe, wie der Unterricht in jedem andern Zweige der unter Anwendung der verschiedensten Arznei- Gesammtwissenschaft. Die Wissenschaft könne nur ge- mittel vergeblich bemüht hatte und bei dem ich fördert werden, wenn jeder Lehrer in dem speciell von j j 3 ig 5 3 ndte. ihm gepflegten Fache unsbhängig ist, wenn ihm die freie
daher nur mit Misstrauen obige Lösung anwandte p
. Verfügung über die etatsmässig zu wissenschaftlichen Doch mein Zweifel. dass das Ichthy ol unwirksam Unterrichtszwecken bewilligten Gelder zusteht, wenn er in
sein würde, War unberechtigt: denn nach vier- seiner Lehrmethode keinem Zwang unterworfen ist und zehntägiger täglicher Einreibung verschwand das das Recht hat, die nöthigen Assistenten nach eigenem Er- Juckgefühl und die Entzündung; die erkrankte messen zu wählen. Jedes Hauptfach der Veterihärwissen-
schaft sollte, wie dies auch in der Mediein der Fall ist, Haut heilte ab. Piese Erfolge veranlassen mich, von einem ordentlichen Professor gelehrt werden. Das
den Collegen die Anwendung dieses Mittels pei Studium der Veterinärzootomie bedürfe z. B. der Fort-
den Hautausschlägen des Pferdes sehr zu em- bildung oben so sehr, wie die menschliche Anatomie; ja
pfehlen. sie erfordere selbst eine grössere Kraft und mehr Mittel
als die letztere, weil sie mit Bezug auf die verschiedenen
Arten der Hausthiere komparativ petrieben werden muss.
Standesangelegenheiten. Lehnlich verhalte es sich mit den übrigen Fächern der Veterinärmedeein.
— Die Reorganisution der thierärztlichen Unter-„Dem gegenüber seien die thierärztlichen Lehranstalten richtsanstalten im Peutschen Reiche petreffend. heute noch in der Mehrzahl Fachschulen mit einem Director (Schluss.) Die öffentliche Meinung von dem Veterinürfach oder einem Curatorium an der Spitze. Dem Director oder begann ich zu änderu. Man sprach nunmehr von Veterinär- dem Guratorium stehe die technische und administrative medicin“ oder„Thierheilwissenschaft“ Aus den„Schülern“ Leitung, sowie die Vertretung der Schule, die Vertheilung der Thierheillehranstalten wurden„Studirende“. Der alte der Lehrfächer an die einzelnen Lehrkräfte, das Entwerfen von Vegetius aufgestellte Grundsatz:„Sicut enim animalia des Studien- und Lehrplans innerhalb der gesetzlich be- post hominem, ita ars veterinaria post medicinam secunda stimmten Normen, bis zu einem gewissen Grade auch die est“ behielt seine Geltung nur noch in den, der Sache Berufung der Lehrer, die Anstellung oder Entlassung von fremden Kreisen, während die berufenen, wie z. B. die Assistenten zu; ferner übten sie eine gewisse Disciplinar- Grossh. hessische Landes-Universität zu Giessen und ausser gewalt über Lehrer und Studirende aus und von deren ihr, hervorragende Professoren der medieinischen Facultäten alleinigem Ermessen sei die Verwendung der etatsmässigen zu Berlin, Breslau, München u. s. w. offen anerkannten, Gelder für bauliche oder Studienzwecke, die Bewilligung „dass beiderlei Wissenschaften, die Menschen- und Veteri⸗ von Unterstützungen, Stipendien u s. w. abhängig Somit närmedicin, sich nur durch die Gegenstände von einander stehe dem Director oder Curatorium eine fast absolute unterscheiden, auf welche sie im bürgerlichen Leben in Gewalt zu. Die Lehrer seien demselben subordinirt und Anwendung kommen dass aber der Thierarzt, welcher auf hätten in den Angelegenheiten der Schule, soweit sie über eine Kreisthierarztetelle Anspruch machen will, auf derselben dieselpen von dem Director etwa befragt werden, nur eine
allgemeinen Bildungsstufe stehen muss, wie der wissen- berathende Stimme. Sei ein solcher Director auch der schaftlich gebildete Menschenarzt u. s. w. fähigste und gerechteste Mann, den man sich denken mag,
Es ist nun die Ueberzeugung jedes ehrlich denkenden Thierarztes im Peutschen Reiche, dass er nicht auf dieser Stufe steht und vermöge der ihm von Staatswegen gebotenen ordentlichen Bildungsmittel auch nicht stehen kann.
Piese Ueberzeugung ist von den Thierärzten, einzeln oder in internationalen oder nationalen Versammlungen vereinigt, vornehmlich in den letzten Jahren, rückhaltslos ausgesprochen worden. Des Gefühles konnte sich keine Versammlung erwehren, dass das Thierheilwesen in seiner dermaligen Entwicklung hinter den wachsenden Anforde- rungen der Zeit zurückgeblieben ist, und dass die nicht unbegründeten Bemängelungen der Leistungen des Thier- heilwesens auf die nicht genügende Ausbildung der Thier- ärzte zurückzuführen ist.
so werde er bei der grossen Anzahl von Fachdisciplinen gleichwohl nicht im Stande sein, ein derartig complicirtes Amt zu verwalten, ohne hier Unterlassungen zu begehen oder dort Missgriffe zu machen.“ Dass hier in der That ein grosser Missstand, ein offen- bares und stets wachsendes Missverhältniss zwischen der Wissenschaft und dem Unterrichte in derselben besteht, haben bereits einige hohe Regierungen erkannt und das Pirectorialsystem, z. B. durch Bildung von Lehrerconventen, abgeschwächt. oder die Ernennung des Directors mit einer bestimmten Amtsdauer, vorbehaltlich der höheren Genehmi- gung, in die Hand der Lehreollegien gelegt. Weitere Fortschritte hat aber die academische Regelung des thier- Auf die Frage, warum trotz der Tüchtigkeit der Lehr- kräfte, trotz der mannigfachen Verbesserungen und Ver- Pie Hemmnisse für die freie Entwickelung der Lehr- vollkommungen in dem Unterrichte, trotz der vermehrten thätigkeit und somit für die förderliche Entwickelung der Mittel, welche auf die Erweiterung und bessere Ausstattung Veterinärwissenschaft bestehen fort und wirken um 80 der Schulen verwendet sind, die Ausbildung der Thier? schädlicher, als auf andern wissenschaftlichen Gobieten, ärzte in dem wünschenswerthen Masse nicht ermöglicht ist. Dank der freien Bewegung, Fortschritt auf Fortschritt sich lauten die Urtheile aller Fachmänner dahin,„dass die folgen. Entwickelung desthierärztlichen Unterrichts- Aehnlich wie die Lehrthätigkeit durch die heutige Ver- Wesens mit der mehr durch äussere Einflüsse fassung der meisten Thierarzneischulen beeinträchtigt ist, bedingten Entwickelung der thierärztlichen erfährf auch das Lernen eine schädliche Beschränkung Wissenschaft nicht Schrittzuhalten im Stande durch die dermalige Stellung der Studirenden. 48


