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Thiermedieinische Rundschau ete.

1887. No. 24.

Viehseuchen in andern Ländern des deutschen Reiches.

Baden. Mai 1887. Milz brand 8, Rauschbrand5, Bläschenausschlag 107 Fälle.

Württemberg. Mai 1887. Milzbrand 19, Rausch- brand 5, Rotz 3, Schafräude 471 Fälle und Lungen- seuche 1 Fall.

Hessen. März und April 1887. Milzbrand 15 Fälle, Bläschenausschlag in 11 Gemeinden und Schaf- räude in 14 Gemeinden.

Sachsen. April und Mai 1887. Milzbrand 42, Bläschenausschlag 15 und Tollwuth 5 Fälle; 6 Per- sonen sind von tollwuthkranken Hunden gebissen worden.

Viehseuchen im Auslande.

Schweiz. Juni 1887. Lungensenche 6, Bausch- prand 42, Milzbrand 22, Rotz 5, Rothlauf 50, Ziegenräude 6 und Schafräude 314 Fälle.

Desterreich-Ungarn. Vom 15. Mai zum 15. Juni 1887. Lungenseuche in 61, Rotz in 11, Beschälseuche in 18, Milzbrand in 3, Pferderäude in 13 und Ziegenräude in 11 Ortschaften.

Italien. Vom 2. Mai zum 5. Juni 1887. Milz- prand 106, Maul- und Klauenseuche 42, Rotz 11, Rothlauf 37, Schafräude 63 und Schafpocken 6 Fälle.

Frankreich. Mai 1887. Lungenseuche in 17 De- partements, Maul- und Klauenseuche in 1 Departe- ment, Schafräude in 7, Schafpocken in 2, Mil2 prand in 11, Rauschbrand in 9 und Rotz in 38 Departements. Tollwuth in 99 Gemeinden von 36 De- partements, 127 Hunde, 2 Katzen und 8 Ochsen wurden wegen Tollwuth getödtet. 24 Personen sind gebissen worden. Rothlauf in 5 und Influenza der Pferde in 5 De-

partements. Juli.

Viehseuchen in Elsass-Lothringen.

Rotz. Kein neuer Rotzfall. Milzbrand. 3 Fälle. Bläschenausschlag. 19 Binder. Tollwuth. Ein Hund aus Forbach hat 3 Menschen und mehrere Hunde gebissen und ist an der Tollwuth verendet. Rothlauf. 43 Schweine an Rothlauf verendet. Influenza. Zahl- reiche Fälle von Influenza sind im ganzen Kreise Saarburg vorgekommen.

Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen gut. Die Viehmärkte waren ziemlich mit Vieh pesetzt, aber es waren wenig Kauflustige da; die Vich- preise sind stark gesunken, während die Fleischpreise immer auf derselben Höhe bleiben.

Vichseuchen in anderen Ländern des

deutschen Reiches.

Baden. Juni 1887. Milz brand 15 Fälle, Rauseh- prand 9, Bläschenausschlag 98 und Schafräude 36 Fälle.

Württemberg. Juni 1887. Rotz 5, Schafräude 927 neue Fälle.

Hessen. Mai 1887. Milzbrand 4 Fälle, Bläschen- ausschlag in 3 Ortschaften und Schafräude in 12 Ort-

schaften. Sachsen. Juni 1887. Milzbrand 18 Fälle, Tol1

wuth 3, Rotz 1 Fall und Bläschenausschlag 5 Fälle. Viehseuchen im Auslande. Schweiz. Juli 1887. Lungenseuche 1 Fall,

Rauschbrand 63, Milzbrand 42, Rothlauf 78 und Schafräude 4 Fälle Maul- und KFlauenseuche 1 Stall, 8 Weiden und 238 Stück Rindvieh verseucht. Oesterreich-Ungarn. Vom 15. Juni zum 15. Juli. Lungenseuche in 5, Rotz in 10, Beschälseuche

Milzbrand 26 Fälle,

in 17, Milzbrand in 8, Rothlauf in 16, Pferde- räude in 10, Schafräude in 12 und Ziegenräude in 11 Ortschaften.

Italien. Vom 6. Juni zum 10. Juli. Milzbrand 165, Maul- und Klauenseuche 25, Rotz 17, Schaf- räude 590, Rothlauf 56 und Schafpoecken 139 Fälle; Lungenseuche und Tollwuth je ein Fall.

Frankreich. Juni 1887. Lungenseuche in 13, Maul- und Klauenseuche in 2, Schafräude in 7, Milzbrand in 13, Rauschbrand in 10, Rotz in 40, Rothlauf in 3 und Influenza in 3 PDepartements. Tollwuth in 122 Gemeinden von 35 Pepartements, 179 Hunde, 4 Katzen, 8 Kühe, 2 Pferde und 1 Schwein sind an der Tollwuth verendet, und 31 Personen sind gebissen worden.

Der Landesthierarzt, F. Imin

Mittheilungen aus der Praxis.

Oesophagotomie bei einem Säugfohlen. Von Thier- arzt Ehlers in Heiligenhafen(Holstein).

Ein vier Wochen altes Saugfohlen hatte die Gewohnheit viel am Holzwerk zu nagen. Eines Tages merkte der Besitzer, dass das Thier grosse Mattigkeit zeige, wenig Appetit habe und stark athme. Ich wurde zugerufen und erfuhr weiter, dass die genannten Erscheinungen sich im Ver- laufe von etwa 8 Tagen ausgebildet hätten. Das Fohlen hätte zwar noch saugen aber kein Gras mehr verzehren können. Bei näherer Unter- suchung fand ich an der linken Halsseite im oberen Drittel des Schlundes einen harten Knoten in der Grösse einer Haselnuss. Patient wurde niedergelegt und nach Freilegung der petreffenden Stelle der in die äussere Wunde geführte Schlund- theil durchschnitten. Es trat dicker Eiter, welcher zahlreiche Holzsplitter enthielt, nach aussen. Die Wunde und Abscesshöhle wurde gereinigt und der Schlund wieder zurückgeschoben.

Nur die äussere Wunde wurde geheftet. Drei Wochen später war die Heilung erfolgt, obwohl das Thier aufgenommene Milch anfänglich durch die Schlundwunde nach aussen brachte und öfters die äusseren Wundhefte herausgerissen hatte.

Die Behandlung der Sommerräude und des Schweif- grindes der Pferde mit lchthyol. von Eugen Bass, Kreisthierarzt a. i. in Steinau a. O.

Durch die günstigen Erfolge, welche Herr Professor Rabe bei der Räude und den verschie- denen Hautentzündungen der Hunde mit dem Ichthyol erzielte, wurde ich veranlasst, dasselbe auch pei verschiedenen Hauterkrankungen des Pferdes anzuwenden. In ca. 10 Fällen von Sommer- räude und Schweifgrind beim Pferde, die ich in den

letzten zwei Monaten in Behandlung bekam, wandte ich eine Lösung von Ammon. suff. ichthyol 15,0,