E
Thiermedieinische Rundschau etc.
durch gesunde Organe(Prüsen, Schleimhäute)
ausgeschieden werden können, so gehen sie auch nicht selten durch die zelligen Scheidewände der Placenta hindurch und infieiren die Frucht.
Arzneimittellehre.
Die subcutane Application von Abführmitteln bei
Haussäugethieren. von Prof. Dr. Fllenberger.
(Arch. f. Thierheilk. Bd. XIII, 1. und 2. Heft.)(Schluss.) 17. EXtractum Colchici.
Subeutane Injectionen von 0,1 bis 0,3 g bleiben beim
Hunde wirkungslos, nach 05 g Somnolenz und Jod.
Sectionsergebniss: Acuter Gehirnödem; auf den Darm hat das Mittel keine Wirkung.
18. Gonvallarin.
Beim Kanuinchen blieben Dosen von 0,001— 0,006 subcutan wirkungslos. Dasselbe war bei Convallamarin der Fall.
19. Evonymin. Nach Posen von 4,0 g per clysma trat bei Schafen Hunden und Pferden keine Abführwirkung ein.
20. Jalapin.
Da nach 1—4 g per elysma bei Schafen und Pferden nur eine sehr geringe Wirkung auf den Darmkanal eintrat, wurde von der subeutanen Anwendung Abstand genommen.
Aus diesen Gründen kam auch das Inglaudin nicht zur Anwendung.
21. Pilocarpin.
Die neuen Versuche haben des Verfassers frühere
Angaben(Archiv, Bd. IM) durchaus bestätigt.
Die Abführwirkung kommt nicht allein durch An- regung der Secretion der Darmdrüsen und Darmschleim-
haut, sondern auch durch die unterstützende gleichzeitige Wirkung auf die Darmmusculatur zu Stande.
Das P. ist ein„vorzügliches Abführmitte!l, ein sicheres Diaphoreticum, ein sehr gutes Expecto- rans, ein die Resorption vorzüglich anregendes, den Stoffwechsel und die Oxydation steigerndes Mittel“. Es ist geeignet„die Nierenthätigkeit herab- zusetzen und den kranken Nieren Ruhe zu geben“ und dass es auch mit Erfolg gegen wassersüchtige Zustände, gegen den Dummkoller u. s. w. mit Erfolg verwendet wird, haben Klemm's bekannte Versuche dargethan. E. hat stets kleinere Dosen als Klemm angewendet; pei Schafen traten schon nach geringen Dosen beängstigende Symptome von Lungenödem auf, die die Anwendung von Atropin nöthig machten. Da letzteres Mittel auch die Pilo- carpinwirkung auf die Darwdrüsen aufhebt, so ist es zur Verhinderung der unangenehmen Speichelwirkung nicht verwendbar.
Angewandte kleinere Dosen von Extr Belladonnae, Extr. Hyoscyami und Hyoscyamin beschränkten die Speichel- drüsenwirkung unwesentlich.
22. Muscarin.
Beim Pferde nach 0,01 etwas Speicheln, bei 0,02 Koth weicher, bei 0,03 und namentlich pei 0,04 Peristaltik leb- haft, Leibschmerzen, Koth schliesslich durchfällig; dabei geringe Diaphonese.
Thränen- und Schleimsecretion vermehrt; Leber, Pan- creas und sämmthche Verdauungs- und Darmdrüsen zeigten mikroskopisch das Bild stark thätiger, zum Theil erschöpfter Drüsen.
Harnsecretion vermindert.
Nach 0,04 g trat Lungenödem ein.
Nach ca. ¼ Stunden schwanden allmählich.
Bei Schafen wirkten 0,003— 0,008 g schon sehr heftig 8o dass Atropin angewendet werden musste. Wirkung au Pausen war stets zu constatiren. Bei Verbindung mit Atropin trat die Muscarinwirkung ganz zurück.
die Erscheinungen
23. Physostigmin(Eserin). E. constatirt die von Dieckerhoff, Feser u. A. dieses Mittel gemachten bekannten Angaben. Atropin hebt die Physostigminwirkung auf, kann dem- nach als wirksames Gegengift angesehen werden.
über
24. Combinationen von Pilo carpin- Muscarin-
und Eserininjectionen.
Da die beiden ersteren Mittel bekanntlich mehr Drüsen-, das letztere mehr Muskelmittel ist, so empfiehlt E. z. B. bei Verstopfungen mit Ansammlung trockener Futtermassen in tropiden, vielleicht paretischen Abschnitten des Darmes. Eserin mit Pilocarpin zu verbinden, so dass letzteres ge- wissermassen als Ersatz für etwa nothwendige Mittel- sätzé ete. diene.
Aus den von E. angeführten Versuchen erhellt, dass die Combination der drei Abführmittel mit grossem Vor- theil in der Praxis angewendet werden kann.
25. Atropin. 26. Hyoscyamin. 27. PExtractum Belladonnae und Hyoscyami.
Da diese Mittel den Hemmungsnerven des Darmkanales lähmen und demnach die Peristaltik anregen sollen, so hielt E. sie theoretisch für wirksame Adjuvantien anderer Abführwittel. Angestellte Versuche lehrten, dass
a) Atropin die Secretion aller Verdauungsdrüsen mindert bezw. gan? aufhebt, so dass Pilocarpin, Eserin und Muscarin daneben gar nicht zur Wirkung kommen.
b) Hyoscyamin hatte nur geringes Nachlassen der Eserinwirkung zur Folge, auf die Pilocarpinwirkung hatte es keinen Einfluss.
c) Eutractum Belladonnae 5 g per elysma schien die Wirkung des Pilocarpins auf den Hihterleib etwas zu ver- mindern, auf die Eserinwirkung übte es keinen Einfluss aus.
[Jedenfalls bleiben die gewonnenen Resultate, ob sie positiv oder negativ ausgefallen sind, practisch von grosser Wichtigkeit und es wäré zu wünschen, dass das einmal in Angriff genommene Forschungsgebiet durch neue Versuche einen weiteren Ausbau erführe.] W.
Veterinärpolizei und gerichtliche Thier- heilkunde.
Auszug aus dem Vichseuchenbulletin Lothringen.— Juni und Juli 1887. Juni. Viehseuchen in Elsass-Lothringen.
Rotz. 11 neue Fälle. Milzbrand. 4 Fälle. Rausch- brand. 1 Fall. Schafräude. 2 neue Fälle. Pferde- räude. Bei einem Pferd. Tollwuth. Ein Hund als tollwuthkrank getödtet. Rothlauf. 14 Schweine starben in einer Gemeinde.
Sonstige ansteckende Krankheiten. Seuchen- artige Druse ist in mehreren Stallungen im Landkreise Metz und im Land- und Stadtkreise Strassburg vorgekommen. Die Influenza der Pferde ist auch in mehreren Stallungen in Saarburg, Hagenau, Metz und Strassburg aufgetreten.
Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen gut. Die Viehmärkte waren ziemlich besucht: die Preise des Schlachtviehes sind sehr niedrig, während die Fleischpreise immer noch hoch bleiben.
von Elsass-


