272
Thiermedicinische Rundschau ete.
1887. No. 22.
Haus bringen zu lassen, da man nie wissen könne, ob das vorliegende Organ wirklich von dem qu. Pferde herrühre. Hierauf schliesst der Vorsitzende die Versammlung. Encke, Vorsitzender. prov. Schriftführer.
— III. Versammlung der beamteten Thierärzte des Regierungsbezirks Bromberg im Logensaale zu Gnesen am 22. Mai er. Nachdem der Vorsitzende, Departementsthierarzt Heyne-Bromberg, die Versammlung eröffnet und Mittheilungen über einige interne Angelegen- heiten gemacht hat, spricht Kreisthierarzt Tietze-Kol- mar i. P. über den Verkauf von Fleisch kranker Thiere, dessen Regelung zu den dringendsten Nothwendigkeiten gehöre.
Die Versammlung beschliesst, es solle noch mehr Material in dieser Bezichung gesammelt und dieses alsdann dem Vorsitzendon zur Bearbeitung und eventuellen weiteren Veranlassung überreicht werden.
Im Anschlusse hieran macht Kreisthierarzt Schu- mann-Gnesen die interessante Mittheilung, es sei vor Kurzem ein Fleischer, welcher entgegen der bestehenden Vorschrift, aufgeblasenes Kalbfleisch feilgeboten habe, von dem Schöffengericht freigesprochen worden, weil nicht zu ermitteln gewesen, ob der Fleischer oder ein Anderer das Aufblasen des Fleisches bewirkt habe.
Eine längere Discussion ruft schliesslich die Frage hervor, ob die auf Menschen und Thiere übertragbare Rindertuberculose(Perlsucht) ihren Platz unter denjenigen Phierkrankheiten finden müsse, deren Bekämpfung nach den Vorschriften im Viehseuchengesetz vom Reiche in die Hand genommen worden sei.
Die Versammlung spricht sich einstimmig dahin aus, dass die Rindertubereulose, welche sich mit dem zuneh- menden Vichhandel immer weiter verbreite und daher sowohl vom volkswirthschaftlichen, wie sanitätspolizeilichen Standpunkte aus die grösste Beachtung verdiene, nur im Anschluss an das pezeichnete Reichsviehseuchengesetz mit Aussicht auf Erfolg bekämpft werden könne.
Hierauf wird die Sitzung von dem Vorsitzenden ge- schlossen.
Kleine Mittheilungen.
— Psorospermienschläuche im Herzen der Schafe. Bezugnehmend auf die Anmerkung im Referat über diesen Gegenstand in voriger Nummer wird uns mitgetheilt. dass Geh.-Bath von Hessling in München jene Gebilde im Herzen der Schafe pereits 1854 aufgefunden und diese Entdeckung in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie in jenem Jahre veröffentlicht hat. 3.
— Im Schlachthause zu Göttingen wurden in der Zeit vom 1. April 1886 bis dahin 1887 600 Ochsen, 197 Bullen, 431 Kühe, 556 Rinder, 6627 Schweine, 5981 Kälber, 3944 Hammel und 90 Ziegen geschlachtet. 1 Bulle, 1 Ochs,
Thierarzt Lenfers-Nottuln 15 Mk.;
4 Kühe, 26 Schweine, 4 Kälber und 3 Schafe wurden zur
menschlichen Nahrung ungeeignet befunden. 24 Stück Grossvieh, wovon 13 mit lokaler Tuberculose, und 65 Schweine,
darunter 50 mit Rothlauf, wurden als nicht bankmässig
befunden. In der Rossschlächterei wurden 133 Pferde geschlachtet, wovon eins wegen erheblicher Abmagerung vernichtet wurde.
— DPie Candidaten der ärztlichen Staatsprüfung sind nach einem neueren die Prüfungsordnung ergänzenden Erlass des Reichskanzlers im hygienischen Abschnitt auch in der Schutzpockenimpfung(Impftechnik und Impfgeschäft) zu prüfen..
— Auf dem Berliner Centralvichhof ist jüngst die Anstalt zur Gewinnung animalischer Lymphe in Betrieb gesetzt worden. Für die Unterhaltung der Anstalt sind 19140 Mk. in den Etat eingestellt.
— In Beuthen ist der Bau eines öffentlichen Schlacht- hauses beschlossen worden.
— Per XI. Deutsche Fleischer Congress, welcher im Monat Juni in Braunschweig tagte, nahm einstimmig den Antrag an, eine Petition an den BReichskanzler zu richten, betreffend Errichtung besonderer Lehrstühle für Fleischbeschau an den thierärztlichen Hoch- schulen.
Standesangelegenheiten.
— Gerlach-Denkmal. In der unterm 9. Mai d. J. veröffentlichten Liste der Beiträge ist der des Thierarztes Klipstein-Jauer imn Betrage von 10 Mk. aus Versehen nicht vermerkt, jedoch in der Gesammtsumme 2151 Mk. 15 Pf. enthalten. An Beiträgen sind ferner eingegangen: Von dem Verein schlesischer Thierärzte 500 Mk.; von den städtischen Thierärzten Berlins 120 Mk.; vom Kreisthierarzt ad int. Bass-Steinau a. O. 5 Mk; vom Kreisthierarzt Spengler-Neurode 10 Mk.; von dem Ab- geordneten Senator Pr. Schläger-Hannover 20 Mk.; vom Kreisthierarzt ad int. Rö wekamp-Cösfeld 10 Mk.; vom vom Kreisthierarzt 0. Dopheide-Burgsteinfurt 20 Mk.; vom Thierarzt Prasse- Kuhnern 5 Mk; vom Kreisthierarzt ad int. Th. Dopheide- Bocken 5 Mk.; vom Kreisthierarzt Pir1-Wittenberg 10 Mk.; vom Corpsrossarzt Dr. Born-Berlin 30 Mk. 5 Pf.; vom Kreisthierarzt Nouvel-Marienburg 20 Mk.; vom qu. Kreis- thierarzt Bongartz-Bonn 15 Mk.; vom Grenzthierarzt Sager-Laugszargen 30 Mk.; vom Thierarzt Herz-Lüden-
Scheid 15 Mk.; vom Professor Dr. Möller-Berlin 30 Mk.; vom Thierarzt Haase-Artern 5 Mk. 5 Pf.;
zusammen 865 Mk. 10 Pf., dazu die früher eingegangenen 7759 Mk. 45 Pf. Im Ganzen sind mithin eingezahlt: 8624 Mk. 55 Pf.
Bewilligt, jedoch noch nicht eingezahlt, sind ausser den
früher veröffentlichten Beiträgen 200 Mk. seitens des Ver- eins schweizerischer Thierärzte. Münster i. W., den 27. Juli 1887. Dr. Steinbach, Kassirer für das Gerlach-Denkmal.
Feuilleton. Das zehnjährige Bestehen des Thierärztlichen Centralvereins für die Provinz Sachsen, die
Thüringischen und Anhaltischen Staaten.
Die Feier des zehnjährigen Bestehens des Thierärzt- lichen Centralvereins für die Provinz Sachsen, die Thü ringischen und Anhaltischen Staaten, welche am 10. August


