15. August.

Lhiermedieinische Rundschau etc.

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d. Js. in Halle stattfand, gestaltete sich zu einer auch wei- tere thierärztliche Kreise interessirenden Kundgebung. In sehr grosser Zahl waren die Mitglieder des Vereins meist mit ihren Damen erschienen. Ausserdem hatten sich meh- rere Ehrenmitglieder und Gäste, unter diesen Professor Dieckerhoff von der thierärztlichen Hochschule zu Berlin, Oberthierarzt Dr. Hertwig aus Berlin, mehrere Studirende u. A. eingefunden. In dem mit Rücksicht auf die Feier kurzen wissenschaftlichen Theil der Tagesordnung gelangte das Thema:Die gerichtliche Beurtheilung des Dumm- kollers zur Besprechung. Bei dieser Gelegenheit nahm Herr Professor Dieckerhoff als Mitglied der technischen Peputation für das Veterinärwesen Veranlassung, auf die Stellung der Deputation bei Abgabe von Obergutachten hinzuweisen und die Mitglieder des Vereins auf wichtige Gesichtspunkte bei Anfertigung der ersten Gutachten aut- merksam zu machen.

Es folgte die Erledigung einiger geschäftlicher Sachen, von denen hervorgehoben sei, dass Herr Professor Pütz als Delegirter der Centralvertretung der preussischen thier- ärztlichen Vereine und Herr Dr. Schneidemühl. als Dele- girter des Oentralvereins für Sachsen u. s. w., dem inter-

nationalen Congress für Hygiene und Demographie in Wien beiwohnen werden. Gegen 2 Uhr begann das Festmahl, welchem schon

die Tischkarte, deren erstes Blatt das wohlgelungene Por- trait des Vorsitzenden enthielt und unter deren Weine man Lacrimae Pützii, Wolff's-Milch und Oemſer-Tropfen verzeichnet fand, ein eigenes Gepräge gab. Eröffnet wurde die Feier durch einen vom Präsidenten ausgebrachten PToast auf den Kaiser. In trefflichen Worten erinnerte der Herr Präsident dabei an den alle Theile mit Dankbarkeit er- füllenden Kaiserlichen Erlass vom 20. Juni d. J. und for- derte die Versammlung zu einem dreimaligen Hoch auf den allverehrten Monarchen auf. Nachdem das begeistert auf- genommene Hoch verklungen, erhob sich der Vorsitzende von Neuem, um auch des Mannes zu gedenken, der als Berather Sr. Majestät die Rangerhöhung der thierärztlichen Unterrichtsinstitute beautragt und damjt die Erfüllung lang ersehnter Wünsche des thierärztlichen Standes gelördert hat. Mit lautem Jubel stimmte die Versammlung in das dreimalige Hoch auf Se. Excellenz den Staatsminister Herrn 1502 Luofus ein. Gleichzeitig wurde der Vorsitzende seinem Antrage gemäss ermächtigt, ein Begrüssungs- und Dank- telegramm an den Herrn' Minister abausenden. Die in grösserer Zahl eingegangenen Glückwunschtelegramme und Schreiben, u. A. von zwei Söhnen des Vorsitzenden(prac- tische Aerzte in Greffrath bezw. Jerxheim), ferner den Herren Göring-München, Ellenberger, Rabe, Edelmann. Tereg, Wolff, wurden nunmehr von Herrn Prof. Pütz den Festgenossen mitgetheilt und von der Versammlung mit grossem Beifall aufgenommen. Ganz besondere Breude er- regte der Glückwunsch des Landtags-Abgeordneten und Ehrenmitgliedes des Vereins Herrn Senator Pr. Schlaeger-

Hannover sowie ein von einem nicht anwesenden Ehren- mitglied eingesandtes Festgedicht. Dasselbe hat folgenden Wortlaut:

Seid mir gegrüsst, die Ihr nach deutscher Sitte Bei fesilichem Gelag: 1 Freundeskreis und holder Frauen Mitte Begeht den Jubeltag.

Es strahlen Euch, Ihr Freunde,

0 sei das 61 ſück Euch treu,

Driin seid gegrüsst und gönnt mir in der Ferne Dass ich mich mit Euch freu'!

Denn Euer Bund, den Ihr mit stillem Zagen Zu Eures Standes Wehr:: ein einst, er ist in diesen Tagen Kein Kind der Sorge mehr.

günst'ge Sterne,

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Er lept und blüht im Kranze vollen Lebens Und trotzt der Zeiten Flucht,:: Br ist der Hort gemeinsam edlen Strebens Und wirket reite Frucht.

Schon sprosst die Saat, die edle Meister'ten Und reift zu Eurem Heil,,

Bald wird im Kreis der hohen Facultäten Euch volles Recht zu Theil.

Denn endlich ist nach langem, bangem Hoffen Getilgt die alte Schuld, Li steht das Thor der kon Schule offen Durch Eures Königs Huld!

Ersetzen soll fortan der Drang nach Wissen Die starre Disciplin,

Die Jugend soll, befreit von Hindérnissen Sich selbst die Schranken ziehn.

Prum ist die Brust Euch voll von guten Dingen Und Euer Herz schlägt leicht, Denn mühsam ist nach jahrelangem Ringen Ein erstes Ziel erreicht!

Wohlan, 8so strebt denn ernst und muthig weiter 5 treu vereinter Kraft: Unz nehmt im Kampf zum ieeen Begleiter Den Geist der Wissenschaft!

Dem Einsender

dieses im Verlaufe des Festes ge- sungenen Gedichtes, sowie Herrn Dr. Schlaeger wurden Danktelegramme übermittelt. Dem Kern der Feier wurde nunmehr von Herrn Pepartementsthierarzt Oemler Aus- druck verliehen, welcher in herzlichen Worten dem lang- jährigen Leiter und Begründer des Vereins Dank sagte für zehnjährige Thätigkeit als erster Vorsitzender. Im Namen des Vereins überreichte Herr Oemler dann als äusseres Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit für die dem Vereine, der thierärztlichen Wissenschaft und dem thierärztlichen Stande geleisteten Dienste ein künstlerisch ausgestattetes mit entsprechender Widmungstafel verschenes prachtvolles Album, enthaltend die Photographien der Mit- glieder des Vereins. Mit lebhaftem Beifall stimmte die Versammlung auf das am Ende der Rede auf Herrn Prof. Pütz ausgebrachte Hoch ein. In beredten Worten feierte dann Herr' Prof. Dieckerhoff die Familie Pütz. Tief- bewegt dankte nun in seinem und im Namen der Familie Herr Prof. Pütz für die ihm zu PTheil gewordene Ueber- raschung. Ihm und seiner Familie werde dieser Tag stets unvergesslich sein. Das schöne Ehrengeschenk werde immer die Freude jenes Tages erneuern und ein werthvolles Pfand der Anhänglichkeit und Liebe seiner Standesgenossen blei- ben. Unter allen irdischen Gütern würde ihm die Zunei- gung seiner Standesgenossen stets das theuerste Kleinod sein. Unter weiteren Toasten auf die Gäste, die Damen, Prof. Dieckerhoff verlief das schöne Fest in heiterster Stimmung, die ihren Höhepunkt erreichte, als noch uner- wartet nach kaum zwei Stunden folgendes Antwortstelegramm von Sr. Excellenz dem Staatsminister Herrn Dr. Lucius einging: Besten Dank und Gegengruss. Lucius. So endete der Festtag, welcher gewiss bei allen Be- igten eine angenehme Erinnerung zurückgelassen hat. S. Sch.

theil

Durch Verfügung des Herrn Kriegsministers vom 22. Juni v. J. ist den preussischen Militärthierärzten die Mitgliedschaft an thierärztlichen Vereinen verboten worden. Man dürfe aber in dieser Massregel, schreibt man uns, nicht den Ausdruck einer abfälligen Beurtheilung der Wirksamkeit der thierärztlichen Vereine erblicken; vielmehr sei jene Anordnung nur eine consequente Durchführung.