1. September.

Thiermedicinische

Rundschau ete. 28

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auf sieben nothwendig und, wie die Dinge heute liegen, wird die Mehrzahl der thierärztlichen Candidaten 8 Semester an der Schule verbringen, ehe sie in den Besitz der thier- ärztlichen Approbation gelangt.

So kam es denn auch, dass die Bewältigung des Lehr- geschäftes mehr und mehr eine Arbeitstheilung erheischte, dass Lehrer für Specialfächer angestellt und den Lehrern besondere Institute erbaut werden mussten. Auf diese Weise näherte sich der Unterricht allmählich demwissen- schaftlichen.(Schluss folgt.)

Mittheilungen aus thierärztlichen Versammlungen.

XIII. Generalver-ammlung des thierärztlichen Provinzialvereins für Posen am 22. Mai 1887 im Logen- snale zu Gnesen. Nach Begrüssung der Anwesenden durch den Vorsitzenden, Veterinär-Assessor Rueffert-Posen. und Erledigung desGeschöftlichen wurde zurNeuwahl des Vorstandes geschritten und der seitherige Vorstand durch Akklamation Derselbe besteht hiernach aus den Herren:

Veterinär-Assessor

wieder gewählt. Rueffert-Posen(Vorsit?ender), Departementsthierarzt Heyne-Bromberg(Erster stellver- tretender Vorsitzender und Schriftführer), Corps-Rossarzt Gross-Posen(Zweiter stellvertretender Vorsitzender). Kreis- thierarzt Jacob-Schroda(Schriftführer), Thierarzt Herzberg- Posen(Rendanth.

Zu 3 der Tagesordnung:Ueber eine rothlauf- artige Infectionskrankheit bei jungen Rindern erhält sodann das Wort Kreisthierarzt Preusse-Obornik. Derselbe führt etwa Folgendes aus: Anfangs October 1886 habe Referent eine Infectionskrankheit unter jungen Rindern beobachtet, welche höchst wahrscheinlich durch rothlauf- kranke Schweine hervorgerufen worden sei. Es seien im Ganzen 9 Rinder erkrankt; von denselpen sind 8 gestorben und nur eines genesen. Die älteren Rinder sind von der Krankheit verschont geblieben. Appetitlosigkeit, Aufhören des Wiederkauens, teigartige Anschwellungen im Kehlgange, hohes Fieber und grosse Hinfälligkeit seien die haupt- sächlichsten Krankheitserscheinungen gewesen. Die Krank- heitsdauer habe höchstens 24 Stunden betragen. Der Krankheitsverlauf sei dem des Schweine sehr ähnlich gewesen.

Hier wie dort plötzliches Einsetzen der Krankheit und schnelle Entwickelung der einzelnen Symptome, kurze Krankheitsdauer und eine hohe Sterblichkeitsziffer. Jedoch nicht nur der Verlauf, sondern auch der Sectionsbefund habe viele Berrührungspunkte mit dem Schweinerothlauf geboten. Oedem in der Unterhaut am Kehlgang, medulläre Schwellung der Halslymphdrüsen, Transsudation in der Bauchhöhle, eine hämorrhagische oder catarrhalische Magendarmentzündung, medulläre Schwellung der Gekrös- drüsen und der in der Darmschleimhaut gelegenen Lymph- apparate, acuter hyperämischer Milztumor, parenchymatöse Entzündung der Leber, der Nieren und der Herzmuskulatur. Lungenödem, catarrhalische Entzündung der Kehlkopf- und Schlundkopfschleimheit und der Schleimhaut der Kopf-

Stäbchenrothlaufs der

höhlen und Gehirnödem waren die hauptsächlichsten Ver- änderungen; dazu kam noch der Befund sehr zahlreicher Eechymosen unter dem Endocardium der linken Herzhälfte; ein Befund, wie ihn Lydtin für charakteristisch beim Schweinerothlauf hält.

Schliesslich haben sich auch bei den mikroscopischen Untersuchungen des Bluts der verendeten Rinder Bacillen gefunden, welche den Rothlauf bacillen ausserordentlich ähnlich, wenn auch mit denselben nicht identisch waren.

Der Infectionsstoff gelange unzweifelhaft mit dem Futter in den Darmkanal; dafür spreche die stets ange- troffene Erkrankung der Magen- und Darmschleimhaut und der dazu gehörenden Lymphdrüsen. Lydtin Habe in seinem Werke:Der Rothlauf der Schweine gesagt, die Erfahrung habe gelehrt, dass, wenn junge Rinder ausschliesslich aus schlecht gereinigten Kübeln getränkt werden, in denen zuvor das Fleisch von an Rothlauf erkrankten und ge- schlachteten Schweinen gewaschen worden sei, diese selbst massenhaft erkranken. Auch im vorliegenden Falle seien die zur Zubereitung und Verabreichung des Futters für das Jungvieh verwendeten Eimer zuvor zur Aufnahme von Fleisch und Abwaschwasser von geschlachteten rothlauf- Durch die nicht desinficirten Eimer, welche mit Rothlaufbacillen noch ver- unreinigt gewesen, sei daher der Infectionsstoff auf die jungen Rinder höchst wahrscheinlich übertragen worden.

kranken Schweinen benutzt worden.

Der Vortrag, welchem die Versammlung mit grossem Interesse folgte, wird demnächst im Archiv für wissen- schaftliche und practische Thierheilkunde veröffentlicht werden.

Alsdann macht, zum 4. Gegenstande der Tagesordnung übergehend, Departementsthierarzt Heyne-Bromberg Mit- theilungen aus dem Gebiete der Bacteriologie mit Demonstrationen.

Die Lehre von den Mikroorganismen oder Mikrobien, niederen Pilzen, Bacterien, habe Dank insbesondere den bahnbrechenden Arbeiten Robert Koch's im letzten Jahr- zent die erfreulichsten Fortschritte gemacht. Eine Reihe von hervorragenden Forschern beschäftige sich insbesondere mit dem Studium der Formen und Lebenseigenschaften der pflanzlichen Parasiten oder Mikroparasiten, d. h. der- jenigen Organismen, welche beim Menschen oder Thieren Krankheiten verursachen.

Bei der Prüfung auf diese pathogenen Pilze sei es nothwendig, die Form derselben, ihre Wachsthumsart (Reinculturen) sowie ihre physiologische Wirkung(mpfungen) festzustellen. Auf diesem Wege nur allein sei es möglich, zu bestimmen, ob der bei einer Krankheit etwa gefundene Pilz auch thatsächlich als die Ursache derselben anzu- schen sei.

Redner geht sodann aufdie Methoden der microscopischen Untersuchung der Microparasiten ein und betont hierbei, dass zur genaueren Feststellung der letzteren nur ausge- zeichnete Mikroscope mit Oelimmersion und besonderen Be- leuchtungsapparaten geeignet, sowie Färbungen der Pilze noth- Als Farbstoffe werden meist Anilinfarben ver-

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wendig seien.