1. September.
Thiermedicinische Rundschau etc.
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Kindspeches fand sich im Parm eine Art Brei, der im Dünndarm röthlich gefärbt war, im Dick- darm mehr grünlich. In den Lymphhöhlen blutiges Transsudat. Das Vorhandensein von Komma- bacillenformen war nicht zu constatiren, dagegen eine geringe Zahl von Coccen und von geraden Bacillen, ausserdem Körperchen von unbestimmtem Charakter. Durch Qulturversuche wurden aus dem Blute, aus dem Transsudate der serösen Säcke und aus dem Darminhalt Kommabacillen erhalten, die mit denen der asiatischen Cholera identisch waren. Durch diese Beobachtung halten die Ver- fasser für erwiesen(²). dass die Uebertragung der Cholerainfection von der Mutter auf den Fötus nur durch das Blut geschieht und glauben, dass der beschriebene Fall einen starken indirecten Beweis gegen die Localisation der Cholerainfection im Parme bildet. Ob die intrauterine Infection in diesem Falle, der der Bestätigung sehr pe- däörftig erscheint, durch entwickelte Kommabacillen oder durch die von Hüppe als Sporen der Komma- bacillen beschriebenen Körperchen bewirkt wurde, wollen die Verfasser bei einer anderen Gelegen- heit discutiren.— Diese Angaben bedürfen um- somehr der Bestätigung, als die genannten Forscher im Widerspruche mit allen sonstigen Beobachtungen auch die Cholerabacillen häufig im Blute und in einzelnen Fällen auch in der Cerebrospinalflüssig- keit gesehen haben wollen.(Schluss folgt.)
Fibroma ossificum im Masen-Rachenraum eines Burchells-Zebra. von Director Kuckuck-Hannover. Zoolog. Garten, Bd. 28, S. 128, 1887.)
Im zoologischen Garten zu Hannover zeigte sich bei einem Burchells-Zebra ein weisser schlei- miger Ausfluss aus beiden Nasenöffnungen. An- dere örtliche oder Allgemeinerscheinungen fehlten. Nach Anwendung von Inhalationsbädern aus Heu- samen und Chamillen, welche sich das Thier gut gefallen liess, verringerte sich der Ausfluss, ohne jedoch vollständig zu verschwinden. Der ¼ Jahr unveränderte Zustand steigerte sich dann plötzlich erheblich. Es traten erhebliche Athembeschwer- den ein, die von einem gurgelnden Ton pei Aus- führung der Athmung begleitet waren. Die Er- scheinungen verringerten sich von Neuem, ohne dass eine nähere Untersuchung des sehr bös- artigen Thieres ausgeführt werden konnte. Nach ungefähr weiteren sechs Monaten zeigte sich dann eine das linke Nasenloch stark erweiternde weiche Geschwulst. Der gurgelnde Ton war nicht mehr zu hören. Im weiteren Verlauf schop sich nun eine faustgrosse plutreiche weiche Ge- schwulst vor die linke Nasenöffnung, welche die Anwesenheit eines Nasenpolypen ausser Zweifel Stellte. Wegen der Bösartigkeit des Thieres
wurde die nothwendige Operation in der Weise ausgeführt. dass zunächst der Kopf an dem eisernen Käfig festgebunden wurde. Mittelst eingeführter Hand wurde dann durch Torsion die Entfernung der Geschwulst pewirkt, was sonst gut gelang. Die Blutung stand nach kalten Essigeinspritzungen. Die Geschwulst war ein kolbenförmiges Gepilde von 20 em Umfang und 210 g Gewicht. Die histologische Unter- suchung ergab eine bindegewebige Grundsubstanz, in der nach der Spitze der Geschwulst zu glatte Knochenstückchen eingelagert waren. Ob die ganze Geschwulst durch die Operation entfernt ist, lässt K. unentschieden. Jedenfalls wurde das Thier von seinen Beschwerden einstweilen befreit. G. Sch.
Innere Medicin.
lmmunität durch lnjection von Chemicalien.
In Nr. 27 der Deutschen med. Wochenschrift findet sich folgende dem Br. Medichl-Journal ent- nommene Mittheilung.
Dr. L. O. Wooldridge veröffentlicht Mitthei- lungen über eine neue Methode. durch die er Kaninchen gegen Anthrax geschützt hat. Der Anthraxbacillus wurde in einer alkalischen Lö- sung einer besonderen Proteinsubstanz ecultivirt, die man aus den Hooden und der Thymusdrüse erhält. Das Wachsthum ist kein überreichliches, nach 2 Tagen, in denen die Temperatur auf 37 Grad C. gehalten wird, werden die Microben durch Filtration von der Culturflüssigkeit getrennt. Eine kleine Menge des Filtrats wird einem Kaninchen injicirt, alsdann kann das Thier der Inoculation von äusserst virulentem Anthraxblut widerstehen. Der Bacillus selbst, der in dieser besonderen Nährflüssigkeit gewachsen ist, schützt nicht, er tödtet oder bleibt wirkungslos. Bisher konnte man ein Thier gegen cymothische Er- krankung nur schützen, indem man ihm dieselbe Krankheit in modificirter Form beibrachte; in Dr. Woldridge's Experiment muss der Schutz durch ein chemisches Agens, einem Product der Lebens- thätigkeit des Bacillus bewirkt sein. Die Be- obachtung scheint mit Pasteur's Theorie von der
der Art, wie bei Hydrophobie durch Inoculation
von Stückchen Rückenmark wuthkranker Kanin- chen Immunität erzielt wird, übereinzustimmen. Beide Angaben werden durch das Experiment von Prof. Kasch gestüzt, wonach, wenn man Thieren eine hinreichende Menge Sublimat pei- bringt, sie dem Anthrax nicht mehr unter- worfen sind.


