25 Thiermedicinische Rundschau ete.

Festgedichtes, das am Commerse gesungen werden könnte, würde der Ausschuss mit Dank entgegensehen. Für den Einsender des besten Gedichtes ist eine ange- messene Dedication bestimmt.

VI. internationaler Congress für Hygiene und Demographie in Wien vom 26. September bis 2. O6- tober 1887. Das von Sr. Excellenz dem Herrn Staats- minister Dr. von Gossler zu Berlin eingesetzte Comité zur Förderung des obengenannten Congresses hat den Unter- zeichneten ersucht, die thierärztlichen Vereine Preussens auf fraglichen Congress aufmerksam zu machen. Da für denselben mehrere Tractanden aus dem Gebiete der Thier- medicin und für diese verschiedene Thierärzte als Refe- renten aufgestellt worden sind, so wäre es sehr erwünscht, dass die Veterinärvereine durch Delegirte an den betr. Verhandlungen sich möglichst zahlreich betheiligen würden. Hier gilt es zu zeigen, dass die Thierärzte der Gegenwart bereit und befähigt sind mitzuwirken bei der Lösung wich- tiger Fragen, welche ein Zusammenwirken derjenigen Be- rufe erfordern, die mit der öffentlichen Gesundheitspflege sich zu befassen haben.

z. Z. Vorsitzender der Centralvertretung der thierärztlichen Vereine Preussens.

An jede der beiden thierärztlichen Hochschulen in Preussen ist vom Vorsitzenden der Centralvertretung preussischer thierärztlicher Vereine nachfolgendes Glück- wunschschreiben gerichtet worden:

An das Docentcollegium der Thierärztlichen Hochschule in Berlin bezw. Hannover zu Händen des Rectors Herrn Professor Müller und des Directors Herrn Geh. Reg.-Rathes Dr. Dammann.

Den hochverehrten Herren Collegen der Thierärztlichen Hochschule in Berlin Hannover beehrtsich der ergebenst Unterzeichnete die innigsten und aufrichtigsten Glück- wünsche auszusprechen zu der Rangerhöhung der preussi- schen Veterinärinstitute. Die Erhebung dieser zu acade- mischen Lehranstalten enthält die staatliche Anerkennung, dass die Thiermedicin so weit sich entwickelt hat, um allen übrigen Hochschulwissenschaften ebenbürtig an die Seite gestellt werden zu können. Die Thierärztlichen Hochschulen werden nunmehr hoffentlich mit allen er- forderlichen Mitteln und Einrichtungen für die Zwecke der wissenschaftlichen Forschung ausgestattet und so in Stand gesetzt werden, die Aufgaben zu lösen, welche ihnen als Glied der Universitas literarum zufallen. Mit der Beseitigung schulmässiger Institutionen und einer autokratischen Directorial-Verfassung wird den Ver- tretern der einzelnen Specialfächer der Thiermedicin die nöthige Freiheit in ihren Pispositionen zu Theil werden, welche zur Erreichung höherer Ziele einer jeden Wissen- schaft unentbehrlich ist. An die Stelle des unwürdigen Werbens um die Gunst eines omnipotenten Collegen wird das verfassungsmässige Recht, der festgesetzte Etat der einzelnen Disciplin treten und damit ein friedlicher Wettstreit um die Palme der Wissenschaft den unerquick- lichen persönlichen Rivalitäten Schranken setzen. 8So möge denn der Geist der Harmonie und des Friedens in die Thierärztlichen Hochschulen einziehen, damit sie möglichst segensreich wirken im Pienste der Wissen- Schaft und der Volkswohlfahrt, d. i. des Staates. Als- dann werden dieselben unserer Ressortverwaltung nicht nur durch Worte, sondern auch durch die thatsächlichen Erfolge den verdienten Tribut der Pankbarkeit zollen und damit das Wohlwollen befestigen, welches zeit-

gemässe Reformen des Veterinärwesens in den hohen und höchsten Kreisen gefunden haben. Mit collegialem Grusse zeichnet sich in hochachtungs- voller Ergebenheit Po z. Z. Vorsitzender der Centralvertretung der Thierärztlichen Vereine Preussens.

Pin japanischer Prinz, General in der japa- nischen Armee, besuchte im vorigen Monat die thierärzt- liche Hochschule und Militärrossarztschule in Berlin, deren Einrichtungen von ihm eingehend besichtigt wurden.

Das Wintersemester an der Thierärztlichen Hoch- schule in Berlin beginnt am 5. October.

Thierärztliche Versammlungen. I. Kreisverein von Mittelfranken am 6. August 9 Uhr in Nürnberg. Aus der Tagesordnung: Vergiftung mit Osterluzei bei Kühen. Ref. Militärveterinär A. Schwarz. Aetiologie des Tetanus: Ref. Bezirksthierarzt Rogner in Nürnberg. Beitrag zur Racenkunde und Viehzucht: Bef. Districts- thierarzt Schöberl in Pappenheim. II. Thierärztlicher Verein für Württemberg 1. August 10 Uhr in Ulm. Aus der Tagesordnung: Thierärztlicher Ehrenrath: Bef. Vet.-Assessor Beisswänger. Ueber Veterinär-Statistik: Ref. Prof. Zipperlen. Farrenschau auf dem Lande: Ref. O.-A.-Thierarzt Krassel. Die heutige fieberwidrige Behandlung: Ref. Oberrossarzt Hoffmann. III. Verein Rheinpréussischer Thierärzte am 6. August Vor- mittags 10 Uhr im Zoologischen Garten in Köln. Aus der Tagesordnung: Fleisch-Beschau: Dr. Schmidt-Aachen. tauschbrand: Dr. Sehmitt-Geldern.

Sprechsaal.

Sehr geehrter Herr College und Redacteur!

Eine grosse Freude haben Sie mir und gewiss Allen für das Ansehn unseres Standes nicht abgestumpften Collegen dadurch bereitet, dass Sie das bedeutendste Er- eigniss in der Entwickelung des thierärztlichen Unterrichts- wesens neben eingehender literarischer Würdigung, auch

in entsprechender äusserer Ausstattung in Ihrer ge- schätzten Zeitschrift zur Kenntniss des thierärztlichen

Standes brachten.

Meine Freude sollte aber, wie oft im Leben, auch hiebei nicht vollkommen sein. Denn sehr unliebsam wurde ich an Ihre trefflichen Wortenichtswürdig ist der Stand, der nicht sein Alles freudig setzt an seine Ehre erinnert, als ich fast gleichzeitig mit Ihrer werthen Zeitschrift von einem befreundeten Gollegen das Blättchen der Herren Zickfeldt-Buch-Lemke zugeschickt erhielt. Einer meiner Söhne, ein Quartaner, der die Umhüllung entfernt und sich die von meinem Freunde mit Blaustift angestrichenen Stellen angesehen hatte, sagte zu mir:Ihr habt ja eine nette Zeitschrift. Solch Deutsch, wie es hier gedruckt steht, dürften wir in der Schule nicht schreiben. Er zeigte mir dabei in einem sog. LeitartikelStandesange- legenheiten überschrieben, folgende schriftstellerische Kraft- übung:In lauten Jubel werden die studirenden Jünger der Thierheilkunde über die Beförderung der Lehr- anstalten ausbrechen, da nun auch diese äussere Schranke hinweg geräumt worden ist, welche sie noch von den Studirenden der übrigen Hochschulen trennte. Unübertreffliche Logik! Der ganzeLeit- artikel besteht aus 70 Zeilen. Auf selbständige Arbeit der sog.Redaction kommen 24; in diesen jene Leistung. Ich würde dies kaum erwähnen, wenn ich nicht aus an- deren nun daraufhiu eingesehenen Nummern erfahren hätte, dass jene Redaction bei jeder selbstständigen auch noch so kurzen Arbeit sofort in heftige Fehde mit Logik, Stil und Grammatik in der deutschen Sprache geräth.