1. August.

Thiermedicinische Rundschau etc.

waren die Knoten unter dem Brustfell, bei 10 unter dem Bauchfell und bei 27 gleichzeitig unter Brust und Bauchfell.

Chirurgie.

Ueber die Behandlung des Erysipels nach Kraske. Von Classen. Centraſblatt für Chirurgie No. 19, 1887.

Das Verfahren von Kraske, welcher Scarifi- cationen durch den ganzen erkrankten Theil legte, wurde in einer Reihe von Fällen in der Weise modificirt, dass flache eben blutende Schnitte von 6 8 em Länge so auf den Rand der von Erysipel befallenen Hautpartie geführt werden, dass die eine Hälfte des Schnittes in desinficirtes Terrain hineinragt, die andere ausserhalb desselben fällt; diese in Abständen von ½ em geführten Schnitte werden von einer zweiten Reihe von Schnitten unter ganz spitzem Winkel gekreuzt, so dass der Kreuzungspunkt ziemlich genau in den Rand des Erysipels füllt. Auf die scarificirte Partie werden 3 wal täglich zu wechselnde Sublimatumschläge

gelegt. Die kleinen Wunden heilen binnen wenigen

Tagen mit feinen Narben, die gewöhnlich nach einigen Wochen verschwinden. Die Temperatur wird normal und die Röthe der Haut verschwand bis zum 2. Tage nach der Searification vollständig.

Arzneimittellehre.

Einwirkung von Arzneistoffen auf die Magen-

bewegungen. von Schütz.(Archiy f. exper. Pathol. u. Pharmakol. Bd. XXI, 8S. 341 372)

Verf. hat eine Reihe von Versuchen über die Einwirkung bestimmter Arzneimittel auf die Magenbewegungen angestellt, aus deren Resultate folgendes hier mitgetheilt sei. Lähmend wirken Atropin in grossen Gaben; Aether und Chloro- form wirkten nur vorübergehend während der Pauer ihrer Einwirkung. Schwächend wirken Chloral, Urethran, Morphin, Zink, grosse Gapen von Nicotin und Pilocarpin. Brechmittel! sind Emetin, Brechweinstein, Apomorphin. Muscarin bringt dauernden, tetanischen Contractions?zustand hervor. Physostigmin, Digitalin, Secillain, Helle- borein wirken ähnlich wie Muscarin. Den Brech- mitteln ähnlich wirkt auch Strychnin. Coffein, Chlorbaryum und Veratrin. Ohne Wirkung ist Qurare.

Die Versuche wurden an Hunden ausgeführt, denen die Arzeneien in die Jucularvene, selten

durch subeutane Applieation peigebracht waren.

Veterinärpolizei und gerichtliche Thier- heilkunde.

Auszug aus dem Vichseuchen-Bulletin von Elsass-Lothringen. Nr. 124. Mai 1887.

Viehseuchen in Elsass-Lothringen.

Rot?z. 2 neue Rotzfälle. Milzbrand. 2 Binder in einem Stall von 67 Stück Rindvieh an Milz- brand verendet; sämmtliche Thiere des Gehöftes sind gegen Milzbrand geimpft worden. Bläschen- ausschlag. 12 Kühe und 1 Stier. Schafräude. 2 Heerden. Tollwuth. 2 Hunde und 1 Pferd, das gebissen war.

Weitere Tollwuthfälle sind in St. Johann, Kurzerode, Kreis Saarburg, und in Schweinheim, Kr. Zabern, vorgekommen. In der ersten Ort⸗ schaft sind mehrere Personen und 19 Hunde ge- bissen worden. Sämmtliche Personen sind nach Paris gereist, um sich gegen Tollwuth impfen zu lassen. Die gebissenen Hunde sind sämmtlich getödtet, auch ist überall Hundesperre angeordnet worden. Der getödtete Hund in Schweinheim war unbekannter Herkunft.

Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen gut. Die Vichmärkte waren ziemlich besucht; die Viehpreise sind niedrig und die Fleischpreise verhältnissmässig noch immer hoch.

Viehseuchen in anderen Ländern des deutschen Beiches.

Baden. April. Milzbrand 16. Rauschbrand 5, Lungenseuche 4, Bläschenausschlag 97 und Schaf- räude 6 Fälle.

Württemberg. April. Milzbrand 18, Rausch- brand 7, Rotz 6 Fälle. Maul- und Klauenseuche 1 Fall, Bläschenausschlag 59 und Schafräude 2554 Fälle.

Viehseuchen im Auslande.

Schweiz. Mai. Rauschbrand 14, Milzbrand 25, Rothlauf 25 und Schafräude 451 Fälle.

Oesterreich-Ungarn. Vom 15. April bis 15. Mai. Lungenseuche in 57, Botz in 9, Beschäl- seuche in 19, Schafpocken in 2, Milzbrand in 5, Rothlauf in 2, Pferderäude in 12, Schafräude in 9 und Ziegenräude in 6 Ortschaften.

Italien. Vom 4. April bis zum 1. Mai. Milzbrand 57, Maul- und Klauensenche 10, Lungen- seuche 5, Rotz 15 Fälle, Tollwuth 1 Fall, Schaf- räude 21 und Rothlauf 2 Fälle.

Frankreich. April. Lungenseuche in 17, Maul- und Klauenseuche in 2, Schafräude in 7, Milzbrand in 13, Rauschbrand in 11, Rotz in 27 Departements. Tollwuth in 112 Gemeinden von 38 Departements, 162 Hunde, 6 Katzen, 2 Kühe, 1 Fohlen, 1 Schwein, und 10 Schafe sind wegen