Thiermedicinische Rundschau ete.
1887.
No. 21.
1874: 2414 Stück Rindvieh
.
876 1
6
5
1880 44„
1884: 234„„ 167 in Zuid- 1885 83 50/ holland
Im Frübjahre 1884 gewann. nach der unfrei-
willigen Beschränkung der Impfung. die Lungen-
seuche in Schiedam wieder an Ausbreitung. wes- halb man die infieirten und der Ansteckung verdächtigen Bestände, zusammen 2625 Stück Rindvieh zur Schlachtbank brachte. Durch Ver- fügung des Ministers des Innern wurde ein Militär-Kommando dorthin entsendet, um die radikalen Massregeln, Desinfection etc. zu unter- stützen. In dem betreffenden Berichte sind für das Jahr auf den eingeschlossenen Theil des Spoelingsdistrietes nur 134 lungenseuchekranke Thiere berechnet; sind blos so viele unter den geschlachteten 2625 Thieren gefunden worden, so wird hieraus die schwere Durchführbarkeit des radikalen, mit ungeheuren Geldopfern ver-
pundenen Verfahrens in Gegenden mit grossen
und zahlreichen Viehbeständen recht anschaulich.
Vorstehende Zahlen bedürfen eines weiteren Kommentars nicht. Dieselben beweisen,„dass neben den anderen Bestimmungen des Vieh- seuchengesetzes, welche in Gegenden mit kleineren Rindvichbeständen und mit geringerem Vieh- wechsel zur Tilgung der Lungenseuche aus- reichen, in Distrikten mit grossen Viehbeständen und regem Wechsel derselben, ausserdem die Lungenseuche-Impfung sich sehr nützlich erweist, somit ihre volle Berechtigung hat.“
Alle Commissionen, welche beauftragt waren, den Werth der Impfung im Kampfe gegen die Lungenseuche zu prüfen, haben in ihren amt- lichen Berichten bekundet, dass die geimpften Rinder in weit geringerem Procentsatze erkrankt sind, als die ungeimpften. Nach den bezüglichen Untersuchungen und dem letzten Berichte der niederländischen Commission an den König hat sich ergeben, dass von den nicht geimpften Rin- dern durchschnittlich etwa 15 mal so viele lungen- seuchekrank geworden sind, als von den geimpften.
Die Impfverluste werden durchschnittlich auf 1 bis 2 Procent angegeben.
Wenn demnach schon jetzt die Lungenseuche- Impfung bei sachgemässer Ausführung als nütz- lich sich erwiesen hat, so wird dies natürlich um so mehr der Fall sein, wenn es gelingt, die der-
sich im bessten Nährzustande,
selben noch anhaftenden erheblichen Mängel zu mindern, oder ganz zu beseitigen, was durch ent- sprechend geregelte Versuche höchst wahrscheinlich gelingen wird. Vor allen Dingen muss versucht werden, eine zuverlässige und einfache Methode zu finden, welche uns in Stand setzt, eine tadel- lose Lymphe herstellen und längere Zeit in un- verdorbenem Zustande aufbewahren zu können. Die bis dabin vorhandene Unmöglichkeit, Lungen- seuchelymphe auch nur einige Tage lang mit Sicherbeit in gutem Zustande aufbewahren zu können, ist ein schwer wiegender Mangel der Lungenseuche-Impfung; denn grade in dieser Unmöglichkeit liegt der Hauptgrund. dass so oft schlechte Lymphe verwendet wird, wodurch nicht selten, trotz zahlreicher brandiger Schwänze die Impflinge nur theilweise, oder gar nicht geschützt sind. Es wird uns durch die Ergebnisse einer Reihe neuerer Untersuchungen thierischer Gifte der Weg gezeigt, auf welchem das Ziel der Be- reitung und Konservirung einer tadellosen Lungen- seuchelymphe hoffentlich erzielt werden dürfte, da es bereits gelungen ist, verschiedene andere Krankheitsgifte in fraglicher Weise zu präpariren und da in Holland das Lungenseuchegift betreffende Beobachtungen gemacht worden siid, welche uns eine Handhabe für weitere Versuche in dieser Richtung bieten. Die hier in Betracht kommenden Errungenschaften sollen deshalb ihrem wesent- lichsten Inhalte nach in Folgendem kurz mitge- theilt werden. S folgt.)
Medicin.
Statistische Studien über die Psorospermien der Schafe. von Morat.(Rec de méd. vétérin 1886, S. 369.)
Deutsche Beobachter, wie Damman, Leisering und Niederhäuser fanden, dass bei reichlichem Auftreten von Psorospermienknoten im Schlund und in der Kehlkopfmusculatur bei Schaf und Ziege schwere, selbst tõdtliche Störungen eintraten. M. konnte jedoch diese Beobachtungen nicht be- stätigen. Die Psorospermien des Schafes bilden bekanntlich hirsekorn bis haselnussgrosse Knoten. die mit Vorliebe in der Schlundmusculatur und — wie Rabe in Hannover nachweisen konnte (Red.)— im Herzen besonders vorkommen. Der Verf. hat nun während eines Monats alle im Schlachthause zu Troyes geschlachteten Schafe untersucht und gefunden. dass von 900 Schafen 272 mit kecroperuienineten im Schlunde be- haftet waren. Ueber die Hälfte davon befanden 37% in minder gutem, 4,7% in schlechtem und 0,7% waren vollständig heruntergekommen. Bei einem sehr gut genährten Thiere fanden sich 227 Knoten im Schlunde und 128 in der Zunge; bei 6 Schafen


