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Thiermedicinische Rundschau ete.

188 /87. No. 3.

Hierauf folgt eine Mittheilung über ausgeführte Operationen am Oesophagus des Hundes. In einem Falle sass ein Knochen im Schlunde in der Nähe des Zwerchfells. Durch senkrecht 7ur grossen Curvatur angelegten Magenschnitt wurde der Fremdkörper entfernt. Heilung der Wunde gut. Tod durch die lange vorher bestandene Pntkräftung des Thieres. In einem zweiten Falle sassen drei Wirbel eines Hasen im Schlundkopf eines grösseren Hundes. Obwohl nach Entfernung Piterung der Wunde wegen vorangegangener Ver- letzung des Schlundes eintrat, erfolgte Heilung doch nach 3 Wochen. Bei der nach Monaten erfolgten Tödtung fehlte jede Stenose: nur eine kleine Narbe deutete auf die Operation hin.

Zum Schluss lenkte der Vortragende noch die Aufmerksamkeit auf eine von ihm zusammen- gesetzte Sublimat-Glycerin-Gelatine. Zur Herstellung wird gewöhnliche Speisegelatine einige Stunden mit 1 Proz. Sublimatwasser gequellt, dann geschmolzen und mit 10 Proc. Glycerin versetzt. Zum Gebrauch schmilzt man die Masse über einer Spiritusflamme und kann sie dann leicht in dünner Schicht mittels eines Pinsels auftragen. 7u starkes Erhitzen führt Zersetzung des Sublimats herbei. Die Vorzüge dieses als Deckmittel für Wunden pesonders verwendeten Präparats sucht Redner darin, dass es sehr elastisch, sich nicht leicht zusammenzieht, auch auf behaarter und feuchter Haut fest klebt.

Es folgt nun der Vortrag des Herrn Professor Dr. Ellenberger-Dresden

über die Verdauung des Pferdes.

Der Vortragende giebt zunächst ein kurzes Bild unserer bisherigen Kenntnisse über die Ver- dauungsvorgänge beim Pferde. Versuche haben ergeben, dass bei Haferfütterung grosse Mengen Zucker(ca. 150 g) und Milchsäure(pis 50 g) entstehen, während im Hafer selbst nur Spuren von Zucker enthalten sind und die einzelnen Speichelarten nur ein minimales Zuckerpildungs- Vermögen besitzen, die Schleimhäute des Ver- dauungskanals bis zum Magen hin aber gar kein diastatisches Ferment liefern. Untersuchungen der Luft haben nun das Vorhandensein eines Pilzes ergeben, welcher sich dem Speichel zuge- sellt und als erste Ursache der Zuckerbildung angeschen werden kann. Da der Pilz langsam wuchert und künstlich zu Stärke zugesetzt gar keine Wirkung zeigt, muss noch ein zucker- pildendes Ferment als weiterer Faktor hinzu- kommen, um obige Wahrnehmung zu erklären. Ausgeführte Versuche ergaben nun folgende interessante Resultate. Wurden 500 g Hafer mit 60 Proc. Wasser versetzt und in den Brütofen gebracht, so fand sich schon nach 1 ½ Stunden 1 Proc. Zueker. Wurde ferner ein durch Aus-

waschen von allen Verdauungssäften befreiter Magen mit Hafer gefüllt und in warmes Wasser gelegt so konnte in dem Inhalt nach 23 Std. 34 Proc. Zucker nachgewiesen werden. Pie gleiche Zuckerbildung trat auch ein bei Hafer, der in eine in warmes Wasser gelegte Harnblase gebracht worden war. Diese Resultate führen mit Nothwendigkeit zu der Auffassung, dass die Stärkeverdauung nicht durch Verdauungssäfte, sondern durch Fermente bewirkt werden muss. die in dem Hafer selbst vorhanden sind.

Nach Beendigung dieses interessanten Vor- trages machte Herr Assistent Sticker-Berlin noch eine Mittheilung über Pseudo hermaphro- ditismus masculinusexternus beim Rinde. Redner wies darauf hin, dass wahre Hermaphro- diten, d. h. Individuen, die gleichzeitig befruchten und befruchtet werden können, bei den höheren Thiergattungen nicht vorkommen. Hieran an- knüpfend demonstrirt derselbe den Genitalapparat einer Kuh, die äusserlich weiblichen Typus zeigte und wegen gleichzeitiger Anwesenheit von Hoden mit dem Namen Zwitter belegt wurde. Alle Geschlechtsorgane, äussere sowohl wie innere waren im Uebrigen auf ein männliches PThier zurückgeführt worden.

Da nunmehr die Reihe der Vorträge beendet, weitere nicht angemeldet waren, schloss der Vor- sitzende die Verhandlungen der Section indem er gleichzeitig den Erschienenen freundliches Lebe- wohl sagte und Pank für die grosse Theilnahme an den Verhandlungen aussprach. G. Sch.

Innere Medicin.

Beitrag zur Diagnose der Tuberculose des Rindes. Von J. Poels, Thierarzt in Rotterdam. (Deutsch. Zeitschr. f. Thiermed. Bd.

Um peim lebenden Binde die Tuberculose zu diagnosticiren, lässt Poels das Thier fesseln und niederlegen und dessen Kopf derart nach rück- wärts beugen, dass die Vorderfäche des Halses gestreckt und nach oben gerichtet ist.

Nachdem mit dem Bistouri ein kleiner Haut- schnitt gemacht worden ist, wird in die Trachea zwischen zwei Ringen hindurch ein Troicart ein- geführt und dessen Stilett zurückgezogen, Sobald man in die Luftröhre eingedrungen ist.

Nun wird ein Pinsel oder sehr Kleiner Schwamm, der an einem ca. 0,50 m langen Neusilberdraht pefestigt ist, durch die leere Hülse in die Luft- röhre eingeführt, über deren Schleimhaut hin und her gestrichen und darauf mit Schleim imprägnirt zurück gezogen. Damit der Schleim nicht an den Wundrändern abgestreift oder hier mit Blut unter- mischt wird, muss die Canüle so lange liegen