1. November.
Thiermedicinische Rundschau etec.
knorpel bestehende Verbindung durchschnitten. Das so entstehende Narbengewebe und das ver- wachsene Gelenk führen die Fixirung des Knorpels herbei. Nach 4—6 Wochen anhaltender Ruhe war neben Heilung der Wunde bedeutende Besse- rung eingetreten.
Bei der anderen Operationsmethode wurde versucht durch künstliche Herbeiführung einer starken Narbenretraction an der atrophischen Muskelpartie den petreffenden Giesskannenknorpel festzustellen. Zu diesem Zweck legte der Vor- tragende an der gelähmten Seite in dem Venen- dreieck der Iugularis einen Schnitt dicht über der Vena maxillaris externa an, präparirte, so- weit erforderlich, einen Theil der Ohrspeichel- drüse zurück, durchschnitt die vorliegende Partie der Schlundkopfschnürer und erreichte auf diese Weise die Decke des Kehlkopfes. Nunmehr wird eine Scheere unter den Rest des hinteren Ring- giesskannenmuskels gebracht und das Muskel- gewebe durchschnitten. Der Erfolg war nach erfolgter Heilung gleichfalls ein guter, obwohl vorübergehend eingetretene Dyspnoö die Tracheo- tomie nöthig machte.
Von den angeführten Methoden will Redner der eben genannten den Vorzug geben und glaubt. dass mittels derselben bei hochgradigem Kehl- kopfspfeifen die Dyspnoð stets so gemindert werden
könne, dass das Pferd dienstbrauchpar bleibe. Wei- tere Versuche müssten erst zeigen, ob auch eine Hei- lung des pfeifenden Inspirationstons zu erzielen ist.
Hierauf ersuchte der Vortragende noch die anwesenden Fachgenossen, geeignete Fälle der Berliner Klinik überweisen zu wollen und zeigte dann im Operationsraume der Klinik an einem Patienten die Ausführung der von ihm geschil- derten zweiten Operation.
In der nächsten Sitzung, als deren Vorsitzender Herr Professor Schütz-Berlin gewählt wurde, machte zunächst Herr Assistent Frick-Berlin mehrere Mittheilungen.
Redner bespricht zuerst die Anwendung der Magenpumpe beim Hunde. Angezeigt erscheint das Verfahren in Fällen chronischer Magenaffectionen, wobei häufigBrechanstrengungen ohne wirklichen Erfolg gemacht werden. Arznei- mittel erweisen sich dapbei meist wirkungslos. Die Magenpumpe besteht aus einem starren Katheter grösseren Kalibers, welcher in den Magen ein- geführt wird. Das freie Ende ist mit elastischem Schlauch und Trichter verbinden. Bei der An- wendung wird der Hund auf den Rücken gelegt. der Kopf gestreckt, der Trichter gefüllt und nach- her wieder gesenkt, wobei die eingeführte Flüssig- keit zurückläuft. Verwendet wurde zum Aus- spülen ½;% Salicylsäure.
Auf Grund dieses Programms wurden folgende Fragen gestellt:
a) 1. Anatomie. Frage 1. Beschreibung des
Herzens und des Herzbeutels zu geben.
Frage 2. Welcher Unterschied besteht zwischen dem Magen eines Wiederkäuers und demjenigen eines Pferdes.
Frage 3. Unterschied zwischen dem Gebiss eines Pferdes, Hundes und Schweins.
II. Physiologie. Frage 1. Wozu dient das Kauen und das Wiederkauen und welche Thiere sind Wiederkäuer?
Frage 2. Wie geschieht das Athemholen und warum athmet das Pferd durch das Maul? Frage 3. Wie geschicht der Blutumlauf?
b) Frage 1. Weſches sind die Erscheinungen
der rheumatischen Hufentzündung?
Frage 2. Woran erkennt man eine Ver- krüppelung(kreupelheid)? Was ist ein Spat und welche Arten von Spat kennen Sie?
Frage 3. Was ist ein Zwanghuf(klemhoef) und wie behandeln Sie denselben?
Frage 4. Wie behandeln Sie Nabelentzündun g bei Kälbern und wie entfernen Sie dabei die Würmer?
¹) Die holländisch gestellte Frage lautet: Hoe be- handelt gij naveloutsteking by kalveren eb hoe verwijdert gij daarbih de wormen? Ob unter„wormen“ wirklich
e) Frage 1. Wie unterscheiden sich gutartige Druse und Rotz? Wann spricht man von Rotzverdacht? Wie behandelt man diese Krankheiten mit europäischen und in- ländischen Heilmitteln?
Frage 2. Bei welchen Krankheiten verwendet man Schwefelsäure und Salzsäure? Schreiben Sie ein Recept, worin diese Säuren vorkommen.
Frage 3. Geben Sie den Unterschied zwischen Rinderpest und Milzbrand an.
d) Frage 1. Wie fesselt man Pferde, Rinder und Hunde. „ 2. Wie verrichtet man den Panzen- Stich? „ 3. Wie heften Sie Wunden? e) Frage 1. Angenommen, ein männlicher
und weiblicher Büffel seien an Rinderpest eingegangen. Auf welche Organe haben Sie bei der Section besonders zu achten und wie machen Sie die Section.
Frage 2. Angenommen, eine Heerde Rinder ist auf dem Marsch. Sie sehen an derselben verdäch- tige Erscheinungen. Was haben Sie dabei zu thun?
Frage 3. Bei welchen ansteckenden Krank- heiten dürfen Sie das Thier schlachten lassen?
„Würmer“ zu versfehen sind, konnte nicht herausgefunden werden. Jedenfalls bedeutet hier„wormen“ etwas anderes. Der Berichterstatter.
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