15. Oktober.
Thiermedicinische Rundschau ete.
Sorgen des Studiums und Anfangstheils der prak- tischen Thätigkeit möglichst zu mildern, bis der Zeitpunkt zum Erwerb einer sicheren und gün- stigeren Stellung herangekommen ist.
(Schluss folgt.)
Vereins-Nachrichten.
Der thierärztliche Centralverein Stettin— Stral- sund versammelt sich am
Sonntag den 17. Oetober, Vormittags 11 Uhr im Hotel de Prusse zu Stettin. Tagesordnung:
1. Allgemeine Besprechungen, Kassen- und Denkmals- Angelegenheiten.
2. Vortrag des Kreis-Thierarztes Herrn Töpper über Behandlung traumatischer Gelenkwunden.
3. Vortrag des Herrn Ober-Rossarztes a. D. Herrn Klemm über eine neue Spatoperation.
Zur Sitzung sind die Mitglieder des thierärztlichen
Vereins freundlichst eingeladen. Der Vorstand: gez. Müller.
Einladung zu der am Dienstag den 19. Oetober d. J. im Gast- hofe zum„Prinz Carl“ in Halle(dicht am Bahnhofe) stattfindenden 19. General-Versammlung des thierärzt- lichen Centralvereins für die Provinz Sachsen, die thün. und anhalt. Staaten.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Angelegenheiten inel. Erledigung der Kassenrevision etc.
2. Event. Fortsetzung der Diseussion über die Frage, ob und in wiefern eine Belehrung der Thierbesitzer über Selbsthülfe bei Behandlung von Thierkrank- heiten Aufgabe der Veterinärwissenschaft ist.
VUeber Gregarinen, Psorospermien- und Miescher'sche oder Rainey'sche Schläuche bei unseren Hausthieren mit Demonstration verschiedener Präparate; Ref.:
Prledigung des in voriger General-Versammlung eingebrachten Antrages des Vereins beamteter Thier- ärzte zu Magdeburg Giche Protocoll vom 14. April 1886 S. 5) und des Antrages des Stettiner Vereins betr. gewisse Aeusserungen in der thierärztlichen Fachpresse.
5. Neuwahl des gesammten Vorstandes.
Verschiedene PTractanden vorstehender Tagesordnung machen ein zahlreiches Erscheinen der Vereinsmitglieder ganz besonders wünschenswerth.
Die Verhandlungen beginnen 10 ½ Uhr Vormittags. Nach Schluss derselben, gegen 2 Uhr Nachmittags, findet ein gemeinschaftliches Mittagessen statt, bei welchem die Damen der Vereinsmitglieder sehr willkommen sind.
Halle a. S., den 27. September 1886.
Im Namen des'Vorstandes Prof. Dr. Pütz, z. Zt. Vorsitzender.
Verein schlesischer Thierärzte. Versammlung: Sonntag, den 17. Oetober d. J., Vor- mittags 11 Uhr, zu Breslau im Logenhause, Antonien- Tagesordnung:
1. Mittheilung der eingegangenen Schriftstücke und
Drucksachen. 2. Rechnungslegung.
3. Referat des Herrn Kreisthierart Kampmann-Woh- lau: Weshalb eignet sich der Bläschenausschlag nicht zur Aufnahme im Seuchengesetz?
4. Einige Mittheilungen über die Naturforscher-Ver- sammlung in Berlin. Referent: Ulrich.
5. Mittheilungen aus der Praxis.
Dr. Ulrich.
Kleine Mittheilungen.
Tyrotoxicon im Speiseise. Vor etwa zwei Jahren entdeckte Dr. Vaughan, Professor der physiologischen Chemie an der Universität von Michigan, ein sehr giftiges Ptomain im Käse. Vor einigen Monaten gelang es ihm, dieselbe Substanz aus Milch, die längere Zeit bei Zimmer- temperatur gestanden hatte, zu isoliren. Eine kleine Quantität in das Maul eines Hundes ge- bracht, verursachte Schäumen am Maule, Würgen, Brechen, Spasmen der Bauchmuskeln und später Diarrhoe mit wässerigen Entleerungen. Neuer- dings fand Vaughan dies Ptomain in einem Speiseise wieder, nach dessen Genuss 18 Personen schwer erkrankten, und zwar mit Symptomen, die den bei dem oben erwähnten Funde beobachte- ten gleich waren. V. fand ferner eine grosse Aehnlichkeit zwischen den durch Tyrotoxicon hervorgerufenen Symptomen und denjenigen, die bei gewissen Epidemien von Diarrhoe vorkommen, und er neigt zu der Ansicht, dass Cholera in- fantum, infantile Diarrhoe u. s. w. durch die Bil- dung von Tyrotoxicon in schmutzigen Flaschen, Saugpfropfen etc. verursacht werden können.
(Deutsche med. Wochenschrift.)
Die Königl. Regierung in Breslau hat mit Rück- sicht auf die Gefahr, welche der menschlichen Gesundheit durch an Diphtheritis erkranktes Geflügel droht, verfügt, dass das auf Märkten feilgebotene Geflügel durch Sachverstän- dige auf dessen Gesundheitszustand untersucht und dement- sprechend nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen behandelt werden müsse. Die Käfige sowie die Stallungen derart kranker Thiere müssen desinficirt werden.
Gestattung des Aufblasens von Schlachtthieren. Die Königl. Regierung in Schleswig, welche bisher das Aufblasen des Fleisches geschlachteter Thiere verboten hatte, hat diese Verfügung vorläufig ausser Kraft gesetzt. weil in Hamburg ein derartiges Verbot nicht besteht und die angrenzenden Schlächter in Altona durch die Bestim- mung sich geschädigt fühlten und deshalb um vorläufige Aufhebung petitionirt hatten.
Tagesgeschichte. Mit dem beginnenden Wintersemester sind die Herren Geh. Rath Dr. Leisering und Hofrath Prof. Sussdorf
an der Königl. Thierarzneischule in Dresden in den Ruhe- stand getreten.
Die Korps-Rossärzte Gross-Posen; Neuse-Münster. Rust-Strassburg und Zorn-Königsberg sind von dem Herrn Kriegsminister nach Berlin berufen worden, um an
dem von Prof. Schütz geleiteten bacteriologischen Oursus
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