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1. Oktober.
PThiermedicinische Rundschau etc. c 9
b) Bericht über die Prüfung im Hufbeschlage, in der Zeit zwischen der Anmeldung und der Finberufung
welcher sich darüber auszusprechen hat, ob der Prüfling darin soweit ausgebildet ist, dass er ein vorschriftsmässiges Vorrathseisen schmieden und einen Huf regelrecht be- schneiden und berunden kann.
Mit Abhaltung dieser Prüfung wird eine Commission, bestehend aus einem Rittmeister oder Hauptmann und einem Lieutenant, sowie einem Ober-Rossarzt, bezw. in Brmangelung desselben einem Rossarzt oder Unter-Rossarzt, beauftragt.
Von dieser Prüfung sind diejenigen Mannschaften be- freit, welche bereits die Prüfung zum Nachweis der Be- fähigung zum Betriebe des Hufbeschlagsgewerbes bestanden haben.
2. Mannschaften, welche für den Besuch der Ross- arztschule angemeldet werden sollen oder angemeldet worden sind, dürfen nicht zu Unteroffizieren befördert werden.
Einberufung der Aspiranten(§ 11).
1. Von den angemeldeten Mannschaften wird durch die Inspection des Militär Veterinärwesens die erforder- liche Zahl zu einem sechsmonatlichen Lehrkursus zur Lehrschmiede Berlin einberufen. Gleichzeitig wird durch die Inspection des Militär Veterinärwesens mitgetheilt, ob die nicht einberufenen Mannschaften Aussicht haben, später und event. wann einberufen zu werden. Die EFinberufenen heissen„Rossarzt-Aspiranten“. Diejenigen, welche sich zur Ausbildung in der Lehrschmiede nicht befähigt erweisen, werden von der Inspection dem Truppentheil zu- rückgeschickt.
Einberufung der Eleven(§ 14).
Nach Beendigung des Kursus bei der Lehrschmiede kehren die Apiranten, wenn sie nicht sofort als Pleven in die Militär-Rossarztschule aufgenommen werden, zu ihren
ntheilen zurück, nachde ie 2 ei Prũ —5 heit unter den in der betreffenden Milchanstalt Beschäftigten
im Hufbeschlage abgelegt haben. Bestehen sie dieselbe, so erfolgt ihre Einberufung zur Militär-Rossarztschule als „Eleven“ in der ersten vollen Woche des Monats October des laufenden oder des folgenden Jahres. Mit dem Tage, zu welchem sie einberufen sind, scheiden sie aus dem Ptat ihrer Truppentheile aus.
Wiederholte Einberufung von Aspiranten. Ausschluss von der Einberufung(§ 15).
1. Diejenigen Aspiranten, welche die Prüfung im Huf- beschlage nicht bestanden haben, können nach Verlauf eines Jahres, während dessen ihnen beim Truppentheil Gelegenheit zur Prlernung des Hufbeschlages zu geben ist, auf erneute Anmeldung von der Inspection des Militär- Veterinärwesens zu einem zweiten Kursus zur Lehrschmiede Berlin einberufen werden.
2. Führen sich Aspiranten, welche mit der Anwart- schaft auf demnächstige Einberufung als Eleven zu den Pruppentheilen zurückgekehrt sind, in der Zwischenzeit schlecht, so unterbleibt ihre Absendung zur Militär-Ross-
zur Lehrschmiede wesentlich verschlechtert.
Bessert sich ihre Führung, so können sie seitens ihrer Truppentheile zu einem der nächsten bezüglichen Lehrkurse bei der Inspection des Militär-Veterinärwesens angemeldet werden.(Fortsetzung folgt.)
Kleine Mittheilungen.
Scharlachverbreitung durch Milch. Die städtische Gesundheitsbehörde von London hat in der letzten Zeit zwei Berichte veröffentlicht, die dadurch das grösste Inter- esse verdienen, dass sie auf Grund eingehender und sorg- füältiger Untersuchungen den Beweis zu führen suchen, dass Scharlach durch Milch von Kühen, die von einer be- stimmten, näher beschriebenen Krankheit behaftet sind, epidemische Verbreitung finden kann. Der erste Bericht, vom 31. März l. J., enthielt eine von dem städtischen Gesundheitsbeamten Mr. W. H. Power herrührende Par- stellung einiger localer Scharlachepidemien in London, deren Ursache sich mit überzeugender Wahrscheinlichkeit auf Milch zurückführen liess, die aus bestimmten Ställen stammte, in welch letzteren dann die Erkrankung der Kühe zuerst entdeckt wurde; der zweite soeben publicirte Bericht enthält eine Vervollständigung jener Beweisführung durch bacteriologische Untersuchungen und Thierexperimente von Dr. Klein, dem wohlbekannten Pathologen an der Brown Institution in London.
Beobachtungen, dass die Ausbreitungen von Scharlach- epidemien mit einem bestimmten Bezirk der Milchver- sorgung zusammenfiel, sind in England zu wiederholten Malen gemacht worden; Ernest Hart hat 15 Scharlach- epidemien zusammengestellt, die auf Milchinfection zurück- führbar sind ¹). Allein gewöhnlich hatte sich die Krank-
zuerst gezeigt und es lag nahe, dass man dann die weitere
Verbreitung derselben unter den Consumenten einfach durch
eine Verunreinigung der Milch durch die mit ihr beschäf-
ten, inficirten Personen erklärte; man dachte nicht daran, dass die Kühe selbst die Quelle der Infection sein könnten.
Im letzten December nun traten in London Scharlach- epidemien in den Kirchspielen von Marylebone, St. Pancras,
Hampstead und Hendon auf, die augenscheinlich mit einer.
bestimmten Milchversorgung in Beziehung standen, bei denen es aber unmöglich war, die Infection der Milch von erkrankten Menschen herzuleiten. Die Farm, von der die Milch stammte, zeigte ausgezeichnete sanitäre Verhältnisse
und der daselbst behandelnde Arzt konnte mit Bestimmt-
arztschule; der Inspection des Militär Veterinärwesens ist
seitens des betreffenden Truppentheils hiervon rechtzeitig Mittheilung zu machen. In gleicher Weise wird auch hin- sichtlich solcher Aspiranten verfahren, deren Führung sich
heit angeben, dass Scharlach oder eine diesem auch nur entfernt ähnliche Krankheit seit langer Zeit weder in der Farm noch in deren Nachbarschaft vorgekommen war. Auffallend war nur, dass in dem Kirchspiel St. John's Wood, wo Milch aus der gleichen Farm consumirt wurde, zur gleichen Zeit kein Scharlach auftrat.
Nun hatte man im vorigen Jahre gewichtigen Grund
¹) Transaction of the International medical Congress, 1881 Vol W p. 391 2


