6 Thiermedicinische Rundschau ete.
1886/87. No. 1.
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es. Aehnliche Ergebnisse fanden sich bei Ver- suchen mit dem Pockencontagium; auch bezüglieh der parasitären Erblichkeit der Tuberkulose, wo die Versuche noch nicht abgeschlossen sind. glaubt Verf. ein gleiches Resultat annehmen zu können.
Innere Medicin.
Beiträge zur Heilung des Dummkollers. Von Klemm.
(Arch. f. wiss. u. prakt. Thierh. Bd. XI, Heft 5 u. 6, 8S. 413—417.)
Wenn die Erfahrung auch gelehrt hat, dass es gelingt gelegentlich eine vorübergehende Besse- rung bei den durch den chronischen Hydrops der Ventrikel bedingten Krankheitserscheinungen her- peizuführen, so ist es jedoch noch nicht gelungen Heilung durch Beseitigung der Flüssigkeit zu be- wirken. Ebensowenig ist bisher die Ursache jener Wasseransammlung mit Sicherheit allgemein fest- gestellt worden. Verf. glaubt zur Erklärung ein vasoconstrictorisches Centrum für die Plexus an- nehmen zu müssen, das gereizt eine Abnahme der Wasseransammlung bewirken müsse, dagegen im gelähmten Zustande Wasseransammlung herbei- führe. Die Wirkung des Pilocarpins auf eine starke Alteration nervöser Centren zurückführend, versuchte K. dasselbe auch beim Dummkoller. Er wendete subcutan 1,0 Pilocarp. muriat. an, das in Wasser qu. s. gelöst war. Bei besonders grossen und starken Pferden steigerte er die Posis bis auf 1,2 g. Die Patienten wurden dabei in Decken gehüllt, die erst nach 12 Stunden nach und nach entfernt wurden.
Bei dieser Behandlung will K. sehr gute Er- folge dann erzielt haben, wenn die Thiere noch in den ersten Stadien der Krankheit sich befan- den. Rückfälle sind ihm unter diesen Umständen
nicht bekannt geworden. Wohl aber traten Re- cidive ein, wenn die Krankheit bereits weiter vorgeschritten und längere Zeit bestanden hatte. In solchen Fällen musste eine Wiederholung der Kur vorgenommen werden. Bei der sogenann- ten subcutanen Gehirnentzündung(Leptomenin- gitis) genügte oft eine Einspritzung von 0,8, um das Pferd in 24 Stunden wieder gesund zu machen. In älteren Fällen bleibt oft Trägheit bei der Arbeit und unregelmässige Futterauf- nahme zurück.
Im Anschluss hieran erwähnen wir noch eine Mittheilung von Johne(Fortschritte der Medicin No. 6. 1886) gelegentlich der Besprechung obiger Angaben von Klemm. Johne hat vom Pilocarpin in ſüngster Zeit ebenfalls eine ganz vorzügliche Wirkung in einem sporadischen Falle von einer ganz ausserordentlich typisch verlaufenden Cerebro- Spinalmeningitis bei einem zweijährigen Pferde gesehen. 24 Stunden nach der prompt und aus- giebig wirkenden Pilocarpininjection erhob sich das bis dahin auf der Streu liegende Thier, in- dess war die enorme Steifigkeit des Halses und der Fxtremitäten, die grosse Schreckhaftigkeit und hoch gesteigerte Reflexerregbarkeit, sowie ein typischer Nystogmus oscillatorius noch in fast gleichem Grade vorhanden. Innerhalb vier Tagen wurden die Injectionen von je 0,6 Pilocarp. muriat. noch zweimal wiederholt, später noch Kali joda- tum innerlich verwendet und bei dieser Behand- lung das Thier innerhalb vier Wochen vollständig geheilt. Bezüglich der Erklärung der Wirkungs- weise des Pilocarpin bei Dummkoller glaubt Johne dieselbe auf die hervorgerufene Steigerung sämmt- licher Sekretionen(pesonders Schweiss, Speichel- und Darmsekrete) und die dadurch hervorgerufene enorme Wasserentziechung und mächtig angeregte Resorption zurückführen zu müssen.
blicksbilder des Rennpferdes„Sallie Gardner“, welches sich 16 m pro Sekunde bewegte und in Zwischenräumen von ½ 5 Secunde aufeinander folgend aufgenommen wurde. Pas berechtigte Aufsehen, welches die Bilder von Muybridge machten, ist hauptsächlich darin begrändet, dass Jedermann die Unvollkommenheit der gewöhn- lichen Beobachtung, der Sinneswahrnehmung mit blossem Auge klar vorgeführt wurde. Der Streit über die Galoppbewegung des Pferdes verdankt auch zum Theil diesen Verhältnissen seine Entstehung.
Die dritte Figur bringt ein Pferd in dem Augenblick zur Parstellung, wo dasselbe quer vor dem Apparat vorbeiläuft und über ein Hinderniss Setzt.
Der französische Physiologe Marey constru- irte noch eine sog.„photographische Flinte“, ins-
besondere um Vögel im Fluge aufzunehmen. Der photographische Apparat ist hier in die Form einer Flinte gebracht, wodurch das Zielen wesent- lich erleichtert wurde, Im Laufe der Marey- schen photographischen Flinte, die in der vierten Figur abgebildet ist, sitzt das Objeetiv und in der drehbaren Trommel eine empfindliche Platte. Ein Uhrwerk setzt im gegebenen Momente die Trommel so in Bewegung, dass sie sich einmal in der Sekunde in zwölf Absätzen herumdreht und nach jedor Zwölftel-Umdrehung einen Momentverschluss von ½20 Secunde öffnet.
Mögen diese Mittheilungen genügen, um die Leser mit einem sehr interessanten wisssenschaft- liechen Hilfsmittel aus dem Gebiete der Photo- graphie bekannt zu machen.
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