1 Oktober.

Thiermedicinische Rundschau etc. 5

Ueber das Vorkommen von Tuberkelbacillen im gesunden Genitalapparat bei Lungenschwind- sucht, mit Bemerkungen über das Verhalten des Fötus bei acuter allgemeiner Miliartuberkulose

der Mutter.

Von Curt Jani (weiland prakt. Arzt und Assistent am patholog. Institut zu Leipzig. Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben von 0. Weigerth. Virchow's Archiv. Bd. 103, 3. Heft.

Verf. hatte den den Samenbläschen entnom- menen Samen Schwindsüchtiger. bei denen Tuber- kulose der Hoden, Prostata oder Samenbläschen nicht direct nachzuweisen war, auf das Vorhan- densein von Tuberkelbacillen untersucht. Das Ergebniss war jedoch negativ. Pagegen waren in den Hoden Tuberkelbacillen in geringer Menge nachzuweisen bei fünf von acht untersuchten Fällen. Die Tuberkelbacillen fanden sich in dem krümelichen und zelligen Inhalt der Samenkanäl- chen theils dicht neben denselben. Ebenso ergab die Untersuchung der Prostata ein positives Resultat. In 4 von 6 untersuchten Fällen konn- ten Bacillen in der nächsten Nachbarschaft der Drüsenepithelien nachgewiesen werden. Eine pathologische Gewebsveränderung war weder im Hoden noch in der Prostata in der Umgebung der Bacillen nachzuweisen. Demnach wäre die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass tuberkulöse

Keime durch den Samen eines Phthisikers an das Ei herangeführt werden können. Auch könnten

andererseits von der Peritonealhöhle aus Bacillen durch die Tuben in den Uterus gelangen und so das Ei inficiren. J. gelang es in einem Falle von Darmtuberculose Tuperkelbacillen in den Schleim- hautfalten der Tuben nachzuweisen. Dagegen dürfte nach dem Prgebniss einer Untersuchung eines Falles von allgemeiner acuter Miliartuber- culose bei einer Frau zu schliessen, eine Ueper- tragung tuberculöser Keime durch den Placentar-

kreislauf auf den Fötus für gewöhnlich nicht stattfinden.

Ueber erbliche Uebertragung parasitärer Organismen. von M. Wolff.

Wirchow's Archiv. Bd. 105, Heft 1, 1886.)

Bekanntlich ist Koubassoff auf Grund seiner Versuche zu der Annahme gekommen, dass ein Uebergang von Mikroorganismen seitens der Mutter auf den Fötus im Ganzen leicht erfolgt und mithin auch eine Infection nicht ungewöhnlich zu Stande kommt. Im Gegensatz hierzu fand Verf. bei seinen Versuchen mit Milzbrand, dass in der Regel ein derartiger Uebergang der Bacillen nicht statt- findet. Nur unter besonderen Umständen geschehe

Oberfläche des Thieres verschiebt gegen die verticale, gegen die horizontale Vorwärtsbewegung des Thieres, gegen die auf diesen beiden Richtungen senkrechte horizontale Ouerrich- tung. Für das, was nun durch die chrono- graphischen Registrirapparate nur schwer erreich- bar scheint, für die Fixirung der Gesammtform des bewegten Thieres in jedem Momente der Bewegung, kommt nun die zweite graphische Methode zu Hülfe, die photographische. Ins- besondere ist diese von Muybridge, Ma- rey, Lugardon und Anschütz ausgebildet worden.

Die ersten systematischen Photographien von Thieren in aufeinander folgenden Bewegungen machte der Amerikaner Muybridge. Muybridge liess, wie dies in der Figur 1 dargestellt, ein Pferd auf einer Rennbahn traben, und zwar vor einer Reihe von zwölf bis dreissig nebeneinander pe- findlichen Cameras, welche automatisch arbeiteten. Auf der mit Kautschuk gepflasterten Rennbahn waren Fäden gespannt, welche zum Momentver- schluss der Camera führten. Der Verschluss wurde mittels Elektricität in Function gesetzt. Sobald das Pferd einen dieser Fäden bei seinem Laufe entzweiriss oder nur berührte. Dadurch wurde eine Camera nach der anderen, sopald das Pferd vorbei kam, zur Aufnahme geöffnet und

dreissig aufeinander folgende Photographien wäh- rend des Laufes erhalten. In der zweiten Figur sehen wir die Augen-

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