1. Oktober.
Thiermedicinische Rundschau ete. 3
Bacillen der Mäuse-Septicaemie sei, die Feld- maus hiergegen aber vollständige Immunität be- sitze, das Verhältniss hinsichtlich der Rotzbacillen gerade umgekehrt wäre.
Bezüglich der Färbungsmethoden betont Verf., dass sich in Deckglaspräparaten die Ba- cillen zwar schon mit den wässerigen Lösungen von Methylenblau, Gentianaviolett und Fuchsin tingiren liessen, dass sich hierzu aber besser al- kalische Farblösungen eigneten, so besonders eine Lösung von 1 cem der concentrirten Lösung einer der oben genannten Anilinfarben in 3 cem Kali- lösung 1: 1000. Noch bessere Resultate sind zu erlangen, wenn die Ehrlich-Koch'sche Ani- linwasser-Gentianaviolett- resp. Fuchsin-Lösung mit der gleichen Menge der obigen Kalilösung vermischt, zur Verwendung kommt.
Als beste Methode die Schnitte zu fär- ben wird folgende angegeben: 2— 4 Minuten langes EFinlegen der Schnitte in die alkalische Methylenblaulösung, 5 Minuten langes Abspülen in einer Lösung von 10 cem Aqua dest. mit Zu- satz von 2 PTropfen concent. schwefliger Säure und 1 Tropfen 5 proe. Oxalsäure, Entwässern in absolutem Alkohol. Diese Lösung zicht die Farbe schnell aus den Kernen aus, ohne die Bacillen zu entfärben. Auch soll es sich empfehlen, die Schnitte vor Einlegen in die Methylenblaulösung,
einige Minuten in die Kalilösung von 1: 10000 zu legen.
Bezüglich des Auftretens und Vorhan- denseins der Rotzbacillen im Blute kommt Verf. auf Grund der schon früher von Gerlach, Bollinger, Viborg, Hering u. A. gemachten negativen Befunde und seiner eigenen Versuchs- ergebnisse zu dem Resultat, dass ähnlich wie bei der Tuberculose die Rotzbacillen nur bei sich plõtzlich einstellenden Allgemeininfectionen im Blute auftreten, um dann später aus demselben zu verschwinden, weil das Blut nicht ihr eigent- liches Lebenselement sei.
Auch über die Tenacität des Rotzgiftes hat L. Versuche angestellt und dabei bisherige Angaben in der Literatur näher geprüft. Fs stellte sich hierbei zunächst mit Sicherheit heraus, dass an Fäden eingetrocknete Rotzbacillen drei Monaten lang entwicklungsfähig bleiben können, dass hingegen in der Mehrzahl der Fälle ihre Virulenz in den ersten Wochen des Eintrocknens verloren geht. Alle An- gaben, welche eine länger als viermonatliche Dauer des Rotzcontagiums ausserhalb des Thier- körpers betreffen, sind daher mit Vorsicht auf- zunehmen und sehr zu bezweifeln.
Das Verhalten der Rotzbacillen gegen Desinficientien ist vom Verf. ebenfalls näher
zufassen, so würden wir dadurch noch immer kein vollkommenes Bild von den Bewegungen er- halten, denn wir sind weder im Stande die gemachten Wahrneh- mungen zu fixiren, noch auch sie anderen gut mitzutheilen. In dem rasch wechselnden Spiele der Bewegungen ver- drängt ein Eindruck den anderen und
Ei
nach Marey, wird mit Hülfe eines Registrir- apparates Zeitdauer und Richtung der einzelnen Bewegungen in Form von Qurven aufgetragen. Aus der Anzahl und der Form der Curven, die während einer Um- drehung erhalten wer- den, erkennt man bei- spielsweise bei einem fliegenden Vogel erstens
die Zahl der Flü-
vergebens strengt der Beobachter sein Gedächtniss an, um sich jede
gelschläge, zwei- tens die Zahl der Zusammenzieh- ungen und Streck-
Einzelheit der Vor-
ungen der Mus-
gänge nachher zu reproduciren. Man hat nun
keln; es lässt sich sodann drittens vermittels dieses
versucht diese
Apparates die
Mängel durch be- stimmte Kunst- hülfe auszuglei- chen und sich be-
Höhe und Weite der Bewegung an den Flügelspitzen messen; es wird
müht, die Be- wegungen der Thiere durch graphische Methoden zu fixiren. Bei der einen, der chronographischen
viertens ermög-
licht, im Detail die kRichtung festzustellen,
in der sich ein einzelner Punkt an der 1*


