und dichter als gewöhnlich in ein kräftiges Land saͤen, um zeitiges Futter im Frühjahre zu erhalten, man kann ihn aber auch im Frühjahre säen, um zu verschiedenen Perioden im Sommer Grünfutter zu bekommen. Als solches eignet er sich ganz besonders in Sandboden, wo Klee und ähnliche Gewächse nicht sicher gedeihen. In Hohenheim hat man von im Frühjahre gemähetem Futter-Roggen vom Württem⸗ berger Morgen an Futter 54 Centner Heuwerth er balten, welches ein sehr ansehnlicher Ertrag ist. Behandlung während der Vegetation. In leichtem Boden wird das Walzen nach der Saat empfohlen. Im Winter und Frühjahre muß man während der Thauperiode auf die mit Noggen be, säeten Felder besonders aufmerksam sein, damit sich kein stehendes Wasser bildet, weil er, wenn das Wasser nur einige Zeit stehen bleibt, verloren ist. Eine schlimme Periode hat der Noggen nach der Durchwinterung dann zu überstehen, wenn im März heitere trockene Tage mit kalten und dauernden Ost winden und Nachtfrösten eintreten. Die dichtesten aus dem Winter gekommenen Saaten werden dann dünner, als ihnen zuträglich ist. Als ein Mittel da gegen wird das Walzen empfohlen, sobald der Bo den nur so weit abgetrocknet ist, daß es geschehen kann. Das Behüten des Noggens im Herbst und Winter mit den Schafen ist, außer bei einigen Arten, welche es ohne besondern Nachtheil vertragen, durch aus nicht anzurathen. In allen besser cultivirten Ländern, selbst wo besonders auf die Schafzucht ge⸗ halten wird, hat man es aufgegeben, oder man räumt dazu im Nothfalle nur besondere Stücke ein, oder macht, um zeitige Hütung im Frühjahre zu erhalten, besondere Saaten. Selbst die zum Vehuten empfoh, lenen Arten des Noggens leiden immer etwas dadurch, obschon häufig der Umstand stattfindet, daß das dadurch gewonnene Futter einen größern Werth hat, als der Rückschlag des gereiften Rog geus beträgt. In mehr bindigem Boden, wenn sich dieser nach der Durchwinterung sehr gesetzt und

fest geschlossen hat, wird das Eggen empfohlen. Wenn man rothen Klee unter den Roggen säet, so wird gewöhnlich in mehr bindigem Boden zbeu falls geeggt.

(Fortsetzung folgt.)

Anekdote..

Den wegen seiner groben Naivität allbekannton Nothgerbermeister S. tz besuchte einmal der Fuürst v. Wrede, um sich von dessen Nohheit zu überzeugen. Er gab vor, Lohmehl kaufen zu wollen, und fragte deßhalb den beinahe 60jährigen Meister.En Da. kann Er haben, war die Antwort desselben, wo rauf der Fürst, welcher an dieser Antwort genug hatte, sich entfernte. S.. tz, dem nun seine Ge sellen sagten, wen er so kurz fortgeschickt habe, und der als achter Patriot den Fürsten verehrte, sprang schnell in seine über eine Treppe gelegene Wohn stube und pfiff ein paar Mal durch das offene Fen⸗ ster, wie gewöhnlich Metzger und Fuhrleute zu thun pflegen. Der sehr leutselige Fürst sah sich um, und hörte den Zuruf:da geh Er her! Er kann schon Lohmehl haben, wenn Er der General Wrede ist, was ich gar nicht gewußt habe. Nachdem er sich lange mit S. tz unterhalten hatte, lud er ihn ein, ihn am nächsten Tage zu besuchen. S. tz, der, den Sonntag ausgenommen, nur in seinem Arbeits- habit, mit Schurzfell, langen Gerberstiefeln und von seiner großen Dogge begleitet, ausgieng, er⸗ schien denn auch in diesem Anzuge in dem Palais des Fürsten. Der Portier, welcher schon Instruction hatte, wollte doch seinen Hund nicht einlassen, den S. tz nach langem Zögern endlich in einem gegen⸗ üͤberstehenden Weberhause einstellte und in den Wohn⸗ zimmern des Fürsten erschien, welcher ihn denn in seinem Hause herumführte. Als derGeneral ihn nun in einen Saal führte, wo viele Schlachtgemälde aufgestellt waren, stellte sich derselbe auf die Sopha's und Sessel, wobei ihm der Furst behülflich sein mußte, betrachtete die Schlachten und meinte:Ist Er da auch dabei gewesen? Als er zu Ende war, stellte ihm der Fürst seine Gemahlin vor;So, das ist Seine Frau, sprach er, zog seinen Hut vor ihr ab, den er während seinem ganzen Besuch aus behalten hatte, und entfernte sich.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch und Steindruckerei in Gietzen.