Miscellen.

Fortsetzung.)

Es wird empfohlen flach zu pflugen und un mittelbar darauf zu walzen. Einige behaupten, daß die frischen, zum Theil noch saftigen, unterge pflügten Stoppeln des Buchwaizens dem Noggen nachtheilig seien, und rathen daher, die Stoppeln tüchtig zu eggen, damit sie herausgerissen werden und trocknen, und sie dann unterzupflügen; es scheint jedoch diese Erfahrung nicht völlig begründet zu sein, da man davon in Gegenden, wo viel Buchwaizen gebaut wird, noch nichts bemerkt hat, vielmehr grün untergepflͤgter Buchwaizen eine dem Noggen zuträgliche Düngung ist. Hat das Feld Lein getragen, so wird empfohlen, unmittelbar nach dessen Aberntung dasselbe feucht zu pflügen, es so lange ligen zu lassen, bis die darin enthalte nen Unkrautsaamen aufgegangen sind, und dann die Saatfurche zu geben. Nach Spergel ist, da derselbe nur in einen leichten Boden gebaut wird, nur eine einfurchige Bestellung nöthig; ist er jedoch zeitig abgemähet oder abgeweidet, so pfluͤgt man zuerst flach und giebt später die Saatfurche. Nach Gerste wird in der Regel nur eine Furche gegeben, da zu ihr das Land gut zubereitet war, in dem mehr bindigen Boden ist aber, zumal da diese Frucht zeitig zur Ernte gelangt, eine zweifurchige Bestellung anzurathen. Folgt der Roggen nach Winterwaizen so ist eine zweifurchige, ist der Boden aber mehr gebunden, ist eine dreifurchige Bestellung nöthig. Einige beobachten folgende Regeln bei der Bestel⸗ lung zu Roggen nach Waizen. Die Stoppeln werden gleich hinter dem Erntewagen so dünn, als möglich, abgeschäͤlt. Nach einigen Tagen, wenn das Wur zelunkraut abgestorben, wird 34 Zoll tief gepflügt und geeggt. Sobald die aufgeeggten Stoppeln und Quecken abgewelkt sind, werden diese abgerecht und weggebracht, es wird hierauf gewalzt und

nochmals geeggt, und endlich 68 Zoll tief zur Saat gepflügt. Nach Hafer ist der Boden in der Regel mehr verwildert, als nach einer andern Getraideart, und verlangt, um die für den Roggen erforderliche Gare zu erhalten, eine mehrfurchige Bestellung. In leichtem Boden, wenn man zum Roggen düngt, pflügt man die Haferstoppeln un mtittelbar nach der Ernte flach um, eggt dieselben, bringt die Quecken ab, fährt Mist auf, bereitet diesen sofort und wartet nun, bis die ausgefallenen Haferkörner ausgeschlagen und nebst dem Unkraut durch die Mistdecke durchgewachsen sind. 8 (Fortsetzung folgt.)

Anekdoten.

Ein Gastwirth in einer bekannten Residenz Deutschlands kundete eine Illumination an, und bemerkte dabei, daß an diesem Abend alles bei ihm transparent seyn würde. Als sich seine Gäste über das dünne Bier, den dünnen Wein, die dünnen Brod- und Fleichschnitte beklagten, ant⸗ wortete er:Hab's ja angekündigt. Transparent, Alles transparent.

Bei einem halbdiplomatischen Diner, das der russische Botschafter in Paris, Graf Pozzo de Bor⸗ go gab, wandte sich eine sehr große, aber einfältige Dame an Talleyrand mit den ziemlich barschen Worten:Ich habe mich über Sie zu beklagen, Fürst, Sie sollen irgendwo gesagt haben daß ich keinen Geist besitze.

Sie sind sehr ungerecht gegen mich, erwie derte er,alle Welt sagt das, nur ich nicht.

Eine ähnliche Antwort gab er dem Herrn von Flahaut, als er noch Bischof von Autun war.

Herr Bischof, sagte ihm Jener,man hat hinterbracht, daß Sie in einer Gesellschaft, wo man so gütig war, mir nachzurühmen, daß ich Geist besitze, das Gegentheil behauptet haben.

Da sind Sie falsch unterrichtet worden, Herr Graf,, erwiederte Talleyrand,ich war nie in Gesellschaft, wo man Sie für geistreich gehalten hätte, und habe auch nie das Gegentheil be hauptet.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.