Mliscelle.

(Jortsetzung.)

Der Glaube an eine ungünstige Periode der Saat des Roggens im Herbst scheint nach mehrseitigen Versicherungen nicht ungegründet zu sein, wenn er auch nicht gerade zu der obenangeführten Zeit fällt, u. man will mehrseitig beobachtet haben, daß der zu dieser Zeit gesäete Roggen stets einen geringern Ertrag gab, als anderer, selbst unter ungünstigern Ver⸗ hältnissen zu einer andern Periode gesäete. Ob diese Periode überall stattfindet, oder nur eine Ei⸗ genthümlichkeit der nördlichern Striche Deutschlands ist, darüber fehlen hinlängliche Erfahrungen. Man glaubt die Ursache dieser ungünstigen Saatperiode darin zu finden, daß in den Gegenden, wo sie sich zeigt, um die Mitte Octobers, wo die Länge der Nächte überhand genommen hat, sich mehr Dünste entwickeln, durch welche die Sonnenstrahlen minder wirken können, und das bis dahin erwärmte Erd- reich sich zu erkälten anfängt, wo sich dann die stärksten und oft sehr übelriechenden Nebel entwickeln. Diese Nebel sind von den sich früher und später zeigenden verschieden, sie sind auf großen Landflä⸗ chen allgemein, und finden in den trocknen Gegen⸗ den eben so gut Statt, als in den feuchten und wasserreichen. Die Natur scheint durch diese Nebel einen gewissen Abschnitt bezeichnen zu wollen; denn sind sie einmal vorbei, und tritt später heitere Witterung ein, wo die Tage sehr warm, die Nächte dagegen sehr kühl sind, wodurch eine starke Aus dünstung des feuchten Erdreichs erfolgt, so ent⸗ wickeln sich zwar häufig ebenfalls Nebel und mit unter ganz starke, diese scheinen aber von ganz an⸗ derer Beschaffenheit zu sein, als jene. Kommt nun das vielleicht im Keimen begriffene Samenkorn mit jenen schaͤdlichen Nebeln in Berührung, so mögen sich ihm wahrscheinlich gewisse nachtheilige Stoffe mittheilen, die eine ungünstige und für die Folge fortwirkende Einwirkung auf dasselbe aus⸗ üben. Das Aussaatmaß des Roggens ist ver

schieden und wird theils durch die verschiedene Größe der Samen, theils durch andere Umstände bestimmt. Man findet daher darüber die verschiedensten An gaben. In magerm Boden muß die Aussaat dichter als in kräftigem gemacht werden, bei zeitiger Saat braucht man weniger Samen, als bei späterer; eine abermalige Empfehlung zeitigen Säens. Eine be sondere Rücksicht bei der Menge der Aussaat ist die, ob die Pflanzen bei der Durchwinterung mehr oder weniger leiden, und wie sich die Frühjahrsperiode nach der Durchwinterung gestaltet.

(Fortsetzung folgt.)

Anekdoten.

Ein Berliner Jude ließ sich taufen, und gab sich den Namen Johann Georg. Als man ihn fragte, warum er sich denn nicht schönere Namen gegeben habe, sagte er: 5

Hab ich an Pettschaft, and ischt an J G M draf, Itzig Gabriel Mauschel, and det is an Pro⸗ fitchen, denn ich därf mer de Pettschaft nich um⸗ grabe lasse.

Herr v. F. war sehr bekannt durch seine merk⸗ würdige Zerstreutheit.

Als er einst mit einem Freunde spaziren ging, blieb er auf einmal erschrocken stehen und sagte zu demselben:Aber um Gotteswillen, ich hinke ja; es muß mich ein, Schlagfluß getroffen haben. Er⸗ staunt sah ihn sein Freund an, und bemerkte wirk⸗ lich, daß er hinke. Er war aber keineswegs vom Schlagflusse getroffen, sondern ging mit dem rechten Fuße in der Straßenrinne.

Ein andermal passirte er einen engen Durchgang, wo ihm 2 Frauenzimmer begegneten, welche des starken Luftzuges wegen an ihre Hüte griffen. In der Meinung, dier elben wollten ihm ein Compliment machen, zog er auch den seinigen.

In Berlin kündete Dr. Butte Vorlesungen über die Frage an:Was der Meunsch ist?

Ein Eckensteher bemerkte:Wat der Mensch ißt, weeß man immer, aber wat der Mensch trinkt, det weeß manchmal der Deubel.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.