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garten) trugen ihre Obstbäume aller Art reich⸗ lich Fruͤchte. Ich aber, der sonst ausser unserm sehr beträchtlichen Hausbedarfe an frischem und gedörrtem Obste, und der Ueberfluß jährlich an die 1000 fl. durch den Verkauf einnahm, hatte nunmehr den Verdruß, nicht nur auf diese Ne⸗ venue Verzicht zu thun, sondern uͤberdieß noch zum Hausbedürfniß um ein schönes Geld von unsern eigenen Unterthanen Obst kaufen zu müs⸗ sen. Seitdem habe ich mirs zur Regel gemacht, die Maikaͤfer nicht von den Bäumen abzuschüt⸗ teln; denn 1) sie fressen nur das Laub des Bau⸗ mes, vernichten aber die in den Blüthen befind⸗ lichen Insecten, und werden somit heilsam. 2) Durch das Schütteln der Bäume fällt, trotz al⸗ ler Behutsamkeit, auch die Blüthe von den Bäu⸗ men. 3) So wie die Maikäfer, die, wie ge⸗ sagt, nur das Laub abnagen, aus dem Weg ge räumt werden, nimmt eine Menge anderer In⸗ secten zu, die zwar die Blätter verschonen, aber desto mehr die Blüthen verderben. Mit einem Worte: die Erfahrung widerräth jenes Abschüt⸗ teln. Nichts für ungut, Freund. Sie lieben ja die Wahrheit. Können Sie mir gründlich widerlegen, so wird's mich freuen. Allein ich zweifle; denn experienlia optima magistra.

Anekdote.

Bei dem Einzuge der Braut des Prinzen W... in B.. wies eine junge Schildwache zum öftern mehrere Damen zuruck, welche sich vordrängten, und diese Weisung zu verachten schienen. Plötz⸗ lich nahm der Soldat, als er sie abermals auf der verbotenen Stelle fand, die Reizendste beim Kopfe und küßte sie nach Herzenslust. Der Offi⸗ zier war in der Nähe, ihr Hülfsgeschrei und das schadenfrohe Gelächter zog ihn herbei.Mensch, bist du toll? rief er dem Soldaten zu. Nichts weniger! erwiederte dieser;aber wer nicht hören will, muß fühlen!

K. heftete Folgendes an seine Thüre:Ich komme heute erst gegen Mitternacht nach Hause. Sollte es zu dunkel sein, um dieß zu lesen, so bitte man den Nachbar um Licht.

Eine Dame ließ sich mit ihrem Söhnchen bei sehr schlechter Witterung in einer Portechaise nach Hause tragen. Voll Mitleid gegen die Trä⸗ ger, bat der Knabe:O Mama, nimm doch die armen Leute auch herein in unsern Kasten.

Ein erschöpfter Armer sah einen Betrunkenen in einem Graben liegen, und Viele demselben als einem Kranken zu Hilfe eilen.Ach! begann er zu seufzen, wenn ich die Hälfte sei⸗ ner Krankheit hätte, so befänden wir uns Beide wohl.

In einem öffentlichen Spielhause in Paris ließ Jemand ein Goldstück auf die Erde fallen.

Er bückte sich sogleich, um es wieder aufzuheben.

Lassen Sie es doch gut seyn sagte ein ne⸗ ben ihm Stehender das finden Sie noch früh genug wieder, hier sind lauter honette Leute.

Wer zweifelt daran? erhielt er zur Ant⸗ wort. Aber wenn die Justiz ihre Schuldig⸗ keit thäte, müßte sie wenigstens alle acht Tage Einen von diesen honetten Leuten aufhängen lassen.

Die Sängerin Mara soll ihren Mann aus dem Kerker losgesungen haben. Nachdem man dieß erzählt hatte, summte eine kunstliebende Frau ein Liedchen: O sey stille, Kind! rief ihr Mann flehend, ich werde arretirt! N

Ein Franzose wollte einmal bei Tische zu verstehen geben, daß die Suppe sehr heiß sey; er sagte daher:Ach, daß ist viel Sommer in das Supp!

Zwei Matrosen wanden ein Seil in die

Höhe, und konnten nicht so schnell damit fertig werden, als sie wünschten.Zum Teufel rief der Eine ungeduldig aus wo bleibt denn das Ende?Gib acht, versetzte der Andere, sie haben's gewiß abgeschnitten.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.

il sp.