101) Holzversteigerung.

Montag den 27. April'd. J., sollen in den zum Forstrevier Königsberg gehörigen Domanial Walddistricten, großen Rodenberg, Nothenstrauch, Meilhardt und Dienstberg, nachstehende Holzsor timente, als:

111 Stämme Eichen⸗Bau⸗ und Werkholz, oder 9616 Cubikfuß und

26 Stämme Buchen⸗Werkholz, oder 619 Cubikfuß,

oͤffentlich meistbietend versteigert werden.

Die Versteigerung nimmt des Morgens um 8 Uhr in dem Distriet Rodenberg bei den soge nannten Vierruthen ihren Anfang, und wird so dann in dem Districte Nothenstrauch, worin der größte Theil des Holzes befindlich ist, fortgesetzt und beendigt, indem daselbst auch die wenigen Eichen⸗ und Buchen-Klötze, welche noch in den Districten Meilhardt und Dienstberg liegen, zu⸗ gleich mitversteigert werden.

Wer daher die Klötze in den zwei letztge nannten Districten vorher einzusehen wünscht

und nicht lokalkundig ist, kann sich solche von dem dazu beauftragten Großh. Forstschützen Wag⸗ ner in Fellingshausen vorzeigen lassen.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird das Holz auf Verlangen bis Michaelitag d. J. auf Credit abgegeben.

Königsberg den 241. April 1840.

Der Nevierförster Weidig.

10⁰² Dachschiefer.

Auf der Dachschiefergrube Wilhelm bei Pfaffenwiesbach(21 Stunden von Friedberg und von Butzbach entfert) sind die Preise der nun⸗ mehr wieder vorräthigen Dachschiefer festgesetzt:

1) das Neis erster Sorte auf.. 6 fl. 2) das Reis zweiter Sorte auf. 3 3) das Neis dritter Sorte auf 130 kr.

Das Behauen wird besonders vergütet und zwar für das Neis erster Sorte mit 20 kr., zweiter Sorte mit 16 kr. und dritter Sorte mit 12 kr.

Miscellen.

Warum faͤngt oft ein Baum nur auf ei⸗ ner Seite zu verderben an, auf der an dern aber treibt er lebhaft aus?

Die Ursache dieser Erscheinung ist, weil oft auf dieser Seite einige Wurzeln faul und abge storben sind, mithin die Aeste, die sie zu ernäh⸗ ren gehabt, aus Maugel an Nahrung auch ab⸗ sterben muͤssen. Wenn man nachgräbt, so wird man sich hiervon überzeugen. Man muß alsdann die faulen Wurzeln bis auf das lebendige Holz wegschneiden und wieder recht mit Baumkitt ver streichen. Aber auch auf der andern noch frisch treibenden Seite muß man eine große Wurzel abschneiden; so empfangen diese Aeste auch nicht mehr so viel Saft und treiben auch nicht mehr so stark. Hernach thut man die alte Erde hin weg und ersetzt dieselbe durch eine andere gute

Erde. Beim Beschneiden muß man auf der gesunden, lebhaft treibenden Seite alle, sowohl die frucht⸗ als holztreibenden Aeste stehen lassen, um die Säfte zu vertheilen und desto mehr be schäftigt zu machen, damit die Holzäste nicht so stark treiben können. Die Beschneidung auf der kränkelnden Seite muß ganz kurz geschehen, und die dürren, abgestandenen sammt allen unndthi gen Aesten müssen weggenommen werden, sogar die fruchttragenden, damit der Baum auf dieser Seite mehr Kraft erhält, gute Holzäste zu trei ben. So wird er wieder eine gleiche Gestalt er⸗ halten und gesund fortwachsen.

Es geschieht aber auch, daß an einem boch⸗ staͤmmigen Baume der Wipfel absteht und dürr

wird, die untern Aeste aber bleiben frisch. Die⸗

ses ist ein Zeichen, daß die Haupt- oder Herz⸗ wurzel gefault und abgestanden ist, die man dann bis auf das lebendige Holz abschneiden und mit Baumkitt vermachen und andere gute Erde zu den Wurzeln thun, den abgestandenen