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15) Veraccordirung von Straßenbau Arbeiten.

Da sich bei öffentlicher Versteigerung der Pla nirarbeiten auf der neu zu erbauenden Provin⸗ zialstraße in den Gemarkungen von Unterseiber tenrod und Oberseibertenrod zu mehreren Abthei lungen keine Uebernehmer gefunden haben, so ist der Unterzeichnete von höherer Behörde ermäch⸗ tigt worden, die Arbeit in diesen Loosen, wenn sich Liebhaber dazu finden, für den Voranschlags preis zu veraccordiren.

Die Großherzoglichen Bürgermeister werden daher ersucht, dies zur Kenntniß derjenigen Leute in ihren Gemeinden zu bringen, welche vielleicht zur Uebernahme von Arbeiten dieser Art geneigt sein sollten, mit dem Bemerken, daß der Bau aufseher Kunz in Oberohmen beauftragt ist, je⸗ dem sich Anmeldenden mit den einzelnen Abthei lungen der Arbeit auf Ort und Stelle, sowie mit dem Voranschlagspreis und den Accordsbe⸗ dingungen bekannt zu machen.

Gießen den 17. Jan. 1840.

Der Großh. Kreisbaumeister Müller.

16) Versteigerung von Maurer⸗ und Stein⸗ hauer⸗Arbeiten, sowie der Lieferung von Kalk.

Dienstag den 28. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Rathhause zu Lich, die Maurer- und Steinhauerarbeit an drei zu erbau⸗ enden Brücken und den Durchlässen auf der Straße

zwischen Lich und Eberstadt, in mehreren Abthei⸗ lungen, sowie die Lieferung von 400 Büuͤtten Kalk zu diesen Brücken und Durchlässen, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedin gungen, an die Wenigstfordernden versteigert werden.

Man ersucht die Großh. Burgermeister, dies zur Kenntniß der in ihren Gemeinden wohnenden Maurer- und Kalkbrenner zu bringen.

Gießen den 22. Januar 1840.

Der Großh. Kreisbaumeister le r.

14) Das von der Gemeinde Staufenberg im vori⸗ gen Jahr der Spar- und Leihkasse fur die Kreise Gießen und Grünberg ausgeliehene Kapital a 1500 Gulden soll wieder an die Gemeinde Staufenberg bis zum 1. März d. J.(abgetragen) zurückbezahlt werden.

Durch Gemeinderathsbeschluß soll nun das fragliche Capital anderweit wieder ausgeliehen werden. Diejenigen, welche dieses Capital ent⸗ weder beisammen oder theilweise, gegen gericht liche Obligation zu 4 prost. zu entlehnen wün schen, haben sich in der Kürze bei Unterzeich⸗ netem zu melden.

Die Großh. Bürgermeister der Kreise Gießen und Grünberg werden ersucht, dieses in ihren unterhabenden Gemeinden bekannt machen zu lassen. Staufenberg den 28. Januar 1840.

Der Großh. Bürgermeister Fi s cher.

Mligcellen.

Wo gedeiht der veredelte Kastanienbaum und wo nuͤtzt er?

Der Kastanienbaum mit sußen eßbaren Fruͤch ten[Fagus ecastanea) wird bekanntlich in meh reren wärmeren Gegenden unseres Vaterlandes im Großen gezogen und kultivirt; aber auch wei⸗ ter nördlich hinauf ließe sich dieser schöne Baum,

in einem Boden von gemischter Erdart, sehr wohl mit vielem Vortheile anpflanzen, gesetzt auch, man wollte seine Früchte nur zur Viehmast ver⸗ wenden. Ein preußisches Journal, das ihn für die dortigen Gegenden empsiehlt, sagte von ihm: Er wächst weit schneller als die Eiche, und ist dauerhaft wider die Kälte. Seine Ninde ist ganz vorzüglich zum Gerben; sie enthalt zweimal mehr Gerbestoff als die Eichenrinde, zweimal mehr Farbestoff als das Campeche-Holz, und