Miscellen.
Einige Bemerkungen uͤber Obstweinberei⸗ tung. (Fortsetzung.)
Zu versuchen wäre auch, abgebackene Birnen zu verstampfen und dem Aepfelmoste zuzusetzen; die Gährung wird zwar wohl langsamer ins Leben treten, da durch das Abbacken der Gäh— rungsstoff in dem Obste verändert und bei böͤhe⸗ rer Temperatur, z. B. im Backofen, ganz zer⸗ stört wird. An der Luft abgebackene Birnen wür— den sich dazu am Besten eignen.
Die Rosinen haben nur den halben Preis des Rohrzuckers, enthalten viel Traubenzucker und alle jene Bestandtheile zur wirklichen Weingäh⸗ rung, da sie Wein selbst sind; da aber die Scha⸗ len und Kerne der Rosinen abgehen, so wird der Zusatz um so viel theurer, als dieses Abgangs— quantum beträgt. b
Wohlfeiler und geeigneter bleiben sie aber immer als Rohrzucker zum Zusetzen. Jedoch ist es sonderbar, daß sich trotz dieser günstigen Eigen⸗ schaften der Rosinen der durch diesen Zusatz ver— besserte Wein fast ebenso verhält, wie der mit Rohrzuckerzusatz bereitete, nämlich er schmeckt fer⸗ tig, wie Obstwein und Rosinenbrühe. Es scheint, wie beim Nohrzucker, der von der Gährung übrig bleibende Traubenzucker keine innige Verbindung einzugehen, er bleibt mit der Flüssigkeit blos gemischt.
Wäre ich nicht einem noch geeignetern Zu— satze auf die Spur gekommen, würde ich mich bemüht haben, den Punkt zu treffen und auszu⸗ mitteln, der jedem Obstmost in Hinsicht des quantitativen Verhaltnisses des Nosinenzusatzes der angemessenste ist, und jedenfalls würde dies die— sem Uebelstande abgeholfen haben, doch eine lange Dauer und Haltbarkeit hätte sich auch hier nicht
versprechen lassen.
Vergeblich suchte ich bei jedem neuen Obst⸗ Weinrezepte, was mir vor Augen und Ohren kam, nach einem andern Zusatze, der den ge⸗ machten Anforderungen mehr entspräche. Die Entdeckung der Bereitung des Stärk-Mehlzucker⸗ syrups durch Diastase von Kirchhof interessirte und veranlaßte auch mich, auf diese Weise diesen Zuckersaft zu bereiten. Dabei kam mir der Ge— danke, ob dieser Zuckersaft sich nicht zu meinem gewünschten Zusatze eignen könne. Ich suchte die chemische Analyse des Stärkezuckers auf, und fand zu meinem großen Erstaunen, daß die che⸗ mische Bildung dieses Stoffes von allen Zucker⸗ stoffen dem Traubenzucker am Nächsten kommt. Saussure giebt folgende Formeln:
Traubenzucker. Stärkmehlzucker. 36,71 37,29 Kohlenstoff. 6,78 ö 6,84 Wasserstoff. 56,51 55,87 Sauerstoff.
Doppelt angenehm war mir dieser Fund, denn ich wollte damals gerade gern einen Ver⸗ such ins Werk setzen, ob sich Aepfelwein nicht auch eigne zur Brennerschen Champagnerbereitung. Da aber Brenner schon einen milden Trauben— wein verlangt, so genügte der gewöhnliche Aepfelwein dieser Anforderung nicht, der Ver— such war daher noch immer unterblieben.
Cortsetzung folgt.)
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Anekdote u.
Es hatte einer seinem guten Freunde Geld leihen müssen, der sobald er das Geld hatte, alle Gelegenheit sich sehen zu lassen, vermied. Erste⸗ rer gieng also zu ihm, und sagte: Gieb mir ent⸗ weder mein Geld, oder meinen Freund wieder.
Ein junger Mann gieng neulich in eine Bier⸗ schenke, aß dort 15 Semmeln und trank ein Quart Bier dazu. Als er bezahlte, meinte der Wirth, wenn er wieder Durst bekäme, so mochte er zum Becker gehen, um ihn zu löschen.
Druck und Verlag der G. D. Br ühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.
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