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in den Gipfeln hoher Bäume zerstören. Diese Eier bilden einen regelmäßigen Ring, meistens an den einjährigen Baumtrieben. Der Ning ist beiläufig J Zoll breit, er sitzt sehr fest an dem Ast, läßt sich aber doch schon mit dem Nagel der Finger, um so mehr mit einem Messer losma⸗ chen. Nur muß man Acht haben, daß man den Ast selbst nicht beschädige, und daß die Eier nicht auf die Erde, sondern in die Hand, oder in einen Topf fallen, und daß man sie ver⸗ brenne.
Manche Naupen legen ihre Eier in die Rinde der Bäume, besonders da, wo sie sehr rauh, gesprungen ist, wo sich daher viele Zwischenräume finden, in welchen die Eier ge— gen Nässe und Frost geschützt sind. Därum ist es nothwendig, im Spätherbste die rauhe Rinde der Bäume mit einem Eisen, welches jenem der Nauchfangkehrer gleicht, abzukratzen, und die glatt abgekratzten Bäume mittelst eines Maurer—⸗ pinsels mit einer dünnen Masse zu bestreichen, welche aus Thon, Kalk und verdünnter Mistsudel besteht. Dadurch werden diese, in die Nunde gelegte Raupeneier theils vertilgt, theils in ih— rer Ruhe gestört, so daß sich aus ihnen keine Naupen bilden können.
Aber auch bei dem sorgfältigsten Reinigen der Obstbäume durch den Winter ist man nicht im Stande, alle Raupennester zu zerstören, weil
„die Eier mancher Naupen, und auch ganze Ne— ster derselben zu klein, oder zu hoch am Baume
sind, so daß man sie nicht sieht.
Da hilft nun nichts weiter, als diese uns Menschen unsichtbaren Naupennester den Voͤgeln zu ihrem Winterfraß zu überlassen, welche sich auf die äußersten Zweige der Bäume setzen, mit ihrem scharfen Blick sie bald ausspähen, und die Eier oder kleinen Raupen in denselben fressen. Alle Singvögel, selbst der so verrufene Spatz, welche bei uns überwintern, insbesondere
die Meisen, Finken, Emmerlinge, Rothkehlchen, der Stieglitz und Zeisig, dann auch jene Sing⸗ vögel, welche mit der Frühlingssonnezaus wär⸗ meren Weltgegenden zu uns zuruͤckkehren, wie z. B. die Lerche, die Schwalbe, die Nachtigall, die Amsel u. s. w., fressen theils Raupeneier, theils Raupen, Schmetterlinge und andere In⸗ secten, welche bei zu großer Vermehrung den Baum- und Feldfrüchten Schaden thun. Selbst die verrufene Krähe, Dohle, Kukuk, Wiedehopf, der Specht u. m. a. sind nuͤtzliche Vögel, indem die erstern schädliche, in der Erde befindliche Ge⸗ würme, insbesondere die Engerlinge, aus wel⸗ chen sich die Maikäfer bilden, aufzehren, daher sie sich auch hinter jede frisch gezogene Ackerfur⸗ che niederlassen, letzterer vorzüglich die in den Baumrinden verborgenen Naupeneier frißt. Es ist höchst schädlich, diese Vögel durch Ausnehmen der Nester, durch Einfangen im Frühjahr, bevor sie sich durch aufgezogene Jungen vermehrt ha⸗ ben, zu vermindern, und man kann es den Herrn Seelsorgern, Schullehrern, den Eltern und allen Vorgesetzten nicht genug empfehlen, die Ju⸗ gend von dem so allgemein herrschenden Muth⸗ willen des Ausnehmens der Vogelnester durch Belehrung und Strafe abzuhalten.
Hierüber liegen mehrere Gesetze vor, welche bei Strafe das Schießen und Fangen der Sing⸗ vögel, vorzüglich im Frübjahre, verbieten. So z. B. die königl. böhm., die großherzogl. hess. u. m. a.
(Fortsetzung folgt.)
Anekdote.
Der Aufseher einer Porzellain-Niederlage hatte gehört, daß das Wort Komite soviel als Ausschuß bedeute. Von nun an nannte er da⸗ her in gewohntem Sprachstolze seine Ausschuß⸗ waaren— Komite-Porzellain.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.
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